Deutsche Tageszeitung - Perus Übergangspräsident nominiert Minister - Ex-General wird Innenminister

Perus Übergangspräsident nominiert Minister - Ex-General wird Innenminister


Perus Übergangspräsident nominiert Minister - Ex-General wird Innenminister
Perus Übergangspräsident nominiert Minister - Ex-General wird Innenminister / Foto: © AFP

Nach der Amtsenthebung der peruanischen Präsidentin Dina Boluarte in der vergangenen Woche hat Übergangspräsident José Jeri ein neues Regierungskabinett vereidigt. Zum Regierungschef machte Jeri am Dienstag den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichts, Ernesto Álvarez. Als Innenminister nominierte der Übergangspräsident den pensionierten Polizeigeneral Vicente Tiburcio, der den "Krieg gegen das Verbrechen" anführen soll.

Textgröße ändern:

Tiburcio bekämpfte in den 1990er-Jahren die maoistische Guerillaorganisation Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso), welche die peruanische Regierung als Terrororganisation einstufte. In dem Konflikt mit den Gruppen Leuchtender Pfad und Revolutionäre Bewegung Tupac Amaru (MRTA) starben zwischen 1980 und 2000 etwa 70.000 Menschen. Aufgrund seiner Erfahrung im Kampf gegen "organisierte Kriminalität, Drogenhandel und Terrorismus" sei Tiburcio zum Innenminister ernannt worden, erklärte die peruanische Regierung.

Übergangspräsident Jeri hat verkündet, die Welle von Erpressungen und Morden zu bekämpfen, die Peru seit einigen Jahren plagt. Am Dienstag warnte er Bandenanführer: "Wenn sie weiter unsere Straßen von Gefängnissen aus kontrollieren, werden wir mit mehr Entschlossenheit handeln." Alles, was geändert werden müsse, werde geändert werden. "Sie wurden gewarnt", fügte Jeri hinzu.

Die Übergangsregierung wird bis zu den planmäßigen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im April 2026 im Amt bleiben. Von den 19 Regierungsmitgliedern sind vier Frauen.

Boluarte war am vergangenen Freitag vom peruanischen Parlament ihres Amtes enthoben worden. 118 von 130 Abgeordneten stimmten für ihre Absetzung. Sie sei "dauerhaft moralisch ungeeignet", die Regierung des Landes zu führen, hieß es in einem der Anträge auf Amtsenthebung gegen Boluarte. Die nun abgesetzte Staatschefin hatte am 7. Dezember 2022 das Amt übernommen - als Nachfolgerin des ebenfalls abgesetzten und inhaftierten linksgerichteten Staatschefs Pedro Castillo. Boluartes Präsidentschaft wurde von massiven Protesten überschattet, die die Polizei mit Gewalt niederschlug. Menschenrechtsorganisationen zufolge kamen hunderte Menschen dabei ums Leben, die Staatsanwaltschaft ermittelt deswegen sowie wegen zwei weiterer mutmaßlicher Straftaten gegen sie.

Peru durchlebt derzeit eine tiefgreifende politische Krise. Boluarte war bereits das siebte peruanische Staatsoberhaupt seit 2016 - und das dritte, das vom Kongress abgesetzt wurde.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

"Völlig unverantwortlich": Republikaner kritisieren Trumps Russland-Kurs

US-Präsident Donald Trump rückt immer weiter von der Ukraine ab - und muss dafür heftige Kritik auch aus den eigenen Reihen einstecken. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte der republikanische Senator Thom Tillis am Samstag. "Wenn der Präsident die Energiepreise wirklich senken will, kann er das tun, indem er die Iran-Frage löst - nicht, indem er Wladimir Putin Gefallen erweist." Der russische Präsident führt seit fast fünf Jahren Krieg gegen die Ukraine.

Zahlreiche Verletzte und Festnahmen: Frankreich von Welle der Gewalt erschüttert

Brennende Gebäude, geplünderte Geschäfte, Straßenschlachten mit der Polizei: Frankreich ist am Wochenende von einer Welle der Gewalt erschüttert worden. Bei den Ausschreitungen am Rande von landesweiten Massenprotesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten wurden in der Nacht zum Sonntag nach Angaben des Innenministeriums mehr als 1800 Menschen festgenommen und mehr als 500 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt. Premier Sébastien Lecornu zeigte sich entsetzt.

"Wir müssen liefern": Söder fordert Umsetzung der Reformen

CSU-Chef Markus Söder hat die Bundesregierung zur Umsetzung angekündigter Reformen aufgefordert. "Wir müssen liefern", sagte Söder beim Deutschlandtag der Jungen Union am Sonntag in Bonn auch mit Blick auf das Erstarken der AfD in den Umfragen. "Ein Stillstand der Reformen aus Angst vor Diskussionen wäre wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod", betonte der bayerische Regierungschef. "Wir sind jetzt gezwungen, das Angekündigte auch umzusetzen."

Fünf Tage nach Lungen-OP: Papst spricht Angelus-Gebet vor tausenden Gläubigen

Fünf Tage nach seiner Lungenkrebsoperation hat sich Papst Leo XIV. am Sonntag erstmals wieder an die Gläubigen auf dem Petersplatz gewandt und das Angelus-Gebet gesprochen. Von seinem Arbeitszimmer im Apostolischen Palast aus sprach er zu tausenden Menschen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten. Als er sich am Fenster zeigte, riefen die Gläubigen "Es lebe der Papst!".

Textgröße ändern: