Deutsche Tageszeitung - Gaza-Hilfsflotte: Israel will Crew-Mitglieder nach Europa zurückschicken

Gaza-Hilfsflotte: Israel will Crew-Mitglieder nach Europa zurückschicken


Gaza-Hilfsflotte: Israel will Crew-Mitglieder nach Europa zurückschicken
Gaza-Hilfsflotte: Israel will Crew-Mitglieder nach Europa zurückschicken / Foto: © Israeli Foreign Ministry/AFP

Israel hat den größten Teil einer Anfang September in See gestochenen Hilfsflotte für den Gazastreifen gestoppt. Bis auf ein letztes Schiff seien alle der rund 45 Boote der sogenannten Global Sumud Flotilla mit pro-palästinensischen Aktivisten an Bord durch die Marine abgefangen worden, erklärte das israelische Außenministerium am Donnerstag. Die Besatzungsmitglieder seien "sicher" nach Israel gebracht worden und würden anschließend nach Europa zurückgeschickt.

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"Keines der provokanten Schiffe der Hamas-Sumud hat es geschafft, die rechtmäßige Seeblockade zu durchbrechen", teilte das Außenministerium weiter mit. Sollte sich das letzte Schiff der Flotte der israelischen Seeblockade um den Gazastreifen weiter nähern, werde "auch dessen Versuch, in eine aktive Kampfzone einzudringen und die Blockade zu durchbrechen, verhindert werden".

An der Flottille beteiligt waren rund 45 Boote mit hunderten Aktivisten aus zahlreichen Ländern, darunter die Klimaaktivistin Greta Thunberg, ein Enkel des südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela, Mandla Mandela, und die französisch-palästinensische Europaabgeordnete Rima Hassan.

Die Organisatoren der Global Sumud Flotilla verfolgten nach eigenen Angaben das Ziel, Hilfsgüter über den Seeweg in den Gazastreifen zu bringen und damit die israelische Seeblockade zu durchbrechen. "Sumud" ist das arabische Wort für "Widerstandskraft". Das Abfangen der Schiffe durch die israelische Marine hatte nach Angaben der Aktivisten bereits am Mittwochabend begonnen. Sie bezeichneten das Vorgehen Israels als "illegal", die Schiffe hätten sich in "internationalen Gewässern" befunden.

Laut dem israelischen Außenministeriums wurden die Schiffe "sicher gestoppt" und ihre Besatzungsmitglieder zu israelischen Häfen gebracht. Es veröffentlichte Aufnahmen der schwedischen Klimaaktivistin Thunberg mit dem Zusatz: "Greta und ihre Freunde sind sicher und gesund." Die Aktivisten sollten nun nach Europa zurückgeschickt werden.

Israel hatte zuvor wiederholt erklärt, ein Anlegen der Boote im Gazastreifen nicht zu erlauben. Ein Angebot Israels, die Hilfsgüter über den israelischen Hafen Aschdod in den Gazastreifen zu bringen, hatten die Organisatoren der Flottille abgelehnt.

International löste das Vorgehen Israels geteilte Reaktionen aus: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete das Vorgehen der israelischen Marine als "erneuten Beweis für die Brutalität Israels".

Auch der spanische Außenminister José Manuel Albares kritisierte das Abfangen der Gaza-Hilfsflotte und bestellte den israelischen Geschäftsträger ein. Die Festgenommenen Aktivisten seien "friedliche Bürger, die ausschließlich humanitäre Ziele verfolgt" und daher für "niemanden eine Gefahr dargestellt" hätten, sagte Albares dem Fernsehsender TVE. Demnach befanden sich insgesamt 65 spanische Staatsbürger auf Schiffen der Flotte.

Auch 22 italienische Staatsbürger waren nach Angaben aus Rom Teil der Besatzung. "Natürlich werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass diese Menschen so schnell wie möglich nach Italien zurückkehren können", sagte Regierungschefin Giorgia Meloni vor Journalisten. Sie wiederholte jedoch ihre Kritik am Versuch der Aktivisten, den Gazastreifen zu erreichen.

Ein Außenamtssprecher in Berlin bestätigte am Donnerstag, dass alle Besatzungsmitglieder der Flotte wohlbehalten in unterschiedlichen Häfen angekommen seien. Angaben über die Zahl deutscher Staatsangehöriger unter den Betroffenen machte er jedoch nicht.

Bereits im Juni und Juli hatte Israel zwei Versuche von Aktivisten unterbunden, Hilfsgüter auf dem Seeweg in den Gazastreifen zu bringen. Die israelische Armee stoppte die beteiligten Schiffe, nahm die Besatzungen fest und verwies sie des Landes.

Unabhängig vom Krieg im Gazastreifen riegelt Israel das Palästinensergebiet vom Meer aus strikt ab. Dies war 2007 nach der Machtübernahme der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas eingeführt worden und wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt. Die Blockade dient dazu, Waffenlieferungen an die Hamas zu unterbinden.

(V.Sørensen--DTZ)

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