Deutsche Tageszeitung - Vertreter von Pakistan und Afghanistan treffen sich zu Gesprächen in Katar

Vertreter von Pakistan und Afghanistan treffen sich zu Gesprächen in Katar


Vertreter von Pakistan und Afghanistan treffen sich zu Gesprächen in Katar
Vertreter von Pakistan und Afghanistan treffen sich zu Gesprächen in Katar / Foto: © AFP

Nach dem Ende einer zweitägigen Waffenruhe zwischen Pakistan und Afghanistan werden Vertreter beider Staaten am Samstag zu Gesprächen in Katar zusammenkommen. Das pakistanische Staatsfernsehen berichtete, Verteidigungsminister Khawaja Asif und Geheimdienstchef General Asim Malik würden "heute zu Gesprächen mit afghanischen Taliban nach Doha" reisen. Pakistan hatte am Freitag mit Luftangriffen auf Ziele in Afghanistan eine zweitägige Waffenruhe beendet.

Textgröße ändern:

Die afghanische Taliban-Regierung bestätigte, dass Gespräche stattfinden würden. Eine hochrangige Delegation des "islamischen Emirats, angeführt von Verteidigungsminister Mohammed Jakub", sei nach Doha aufgebrochen, erklärte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid.

Bei den pakistanischen Angriffen waren afghanischen Angaben zufolge am Freitag mindestens zehn Menschen getötet worden. "Pakistan hat die Waffenruhe gebrochen" und habe drei Orte in der Provinz Paktika bombardiert, sagte ein hochrangiger Vertreter der Taliban der Nachrichtenagentur AFP. Er kündigte "Vergeltung" an.

In pakistanischen Sicherheitskreisen war von "präzisen Luftschlägen" die Rede, die sich gegen eine Taliban-Gruppe gerichtet hätten, der die Beteiligung an einem Anschlag in Pakistan vorgeworfen wird. Die nach pakistanischen Angaben bei der Attacke ins Visier genommene Hafis-Gul-Badahur-Gruppe ist mit den pakistanischen Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) verbunden.

Der Regierung in Islamabad zufolge war die Gruppe an einem Selbstmordattentat in der nordpakistanischen Grenzregion Nordwasiristan beteiligt, bei der sieben pakistanische Sicherheitskräfte getötet wurden.

Mit dem Angriff beendete Pakistan eine am Mittwochabend begonnene Feuerpause. Diese hatte tagelange militärische Auseinandersetzungen zwischen beiden Staaten mit Dutzenden Toten zunächst beendet.

Pakistan hatte am Mittwoch erklärt, die Waffenruhe solle nach 48 Stunden auslaufen. Die afghanische Taliban-Regierung erklärte dagegen, die Waffenruhe bleibe in Kraft, bis Pakistan sie verletze.

Seit der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 hat es wiederholt Scharmützel zwischen Einheiten der beiden Nachbarländer gegeben. Pakistan wirft Afghanistan seit Langem vor, Milizen Schutz zu gewähren, die in Pakistan Anschläge verüben. Die Taliban-Regierung in Kabul bestreitet dies.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Trump bestätigt: Waffenruhe im Iran-Krieg gilt nicht für den Libanon

US-Präsident Donald Trump hat israelische Angaben bestätigt, wonach die Waffenruhe im Iran-Krieg nicht für den Libanon gilt. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagte Trump dem Sender PBS. Auf die Frage, ob er mit den anhaltenden israelischen Angriffen auf die Hisbollah einverstanden sei, antwortete Trump nach Angaben von PBS-Reporterin Liz Landers, das sei "Teil der Einigung" und werde später geregelt.

International Erleichterung über Waffenruhe im Iran-Krieg - Golfstaaten melden neue Angriffe

Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg hat international für Erleichterung gesorgt: Mehrere europäische Staaten und Kanada begrüßten am Mittwoch die von US-Präsident Donald Trump verkündete "beidseitige Waffenruhe" mit dem Iran, ähnlich äußerten sich China und Russland. Auch die Börsen reagierten positiv. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Waffenruhe indes als "zerbrechlich". Mehrere Golfstaaten meldeten weitere iranische Angriffe.

Zehn Festnahmen nach Schusswechsel vor israelischem Konsulat in Istanbul

Im Zusammenhang mit dem Schusswechsel vor dem israelischen Konsulat in Istanbul am Dienstag haben die türkischen Sicherheitskräfte zehn Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen seien zwei der Angreifer, die bei der Schießerei verletzt wurden, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. "Die Zahl der Festgenommenen, einschließlich der beiden Terroristen im Krankenhaus, ist auf zehn gestiegen", zitierte Anadolu einen Ermittler.

"Größter Angriff" seit Kriegsbeginn: Israel setzt Attacken gegen Hisbollah im Libanon fort

Ungeachtet der Iran-Waffenruhe hat Israel nach Armeeangaben am Mittwoch im Libanon den "größten koordinierten Angriff" auf die Hisbollah-Miliz seit Kriegsbeginn geflogen. Angegriffen wurden demnach Ortschaften im Süden des Libanon und südliche Vororte der Hauptstadt Beirut, das libanesische Gesundheitsministerium schrieb von Dutzenden Toten. Libanons Präsident Joseph Aoun erklärte sich unterdessen bereit, einem Abkommen über eine dauerhafte Friedensordnung in der Region beizutreten. Die Bundesregierung rief Israel zur Mäßigung auf.

Textgröße ändern: