Deutsche Tageszeitung - Spannungen mit den USA: Venezuela beginnt mit Militärmanöver auf Karibikinsel

Spannungen mit den USA: Venezuela beginnt mit Militärmanöver auf Karibikinsel


Spannungen mit den USA: Venezuela beginnt mit Militärmanöver auf Karibikinsel
Spannungen mit den USA: Venezuela beginnt mit Militärmanöver auf Karibikinsel / Foto: © AFP

Inmitten sich verschärfender Spannungen mit den USA hat Venezuela nach eigenen Angaben mit Militärübungen auf seiner Karibikinsel La Orchila begonnen. Caracas reagiere mit dem dreitägigen Manöver auf die Entsendung von US-Kriegsschiffen in die Region, erklärte Verteidigungsminister Vladimir Padrino López am Mittwoch. Es werde "Luftabwehrmaßnahmen mit bewaffneten Drohnen, Überwachungsdrohnen, U-Boot-Drohnen" geben, fügte er hinzu. Zudem werde Caracas "Maßnahmen der elektronischen Kriegsführung ergreifen", ergänzte er unter Verweis auf die "bedrohliche, vulgäre Stimme" der USA.

Textgröße ändern:

Das venezolanische Militär teilte mit, dass an den Manövern zwölf Schiffe, 22 Flugzeuge und 20 kleine Boote der "Speziellen Marinemiliz" beteiligt sein würden.

Die USA haben im September mindestens zwei venezolanische Boote angegriffen. Anfang September hatten US-Kräfte bei einem Angriff auf ein Boot mutmaßlicher Drogenschmuggler aus Venezuela elf Menschen getötet. US-Präsident Donald Trump zufolge handelte es sich um ein Boot der venezolanischen Drogenbande Tren der Aragua. Am Montag teilte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social mit, dass bei einem weiteren Einsatz von US-Streitkräften in internationalen Gewässern gegen ein Schiff mit Drogen aus Venezuela drei "Narkoterroristen" getötet worden seien.

Am Dienstag sprach Trump von einem Angriff auf ein drittes Boot mutmaßlicher Drogenschmuggler. "Wir haben drei Boote ausgeschaltet, nicht zwei", sagte Trump am Dienstag vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Großbritannien vor Journalisten. Was mit dem dritten Boot geschah und ob bei dem Einsatz Menschen getötet oder verletzt wurden, führte der US-Präsident nicht aus.

Im Auftrag der Vereinten Nationen arbeitende Menschenrechtsexperten sprachen am Dienstag mit Blick auf die 14 Todesopfer der zwei US-Einsätze von einem widerrechtlichem Vorgehen und verurteilten es als "außergerichtliche Hinrichtungen". Die Experten riefen die USA auf, "sich aus ihrem gesetzlosen 'Krieg gegen den Drogen-Terrorismus' zurückzuziehen".

Die USA hatten im August Kriegsschiffe in die Karibik geschickt und dies mit dem Kampf gegen Drogenkartelle begründet. Zudem verlegten sie Kampfjets in das Außengebiet Puerto Rico, nachdem Venezuela mit einer Invasion gedroht hatte.

Die Trump-Regierung wirft Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro vor, ein Drogenkartell anzuführen und die USA mit Rauschmitteln zu fluten. Maduro sieht in den militärischen Drohgebärden der USA seinerseits "die größte Bedrohung" für Lateinamerika seit hundert Jahren.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Tausende fordern in Venezuela Rückkehr von Oppositionspolitikerin Machado

In Venezuela haben am Donnerstag tausende Menschen auf einer Kundgebung die Rückkehr der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado gefordert. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich rund 2000 Demonstrierende auf der Plaza Venezuela und hielten Plakate in die Höhe, auf denen sie die Abhaltung von Wahlen verlangten. Auch im Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien fand eine Kundgebung statt.

Vor Parlamentswahl in Serbien: Zehntausende Anhänger der Opposition in Belgrad

Drei Tage vor der Parlamentswahl in Serbien haben zehntausende Anhänger der Opposition für ein Ende der Regierung von Präsident Aleksandar Vucic in dem Westbalkanstaat demonstriert. Die Anhänger der Studentenliste zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Belgrad und versammelten sich schließlich auf dem Salvija-Platz der Hauptstadt. Nach Angaben der unabhängigen Gruppe Archiv öffentlicher Versammlungen nahmen rund 150.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Vor Parlamentswahl in Serbien: Zehntausende Anhänger der demonstrieren in Belgrad

Drei Tage vor der Parlamentswahl in Serbien haben in dem Balkanstaat zehntausende Anhänger der Opposition für ein Ende der Regierung von Präsident Aleksandar Vucic demonstriert. Die Anhänger der Studentenliste zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Belgrad und versammelten sich schließlich auf dem Salvija-Platz der Hauptstadt. Nach Angaben des unabhängigen Gruppe Archiv öffentlicher Versammlungen nahmen rund 150.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Vor Gouverneurswahlen: Trump lobt Schmähvideo gegen Demokratin

Vor den Kongress- und Gouverneurswahlen in den USA am 3. November sorgt ein Schmähvideo der Republikaner für Empörung. US-Präsident Donald Trump sprang am Donnerstag dem Gouverneurskandidaten Vivek Ramaswamy im Bundesstaat Ohio bei, dem selbst Republikaner eine Schmutzkampagne gegen seine demokratische Konkurrentin Amy Acton vorwerfen. Sie war als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs.

Textgröße ändern: