Deutsche Tageszeitung - UNO: Mindestens 21.000 Kinder haben im Gaza-Krieg Behinderungen davongetragen

UNO: Mindestens 21.000 Kinder haben im Gaza-Krieg Behinderungen davongetragen


UNO: Mindestens 21.000 Kinder haben im Gaza-Krieg Behinderungen davongetragen
UNO: Mindestens 21.000 Kinder haben im Gaza-Krieg Behinderungen davongetragen / Foto: © AFP/Archiv

Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen vor fast zwei Jahren haben nach Angaben der UNO mindestens 21.000 Kinder eine Behinderung davongetragen. Insgesamt seien etwa 40.500 Kinder infolge des Krieges verletzt worden, teilte der UN-Ausschuss zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen am Mittwoch in Genf mit.

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Menschen mit Behinderung litten besonders unter den katastrophalen humanitären Bedingungen in dem Küstengebiet, erklärte das Gremium. Häufig hätten sie keine Möglichkeit, die Hilfszentren der von den USA und Israel unterstützten Stiftung Gaza Humanitarian Foundation (GHF) zu erreichen. Viele von ihnen blieben so ohne Essen, sauberes Wasser oder sanitäre Einrichtungen zurück und seien "für ihr Überleben auf andere angewiesen".

Nach Angaben des Komitees haben vier von fünf Menschen mit Behinderung im Gazastreifen ihre Hilfsmittel verloren. Die Behörde beklagte zudem die Tatsache, dass Rollstühle, Prothesen und ähnliche Gegenstände von Israel als sogenannte Dual-Use-Güter eingestuft würden, also Güter, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können. Daher würden sie nicht mit anderen Hilfsgütern in den Gazastreifen geliefert werden.

Auch die Evakuierungsbefehle der israelischen Armee seien für Menschen etwa mit Seh- oder Hörbehinderung "häufig unzugänglich", wodurch die Flucht unmöglich werde, erklärte der Ausschuss. Er habe auch Berichte über "unwürdige Bedingungen" erhalten, in denen Menschen mit Behinderung zur Flucht gezwungen worden seien, "etwa durch Kriechen durch Sand oder Schlamm ohne Bewegungshilfen".

Ausgelöst worden war der Krieg im Gazastreifen durch den Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet. 251 Menschen wurden als Geiseln in den Küstenstreifen verschleppt. Noch immer werden 47 Menschen von der Hamas im Gazastreifen festgehalten, mutmaßlich 25 davon sind nach israelischen Angaben tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden, die nicht unabhängig überprüft werden können, bislang mehr als 63.600 Menschen getötet.

(V.Sørensen--DTZ)

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