Deutsche Tageszeitung - Polen schließt Grenze zu Belarus wegen Militärmanöver mit Russland

Polen schließt Grenze zu Belarus wegen Militärmanöver mit Russland


Polen schließt Grenze zu Belarus wegen Militärmanöver mit Russland
Polen schließt Grenze zu Belarus wegen Militärmanöver mit Russland / Foto: © Lehtikuva/AFP

Angesichts eines gemeinsamen Militärmanövers der russischen und belarussischen Streitkräfte hat Polens Ministerpräsident Donald Tusk die Schließung der Grenze zum Nachbarland Belarus angekündigt. "Aus Gründen der nationalen Sicherheit werden wir die Grenze zu Belarus, einschließlich der Eisenbahnübergänge, im Zusammenhang mit den Sapad-Manövern am Donnerstag um Mitternacht schließen", sagte Tusk am Dienstag vor Journalisten. Die Militärübung Sapad-2025 findet von Freitag bis kommenden Dienstag statt.

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Laut dem polnischen Ministerpräsidenten sollen die Sapad-Manöver die Besetzung der sogenannten Suwalki-Lücke simulieren. Das Gebiet an der polnisch-litauischen Grenze schließt im Norden an die russische Exklave Kaliningrad und im Süden an Belarus an. Es wird befürchtet, dass Russland und sein Verbündeter Belarus den 65 Kilometer breiten Landstreifen im Fall der Ausweitung des Ukraine-Krieges besetzen und den baltischen Staaten so die Nachschubwege über Land abschneiden könnten.

Als Reaktion auf die russisch-belarussischen Manöver werden polnische und verbündete Streitkräfte eigene Militärübungen in Polen abhalten, fügte Tusk hinzu. Daran sollen rund 30.000 Soldaten teilnehmen.

Laut Tusk wurde am Dienstag ein "belarussischer Agent" in Polen festgenommen. Ein belarussischer Diplomat werde außerdem wegen der "Unterstützung aggressiver Aktivitäten" gegen Polen des Landes verwiesen.

Der polnische Präsident Karol Nawrocki warnte derweil vor einer Ausweitung russischer Machtbestrebungen über die Ukraine hinaus. "Während wir natürlich auf einen langfristigen Frieden warten, glauben wir, dass Wladimir Putin bereit ist, auch in andere Länder einzumarschieren", sagte Nawrocki bei einem Treffen mit seinem finnischen Kollegen Alexander Stubb in Helsinki.

Russische Staatsmedien hatten berichtet, dass ursprünglich rund 13.000 Soldaten an den Sapad-Manövern teilnehmen sollten. Die endgültige Zahl für die Machtdemonstration nahe der westlichen Grenze von Belarus zu Nato- und EU-Mitgliedstaaten wurde noch nicht bekanntgegeben. Nach belarussischen Angaben soll bei dem Manöver auch der Einsatz atomwaffenfähiger russischer Oreschnik-Raketen geübt werden.

Die ehemalige Sowjetrepublik Belarus ist ein wichtiger Verbündeter Russlands und wirtschaftlich und militärisch stark von seinem Nachbarn abhängig. Das Land stellte auch sein Territorium für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung.

Die Ukraine, Polen und die baltischen Staaten haben wiederholt wegen der militärischen Aufrüstung in Belarus Alarm geschlagen. Russland hatte angekündigt, dort bis zum Ende des Jahres Oreschnik-Raketen zu stationieren.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat sich das angespannte Verhältnis zwischen Polen und Belarus massiv verschlechtert. Polen wirft dem Nachbarland vor, in großem Stil Asylsuchende aus Drittländern über die Grenze nach Polen zu schicken, was Warschau als Versuch zur Destabilisierung der EU bezeichnet.

(L.Svenson--DTZ)

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