Deutsche Tageszeitung - Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen: SPD gewinnt in Köln, CDU in Dortmund

Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen: SPD gewinnt in Köln, CDU in Dortmund


Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen: SPD gewinnt in Köln, CDU in Dortmund
Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen: SPD gewinnt in Köln, CDU in Dortmund / Foto: © AFP/Archiv

Die SPD hat die Oberbürgermeisterwahl in Köln gegen die Grünen gewonnen. Bei der Stichwahl in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens setzte sich am Sonntag der SPD-Kandidat Torsten Burmester gegen die Grünen-Bewerberin Berivan Aymaz durch. Die Sozialdemokraten verloren hingegen ihre Hochburg Dortmund an die CDU. In Düsseldorf bleibt CDU-Amtsinhaber Stephan Keller im Amt. Von der AfD konnte sich keiner der Bewerber durchsetzen.

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Burmester gewann in Köln nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit 53,5 Prozent der Stimmen. Aymaz kam auf 46,5 Prozent, nachdem sie in der ersten Wahlrunde noch knapp den ersten Platz geholt hatte. Damit löst Burmester die scheidende Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ab, die seit 2015 im Amt war und nicht erneut antrat.

In der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde Oberbürgermeister Keller mit 60,45 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Er siegte damit klar gegen die Grünen-Kandidatin Clara Gerlach, die 39,55 Prozent erreichte.

Im Ruhrgebiet konnte sich die AfD in keiner von drei Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten durchsetzen. In Hagen gewann der CDU-Kandidat Dennis Rehbein mit 71,7 Prozent gegen die AfD. Der AfD-Kandidat Michael Eiche lag mit 28,3 Prozent der Stimmen deutlich dahinter.

In Duisburg gewann Amtsinhaber Sören Link von der SPD ebenfalls klar mit 78,6 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Bewerber Carsten Groß, der auf 21,4 Prozent kam. In Gelsenkirchen gewann SPD-Kandidatin Andrea Henze mit 66,9 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Bewerber Norbert Emmerich, der 33,1 Prozent erhielt.

Hingegen verlor die SPD ihre einstige Hochburg Dortmund an die CDU. Die Sozialdemokraten hatten seit 1946 den Oberbürgermeister gestellt. Der seit 2020 amtierende SPD-Amtsinhaber Thomas Westphal verlor nun in der zweiten Runde mit 47,1 Prozent gegen den CDU-Kandidaten Alexander Kalouti, der auf 52,9 Prozent kam.

Ein historischer Wechsel vollzog sich auch in Münster. Erstmals wurde dort ein grüner Oberbürgermeister gewählt. Grünen-Kandidat Tilman Fuchs gewann die zweite Wahlrunde mit 57,9 Prozent gegen den CDU-Bewerber Georg Lunemann, der 42,1 Prozent bekam.

Dagegen verzeichneten die Grünen andernorts Verluste. In Bonn verlor die Grünen-Amtsinhaberin Katja Dörner gegen den CDU-Kandidaten Guido Déus. Auch in Aachen und Wuppertal verloren die Grünen die Rathäuser.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erkärte, nach den Stichwahlen stehe einmal mehr fest, dass die CDU Kommunalpartei Nummer eins in Nordrhein-Westfalen sei. Seine Partei sei in wichtigen Städten und im ländlichen Regionen "flächendeckend erfolgreich".

Der aus NRW stammende Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) sprach von einem "tollen Abend". Letztmals habe die CDU 1999 "so abgeräumt", sagte Spahn der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Mit ihren Siegen in Düsseldorf, Dortmund und Essen würden nun drei der fünf größten Städte Nordrhein-Westfalens von Oberbürgermeistern der CDU regiert, ergänzte Spahn.

SPD-Landeschefin Sarah Philipp sprach von einem "Abend mit Licht und Schatten". "Die SPD kann Wahlen in Nordrhein-Westfalen gewinnen", erklärte Philipp. "Zur Wahrheit gehört zugleich, dass wir nicht alle roten Rathäuser verteidigen konnten."

Die Landesvorsitzenden der Grünen, Yazgülü Zeybek und Tim Achtermeyer, äußerten sich erfreut über "tolle Erfolge". "Wir Grüne sind in den Kommunen Nordrhein-Westfalens eine feste und verlässliche Kraft in der Stadt und auf dem Land", erklärten Zeybek und Achtermeyer.

Bei der zweiten Runde der Kommunalwahl wurde in fast 150 Kommunen über Bürgermeister-, Oberbürgermeister- und Landratsämter entschieden. Vor zwei Wochen waren in allen 427 Kommunen im bevölkerungsreichsten Land 13,7 Millionen Menschen zur Kommunalwahl aufgerufen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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