Deutsche Tageszeitung - Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Hensel gibt Amt zu Jahresende auf

Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Hensel gibt Amt zu Jahresende auf


Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Hensel gibt Amt zu Jahresende auf
Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Hensel gibt Amt zu Jahresende auf / Foto: © AFP/Archiv

Hamburgs Antisemitismusbeauftragter Stefan Hensel gibt sein Amt nach vier Jahren zum Jahresende auf. "Der zeitliche Aufwand und die anhaltende Konfrontation mit Hass und persönlichen Übergriffen sind im Rahmen eines Ehrenamts für mich nicht mehr vereinbar", erklärte Hensel laut Mitteilung der Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung vom Mittwoch. Zukünftig wolle er sich "den positiven Seiten jüdischen Lebens widmen".

Textgröße ändern:

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) dankte Hensel für seinen "engagierten Einsatz". Hensel habe "die Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Hamburg spürbar gestärkt", erklärte sie. Es sei umso bedauerlicher, dass ihn "auch die zunehmende Konfrontation mit Hass und Hetze" zur Abgabe seines Amts veranlasst habe.

Der Hamburger Senat hatte Hensel im Juli 2021 zum ersten Antisemitismusbeauftragten ernannt. Ziel des Amts ist es, die Bekämpfung von Antisemitismus in der Stadt zu stärken.

Im Mai wurden Hensel und seine Tochter im Straßenverkehr judenfeindlich bedrängt. Ein 57-jähriger Angreifer soll ihn beschimpft und beim Weiterfahren genötigt haben, bis die Polizei eingriff. Hintergrund soll gewesen sein, dass Hensel im Auto ein hebräisches Lied spielte. Die Hamburger Landespolitik verurteilte die Tat.

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Vance: Vor Ablauf des US-Ultimatums laufen Gespräche mit dem Iran

Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran wird es nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance noch Verhandlungen geben. Es werde "zahlreiche Gespräche" geben, sagte Vance am Dienstag bei einem Besuch in der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Spanien: Korruptionsprozess gegen Ex-Verkehrsminister erschüttert Sozialisten

In Spanien erschüttert ein Korruptionsprozess die regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Sánchez' ehemalige rechte Hand, Ex-Verkehrsminister José Luis Ábalos, muss sich seit Dienstag wegen Korruption vor Gericht verantworten. Dabei geht es vor allem um den Verdacht auf irreguläre Maskenlieferverträge während der Corona-Pandemie. Ábalos war maßgeblich am Aufstieg und Machterhalt von Sánchez beteiligt. Die Opposition fordert den Rücktritt des Regierungschefs, dessen Umfeld in mehrere Korruptionsaffären verstrickt ist.

Trump warnt vor Tod "einer gesamten Zivilisation" im Iran

US-Präsident Donald Trump hat kurz vor Ablauf seines Ultimatums an den Iran den Ton erneut verschärft. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zum Leben erweckt werden", warnte er am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. "47 Jahre Erpressung, Korruption und Tod werden endlich zu Ende gehen", schrieb Trump in Anspielung auf die Islamische Revolution von 1979 weiter.

Ungarn-Besuch: US-Vizepräsident Vance wirft EU "Wahl-Einmischung" vor

Bei seinem Besuch in Ungarn wenige Tage vor der dortigen Parlamentswahl hat US-Vizepräsident JD Vance der Europäischen Union "Wahl-Einmischung" vorgeworfen. Mit seiner Visite wolle er "ein Zeichen an alle senden, besonders an die Bürokraten in Brüssel", sagte Vance Journalisten am Dienstag in Budapest. Diese hätten "alles in ihrer Macht Stehende getan, um das ungarische Volk klein zu halten, weil sie den Regierungschef nicht mögen, der sich tatsächlich für das ungarische Volk einsetzt".

Textgröße ändern: