Deutsche Tageszeitung - Nach Abfangen von Booten durch Israel: Gaza-Hilfsflotte setzt Fahrt laut Aktivisten fort

Nach Abfangen von Booten durch Israel: Gaza-Hilfsflotte setzt Fahrt laut Aktivisten fort


Nach Abfangen von Booten durch Israel: Gaza-Hilfsflotte setzt Fahrt laut Aktivisten fort
Nach Abfangen von Booten durch Israel: Gaza-Hilfsflotte setzt Fahrt laut Aktivisten fort / Foto: © AFP

Nach dem Abfangen mehrerer Boote durch die israelische Marine haben 30 von rund 45 Schiffen der Gaza-Hilfsflotte nach Angaben der Aktivisten die Fahrt in Richtung des Gazastreifens fortgesetzt. Die meisten ihrer Schiffe seien nach dem Vorfall weiter unterwegs und näherten sich dem Gazastreifen, hieß es am Donnerstag von den Aktivisten der sogenannten Global Sumud Flotilla. Zuvor hatte die israelische Marine "mehrere Schiffe" der Flotte abgefangen, ihre Passagiere sollten nach Angaben des israelischen Außenministeriums zu einem israelischen Hafen gebracht werden.

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"30 Boote segeln trotz der unaufhörlichen Aggressionen der israelischen Besatzungsmarine immer noch mit voller Kraft Richtung Gaza, nur 46 Seemeilen entfernt", erklärten die Aktivisten in der Nacht zum Donnerstag im Onlinedienst X. Ein Sprecher der Gruppe sagte in einem im Onlinedienst Instagram veröffentlichten Video, die israelischen Streitkräfte hätten 13 Boote mit insgesamt rund 200 Menschen an Bord abgefangen, darunter viele aus Spanien und Italien.

"Unsere Mission geht weiter", sagte er in einem im Onlinedienst Instagram geteilten Video. "Sie sind entschlossen. Sie sind motiviert und tun alles in ihrer Macht Stehende, um die Belagerung bis zum frühen Morgen zu durchbrechen."

Das Abfangen erfolgte nach Angaben der Aktivisten am Mittwochabend. Sie bezeichneten das Vorgehen als "illegal", die Schiffe hätten sich in "internationalen Gewässern" befunden.

Das israelische Außenministerium hatte erklärt, dass "mehrere Schiffe (...) sicher gestoppt" worden seien und dass ihre Passagiere zu einem israelischen Hafen gebracht würden. Es veröffentlichte Aufnahmen der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg mit dem Zusatz: "Greta und ihre Freunde sind sicher und gesund."

Die islamistische Hamas, deren Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte, verurteilte das Stoppen der Boote "in internationalen Gewässern" als "Verbrechen der Piraterie und des maritimen Terrorismus".

An der Flottille beteiligt sind rund 45 Boote mit Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Unter den Teilnehmern sind neben der Klimaaktivistin Thunberg ein Enkel des südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela, Mandla Mandela, und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan.

Das offizielle Ziel der Aktion ist es, Hilfsgüter vom Meer aus in den Gazastreifen zu bringen und damit die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Ein Angebot Israels, die Hilfsgüter über den israelischen Hafen Aschdod in den Gazastreifen zu bringen, lehnten die Organisatoren der Flotte ab.

Italien und Spanien hatten angesichts der Gefahr einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit Israel eine Marineeskorte für die Flotte entsandt. Beide Länder forderten die Aktivisten am Mittwoch auf anzuhalten, bevor sie die israelische Sperrzone rund 280 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens erreichten.

Unabhängig vom Krieg im Gazastreifen riegelt Israel das Palästinensergebiet vom Meer aus strikt ab. Dies war 2007 nach der Machtübernahme der Hamas eingeführt worden und wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt. Die Blockade dient dazu, Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.

Wegen des Abfangens der Boote kündigte der kolumbianische Präsident Gustavo Petro derweil an, alle verbliebenen israelischen Diplomaten aus dem Land auszuweisen. Der linksgerichtete Politiker hatte die Beziehungen zu Israel im vergangenen Jahr abgebrochen. Vier Diplomaten waren nach Angaben aus israelischen Konsulatskreisen in Bogotá jedoch im Land geblieben. Petro sagte, zwei Kolumbianerinnen - Teil der Global Sumud Flotilla - seien von israelischen Streitkräften in internationalen Gewässern festgenommen worden.

Der türkische Außenminister Hakan Fidan bezeichnete das Abfangen der Boote als "Terrorakt, der einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht darstellt und das Leben unschuldiger Zivilisten gefährdet".

(O.Tatarinov--DTZ)

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