Deutsche Tageszeitung - UN-Mission im Libanon wirft Israel schwere Angriffe auf UN-Mitarbeiter vor

UN-Mission im Libanon wirft Israel schwere Angriffe auf UN-Mitarbeiter vor


UN-Mission im Libanon wirft Israel schwere Angriffe auf UN-Mitarbeiter vor
UN-Mission im Libanon wirft Israel schwere Angriffe auf UN-Mitarbeiter vor / Foto: © AFP/Archiv

Die UN-Mission im Libanon (Unifil) hat Israel vorgeworfen, Angriffe auf UN-Personal im Land geflogen zu haben. "Gestern Morgen warfen Drohnen der israelischen Streitkräfte vier Granaten in der Nähe von Unifil-Friedenstruppen ab", erklärte die UN-Mission am Mittwoch. Eine Granate sei 20 Meter entfernt von UN-Mitarbeitern und deren Fahrzeugen eingeschlagen, drei weitere Granaten in einem Radius von rund 100 Metern.

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Es handele sich um "einen der schwerwiegendsten Angriffe auf Unifil-Personal und -Eigentum seit dem Waffenstillstandsabkommen" im November des vergangenen Jahres, erklärte die UN-Mission weiter. Die Unifil-Mitarbeiter entfernten demnach zum Zeitpunkt der Angriffe Straßensperren, die "den Zugang zu einer UN-Position behinderten".

Im November 2024 hatte eine Waffenruhe die seit mehr als einem Jahr andauernden Gefechte zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon beenden sollen. Israel wirft der Hisbollah jedoch vor, weiterhin im Grenzgebiet militärisch aktiv zu sein - und greift mit dieser Begründung regelmäßig Hisbollah-Ziele an.

Nach Angaben der UN-Mission seien die israelischen Streitkräfte im Voraus über die Pläne informiert worden, dass Unifil-Personal Straßenräumarbeiten in der Nähe der libanesischen Grenze südöstlich des Dorfes Marwahin verrichtete.

Der israelische Angriff verstoße gegen die Resolution des UN-Sicherheitsrates von 2006, der die Grundlage der Waffenruhe bilde: "Jegliche Handlungen, die UN-Friedenstruppen und deren Eigentum gefährden, sowie Eingriffe in ihre angeordneten Aufgaben sind inakzeptabel und stellen einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Resolution 1701 und das Völkerrecht dar", erklärte die Mission.

Die Unifil-Friedenstruppe ist seit 1978 im Libanon stationiert, sie umfasst mehr als 10.800 Soldaten und Zivilkräfte. Vergangene Woche hatte der UN-Sicherheitsrat in New York beschlossen, die UN-Friedensmission im Süden des Libanon bis Ende 2026 zu beenden.

Die Mission war ursprünglich ins Leben gerufen worden, um als Puffer zwischen Israel und dem Libanon zu fungieren. Seit der 2006 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution 1701 nach dem Krieg zwischen der pro-iranischen Hisbollah im Libanon und Israel war das Mandat der Blauhelmtruppe jedoch deutlich erweitert worden.

Die Hisbollah - deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist - hatte unmittelbar nach dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 mit verstärktem Raketenbeschuss auf Israel begonnen. Die israelische Armee reagierte mit massiven Luftangriffen auf Ziele im Libanon und schließlich mit einer Bodenoffensive. Auf beiden Seiten der Grenze wurden tausende Menschen vertrieben.

(M.Travkina--DTZ)

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