Deutsche Tageszeitung - US-Marine greift Drogenschmuggel-Boot aus Venezuela an - elf Tote

US-Marine greift Drogenschmuggel-Boot aus Venezuela an - elf Tote


US-Marine greift Drogenschmuggel-Boot aus Venezuela an - elf Tote
US-Marine greift Drogenschmuggel-Boot aus Venezuela an - elf Tote / Foto: © AFP

Eskalation in der Karibik: US-Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Donald Trump ein aus Venezuela kommendes Boot mit Drogen an Bord beschossen und dabei elf Menschen getötet. Der Angriff habe sich gegen "Drogenterroristen" der Bande Tren de Aragua gerichtet, erklärte Trump am Dienstag (Ortszeit) und veröffentlichte ein Video, das ein Boot zeigt, das angegriffen wird und Feuer fängt. Trump hatte zuletzt durch die Entsendung von mehreren US-Kriegsschiffen in die Region den Druck auf den linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhöht.

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US-Soldaten seien bei dem Vorgehen gegen Tren de Aragua nicht zu Schaden gekommen, erklärte der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social. "Der Angriff erfolgte, während sich die Terroristen auf See in internationalen Gewässern befanden und illegale Drogen in Richtung Vereinigte Staaten transportierten", schrieb er.

Trump fuhr fort, Tren de Aragua stehe "unter der Kontrolle" Maduros. Die USA hatten Tren de Aragua in diesem Jahr als Terrororganisation eingestuft. Die Gruppe hatte sich 2014 im venezolanischen Gefängnis Tocorón im Bundesstaat Aragua gebildet, ist aber in zahlreichen Ländern aktiv. Sie wird für Morde, Entführungen, Diebstähle, Drogenhandel, Prostitution, Erpressung und Menschenhandel verantwortlich gemacht. Die venezolanische Regierung gibt an, die Bande sei bereits vollständig zerschlagen worden.

Der US-Angriff solle "jedem, der auch nur darüber nachdenkt, Drogen in die USA zu bringen", eine Warnung sein, erklärte Trump. "Nehmt euch in Acht!" Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Identität und Anzahl der Menschen an Bord des angegriffenen Bootes zunächst nicht verifizieren.

US-Außenminister Marco Rubio schrieb im Onlinedienst X: "Das US-Militär führte einen tödlichen Schlag durch (...) gegen ein Drogenschiff, das in Venezuela abgelegt hatte und von einer ausgewiesenen narko-terroristischen Organisation betrieben wurde." Die USA würden weiterhin mit aller Macht vorgehen, um Drogenkartelle "auszurotten".

Der venezolanische Kommunikationsminister erklärte, das von Trump präsentierte Video sei mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden. "Rubio belügt seinen Präsidenten weiterhin: Nachdem er ihn in eine Sackgasse manövriert hat, präsentiert er ihm nun als 'Beweis' ein Video mit KI", erklärte der Minister im Onlinedienst Telegram.

Seit Wochen wachsen die Spannungen zwischen Washington und Caracas. Mit der Entsendung von mehreren Kriegsschiffen hatte Trump jüngst den Druck auf Maduro erhöht. Wie AFP aus US-Armeekreisen erfuhr, befinden sich derzeit acht US-Marineschiffe zur Bekämpfung von Drogenhandel in der Region: drei amphibische Angriffsschiffe, zwei Zerstörer, ein Kreuzer und ein Küstenkampfschiff in der Karibik sowie ein weiterer Zerstörer im Ostpazifik. Medienberichten zufolge plant Washington zudem, 4000 Marineinfanteristen in die Region zu schicken.

Maduro kündigte seinerseits an, mehr als vier Millionen Milizionäre zu mobilisieren. Am Montag sagte er, Venezuela verfüge über insgesamt "8,2 Millionen" Milizionäre und Reservisten - diese Zahl wird von Experten angezweifelt. Laut Maduro haben die USA "acht Militärschiffe mit 1200 Raketen und ein U-Boot" entsandt, um sein Land ins Visier zu nehmen. Er sprach von der "größten Bedrohung seit 100 Jahren". Maduro rief einen Zustand "maximaler Bereitschaft" aus.

Erst kürzlich hatte Washington ein auf Maduro ausgesetztes Kopfgeld auf 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) verdoppelt - laut US-Angaben handelt es sich dabei um das höchste jemals von den USA ausgesetzte Kopfgeld.

Bereits in Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) war der US-Präsident gegen Maduro vorgegangen. Im Jahr 2020 klagte die US-Regierung den venezolanischen Präsidenten vor einem Gericht in New York wegen "Drogenterrorismus" an. Washington und der Großteil der internationalen Staatengemeinschaft erkennen zudem Maduros Wahlsiege in den Jahren 2018 und 2024 nicht an. Dem linksnationalistischen Präsidenten werden Betrug und Wählerunterdrückung vorgeworfen.

(Y.Leyard--DTZ)

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