Deutsche Tageszeitung - Debatte zwischen Tübingens Oberbürgermeister und AfD-Landeschef kann stattfinden

Debatte zwischen Tübingens Oberbürgermeister und AfD-Landeschef kann stattfinden


Debatte zwischen Tübingens Oberbürgermeister und AfD-Landeschef kann stattfinden
Debatte zwischen Tübingens Oberbürgermeister und AfD-Landeschef kann stattfinden / Foto: © AFP/Archiv

Ein für Freitag geplantes Streitgespräch zwischen dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) und dem baden-württembergischen AfD-Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier kann stattfinden. Das Verwaltungsgericht Sigmaringen lehnte nach Angaben vom Mittwoch in dem Zusammenhang zwei Eilanträge ab. Palmer wandte sich mit einem offenen Brief an die Tübinger Bürgerinnen und Bürger.

Textgröße ändern:

Das Streitgespräch ist als öffentliche Veranstaltung geplant, es soll auch einen Livestream geben. Seit Bekanntwerden der Pläne gibt es in Tübingen Streit darüber, für Freitag ist eine Gegendemonstration angekündigt. Palmer stimmte der Debatte Medienberichten zufolge zu, weil die AfD im Gegenzug eine Kundgebung in der Stadt absagte.

Das Gericht erklärte nun, dass eine Verletzung der Neutralitätspflicht Palmers hier nicht ohne Weiteres ersichtlich sei. Die Veranstaltung solle nicht in dem besonders sensiblen Zeitraum von etwa fünf bis sechs Monaten vor einer Wahl stattfinden. Außerdem habe die Stadt erklärt, dass sie vergleichbare Veranstaltungen mit anderen Parteien auf deren Wunsch hin auch abhalten würde.

Es ist den Gerichtsbeschlüssen zufolge nicht zu beanstanden, dass Tübingen Sitzplätze nach dem Prioritätsprinzip an Einwohner vergibt, und auch nicht, dass es feste Kontingente gibt. Demnach stehen der AfD 100 Sitzplätze zu, den Gästen Palmers 50 Plätze, 30 Plätze für die Presse, drei Plätze für die Mitarbeiter der städtischen Pressestelle, vier Plätze für das Organisationsteam sowie acht Plätze für Mitarbeiter für Ton und Technik.

Die Beschlüsse sind noch nicht rechtskräftig und können noch mit einer Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim angefochten werden.

Palmer erklärte die Planung des Streitgesprächs am Mittwoch damit, dass er eine "inhaltliche Auseinandersetzung mit dem AfD-Landesvorsitzenden" führen wolle. "Wir wollen Rechtsextreme und Verfassungsfeinde aus Tübingen fernhalten", schrieb er. Das habe er mit einer Rede bei der Gegendemonstration unterstreichen wollen. Darauf wollten die Veranstalter aber verzichten.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Erneut Gewalt bei regierungskritischen Protesten in Albanien

Bei erneuten regierungskritischen Protesten in Albaniens Hauptstadt Tirana haben sich Demonstranten und Sicherheitskräfte heftige Auseinandersetzungen geliefert. Protestierer warfen Steine auf das Bildungsministerium und attackierten die Sicherheitskräfte mit Feuerwerkskörpern, die Polizei setzte Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tränengas ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Trump gibt vorzeitig Stimme für US-Kongresswahl ab

US-Präsident Donald Trump hat vor den Kongresswahlen vom 3. November vorzeitig seine Stimme abgegeben. Trump ging am Samstag in einem Wahllokal im Landkreis Palm Beach im Bundesstaat Florida nahe seiner Privatresidenz Mar-a-Lago wählen. Begleitet wurde der 80-Jährige dabei von seiner Ehefrau Melania. Der US-Präsident, dessen Republikanern bei den sogenannten Midterms eine empfindliche Niederlage droht, trug anschließend einen Aufkleber mit der Aufschrift "I voted" (Ich habe gewählt) am Revers seines Sakkos.

2000 Palästinenser aus ihren Häusern in Hebron vertrieben

Bei der Großoffensive der israelischen Armee im besetzten Westjordanland sind in der Stadt Hebron rund 2000 Palästinenser aus ihren Häusern vertrieben worden. "Ausgewählte Einheiten der Armee sind jetzt dort im Einsatz", sagte Verteidigungsminister Israel Katz am Samstag dem israelischen Sender Kan. Die 2000 betroffenen Palästinenser dürften nicht zurückkehren, "bevor wir nicht alle Probleme mit der Hamas in Hebron geregelt haben".

Fast 1000 Festnahmen bei landesweiten Protesten in Frankreich - Zwei Schwerverletzte

Bei den erneuten Massenprotesten in Frankreich sind fast 1000 Menschen festgenommen worden. Die Zahl werde voraussichtlich noch steigen, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Samstagabend vor Journalisten. Die genehmigten Protestzüge seien zunächst "gut verlaufen". Die Einsatzkräfte der Polizei seien später allerdings "mit einem extrem erhöhten Maß an Gewalt" von "Militanten der extremen Linken" konfrontiert gewesen.

Textgröße ändern: