Deutsche Tageszeitung - Präsident: Ein Toter und über 100 Verletzte bei Protesten gegen Regierung in Peru

Präsident: Ein Toter und über 100 Verletzte bei Protesten gegen Regierung in Peru


Präsident: Ein Toter und über 100 Verletzte bei Protesten gegen Regierung in Peru
Präsident: Ein Toter und über 100 Verletzte bei Protesten gegen Regierung in Peru / Foto: © AFP

Bei gewaltsamen Protesten gegen die peruanische Regierung hat es in Lima in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben des Übergangspräsidenten José Jerí ein Todesopfer und mehr als 100 Verletzte gegeben. "Ich bedauere den Tod des 32-jährigen Eduardo Ruiz Sanz", erklärte Jerí im Onlinedienst X. Zuvor hatte er von 75 Verletzten gesprochen und erklärt, 55 von ihnen seien Polizisten, die übrigen 20 seien Zivilisten.

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Jerí war erst vor knapp einer Woche zum Staatschef Perus ernannt worden, nachdem Präsidentin Dina Boluarte vom Parlament abgesetzt worden war.

Tausende Demonstranten versammelten sich in der Nähe des Kongressgebäudes in Lima. In Arequipa, Cusco, Puno und anderen Städten gingen Menschen ebenfalls aus Protest gegen die Regierung auf die Straße. Es habe ein "hohes Maß an Gewalt, Beschädigung öffentlichen Eigentums und Angriffen auf Polizisten" gegeben, sagte der Polizeikommandeur Óscar Arriola dem Radiosender RPP. Drei Demonstranten seien festgenommen worden. Übergangspräsident Jerí verurteilte die Gewalt einer "kleinen Gruppe" von Demonstranten, die eine "friedliche Demonstration" unterwandert habe.

Peru durchlebt derzeit eine tiefgreifende politische Krise. Boluarte war bereits das siebte Staatsoberhaupt seit 2016 - und das dritte, das vom Kongress abgesetzt wurde. Zu den Protesten am Mittwoch hatten verschiedene Gruppen bereits vor Boluartes Absetzung aufgerufen, um ihre Unzufriedenheit mit der politischen Klasse zum Ausdruck zu bringen. Die Proteste vor allem junger Menschen richteten sich auch gegen die beispiellose Zahl von Morden und Erpressungen im Zusammenhang mit organisiertem Verbrechen in dem Land.

Boluarte war am vergangenen Freitag vom peruanischen Parlament ihres Amtes enthoben worden. 118 von 130 Abgeordneten stimmten für ihre Absetzung. Sie sei "dauerhaft moralisch ungeeignet", die Regierung des Landes zu führen, hieß es in einem der Anträge auf Amtsenthebung gegen Boluarte. Die nun abgesetzte Staatschefin hatte am 7. Dezember 2022 das Amt übernommen - als Nachfolgerin des ebenfalls abgesetzten und inhaftierten linksgerichteten Staatschefs Pedro Castillo.

Boluartes Präsidentschaft wurde von massiven Protesten überschattet, die die Polizei mit Gewalt niederschlug. Menschenrechtsorganisationen zufolge kamen hunderte Menschen dabei ums Leben.

Der rechtsgerichtete Übergangspräsident Jerí hatte am Dienstag ein neues Regierungskabinett vereidigt. Gegen den neuen Staatschef gingen in Lima auch feministische Organisationen auf die Straße. Jerí war im Dezember 2024 wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung angezeigt worden, die er begangen haben soll, als er noch Abgeordneter war. Im August war die Anzeige der Staatsanwaltschaft zufolge aus Mangel an Beweisen zu den Akten gelegt worden.

(V.Sørensen--DTZ)

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