Deutsche Tageszeitung - Sechs Tote und dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Sechs Tote und dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine


Sechs Tote und dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine
Sechs Tote und dutzende Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine / Foto: © UKRAINIAN EMERGENCY SERVICE/AFP

Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind am Wochenende sechs Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. In der südöstlichen Region Saporischschja wurde bei Angriffen eine Frau getötet, in der westlichen Region Lwiw verloren vier Menschen ihr Leben, wie örtliche ukrainische Behörden am Sonntag erklärten. Bereits am Samstag war ein Mensch beim Angriff auf einen Bahnhof in der Region Sumy ums Leben gekommen. In einigen Regionen lösten die Angriffe weitflächige Stromausfälle aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von "Luftterror". Im Nachbarland Polen stiegen Kampfjets auf, um den Luftraum des Nato-Mitglieds zu sichern.

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Der Regionalgouverneur von Saporischschja, Iwan Fedorow, sprach im Onlinedienst Telegram von einem "kombinierten Angriff" und veröffentlichte offenbar vom Angriffsort stammende Fotos, die einen zerstörten mehrstöckigen Häuserblock und ein ausgebranntes Auto zeigten. Bei dem Angriff seien zehn Menschen verletzt worden. Schäden an der Energieinfrastruktur hätten zudem zu Stromausfällen in mehr als 73.000 Haushalten geführt.

In der westlichen Region Lwiw wurden unterdessen vier Menschen bei russischen Angriffen verletzt, wie die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärte. Mehrere Wohngebäude und auch ein Industriekomplex seien angegriffen worden, erklärte Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowyj. Ein Teil der Stadt sei ohne Strom, der öffentliche Nahverkehr sei zudem aufgrund eines "massiven feindlichen Angriffs" eingestellt worden. In der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk werde der öffentliche Nahverkehr seinen Betrieb wegen des russischen Angriffs "später als gewöhnlich" aufnehmen, fügte er hinzu.

Swyrydenko zufolge griff die russische Armee die Regionen Lwiw, Saporischschja, Tschernihiw, Winnyzja, Iwano-Frankiwsk, Cherson, Charkiw und Odessa an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als 50 Raketen und etwa 500 Angriffsdrohnen, mit denen Moskau angegriffen habe. Die Ukraine brauche "mehr Schutz und eine schnellere Umsetzung aller vereinbarter Verteidigungsabkommen, vor allem in Bezug auf die Luftverteidigung, um diesem Luftterror jegliche Bedeutung zu nehmen", erklärte Selenskyj.

Am Samstag waren bei einem Angriff auf einen Bahnhof in Schostka in der nordöstlichen Region Sumy ukrainischen Behörden zufolge bereits ein Mensch getötet und mindestens 30 weitere verletzt worden. Unter den Verletzten seien Passagiere und Bahnangestellte. Selenskyj veröffentlichte ein Video mit einem in Flammen stehenden Waggon und sprach von einem "grausamen" Angriff. Den russischen Streitkräften habe bewusst sein müssen, dass sie Zivilisten treffen.

Dem ukrainischen Bahnchef Oleksandr Pertsowskyj zufolge verstärkt Moskau seine Luftangriffe auf die Eisenbahn-Infrastruktur, um die an der Front gelegenen Orte vor dem Winter zu isolieren.

In der Nacht zu Sonntag galt in der Ukraine ein landesweiter Luftalarm. Im benachbarten Nato-Land Polen stiegen Kampfjets auf, wie die dortige Armee im Onlinedienst X mitteilte. Die Bodenverteidigung sei in hohe Alarmbereitschaft versetzt worden, insbesondere in Gebieten in der Nähe der Ukraine, um den Luftraum des Landes zu schützen.

Mit dem Anbruch der kalten Jahreszeit hat die russische Armee auch ihre Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur wieder ausgeweitet. So startete sie diese Woche ihren größten Angriff auf die Erdgas-Infrastruktur des Nachbarlandes seit Kriegsbeginn. Bereits am Samstag führte russischer Beschuss zu Stromausfall in etwa 50.000 Haushalten in der nördlichen Region Tschernihiw.

(U.Beriyev--DTZ)

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