Deutsche Tageszeitung - Madagaskars Präsident nach Protesten: Bin an "sicherem Ort"

Madagaskars Präsident nach Protesten: Bin an "sicherem Ort"


Madagaskars Präsident nach Protesten: Bin an "sicherem Ort"
Madagaskars Präsident nach Protesten: Bin an "sicherem Ort" / Foto: © AFP

Nach Spekulationen über seine Flucht ins Ausland hat sich Madagaskars Präsident Andry Rajoelina über das Internet zu Wort gemeldet. Da sein Leben in Gefahr gewesen sei, sei er "gezwungen gewesen, einen sicheren Ort zu finden", sagte Rajoelina in einer am Montagabend im Onlinedienst Facebook verbreiteten Videoansprache. Er machte keine Angaben dazu, wo er sich aufhält.

Textgröße ändern:

Der französische Sender RFI hatte zuvor berichtet, nach wochenlangen regierungskritischen Protesten sei der Staatschef am Sonntag an Bord einer französischen Militärmaschine nach Le Réunion geflogen und von dort aus mit seiner Familie an einen unbekannten Ort weitergereist. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lehnte es am Montag ab, sich zu den Berichten über Rajoelinas angebliche Flucht zu äußern, zeigte sich zugleich jedoch "große Besorgnis" über die Lage in Madagaskar.

In den vergangenen Wochen habe es "Attentate" auf ihn und "Putschversuche" gegeben, sagte Rajoelina in seiner Ansprache. Eine Gruppe von Politikern und Militärs habe geplant, ihn zu ermorden. Der 51-Jährige forderte die Bevölkerung des vor der Küste Ostafrikas gelegenen Inselstaats auf, "die geltende Verfassung zu respektieren".

Zuletzt hatte sich Rajoelina am vergangenen Mittwoch in der Öffentlichkeit gezeigt. Am Wochenende hatte sich eine wichtige Armee-Einheit auf die Seite der Demonstranten gestellt und einen neuen Militärchef installiert. Rajoelina sprach von einem "Versuch der illegalen Machtübernahme".

Die Proteste in Madagaskar hatten vor rund drei Wochen begonnen. Auslöser waren regelmäßige Stromausfälle sowie Probleme bei der Wasserversorgung. Nach UN-Angaben wurden seit Beginn der Proteste mindestens 22 Menschen getötet und mehr als einhundert weitere verletzt. Die Demonstranten fordern Rajoelinas Rücktritt.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD baut Vorsprung in Umfrage weiter aus

Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD ihren Vorsprung auf die CDU in einer Umfrage auf 20 Prozentpunkte vergrößert. In der am Mittwoch in Köln veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für die ARD kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD auf 42 Prozent - ein Prozentpunkt mehr als bei einer vorangegangen Befragung von Ende Juli. Die CDU verliert dagegen zwei Punkte und wird aktuell bei 22 Prozent gesehen.

BSW in Thüringen stellt klar: Fraktion stimmt gegen Misstrauensvotum von AfD

Die AfD im Thüringer Landtag kann bei ihrem für Freitag angesetzten konstruktiven Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) nicht auf Stimmen des BSW zählen. Das stellte die Landtagsfraktion des BSW in Erfurt am Mittwoch nochmals klar. "Die BSW-Fraktion wird am Freitag geschlossen mit Nein stimmen", erklärte sie. Der AfD gehe es nicht um die Menschen in Thüringen, sondern um "reine Selbstinszenierung".

Selenskyj besucht ukrainische Soldaten an der Front

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben Soldaten an der Front im Südosten des Landes besucht. Er sei gemeinsam mit Armeechef Mychailo Drapaty an der Front im Sektor Oleksandriwskyj, erklärte Selenskyj am Mittwoch in Onlinediensten und veröffentlichte dazu ein Video, das die beiden im Gespräch mit Soldaten und bei dem Überreichen von Auszeichnungen zeigt. Die ukrainische Armee hatte eigenen Angaben zufolge in der Region zuletzt Gelände von den russischen Truppen zurückgewinnen können.

Menschenverachtende Posts: Universitätsklinikum Rostock stellt Oberarzt frei

Wegen mutmaßlicher menschenverachtender und rassistischer Beiträge in sozialen Medien hat das Universitätsklinikum Rostock einen Oberarzt freigestellt. Das teilte eine Sprecherin der Universitätsmedizin in Stadt am Dienstag nach einem entsprechenden Vorstandsbeschluss mit. Eine auf die Bekämpfung von Hass und Rechtsextremismus im digitalen Raum spezialisierte Initiative hatte den Fall zuvor publik gemacht und Bilder der mutmaßlichen Posts des Mediziners veröffentlicht.

Textgröße ändern: