Deutsche Tageszeitung - Nach Herzinfarkt: Linken-Fraktionschef Pellmann für offenen Umgang mit Stress

Nach Herzinfarkt: Linken-Fraktionschef Pellmann für offenen Umgang mit Stress


Nach Herzinfarkt: Linken-Fraktionschef Pellmann für offenen Umgang mit Stress
Nach Herzinfarkt: Linken-Fraktionschef Pellmann für offenen Umgang mit Stress / Foto: © AFP/Archiv

Linken-Fraktionschef Sören Pellmann hat nach seinem Herzinfarkt im Juli einen offeneren Umgang mit Stress und Belastung in der Politik gefordert. "Viele Abgeordnete denken, das betreffe sie nicht. Krankheit ist in der Politik wie in der Gesellschaft ein Tabu, ob psychisch oder organisch, Abhängigkeit erst recht", sagte Pellmann der Zeitung "Welt" am Sonntag.

Textgröße ändern:

Spitzenpolitik bringe Risikofaktoren wie "ungesunde, unregelmäßige Ernährung, zu wenig Bewegung und Stress" mit sich, sagte der 48-Jährige. "In Bundestags-Sitzungswochen hat man locker zehn, elf, zwölf Termine am Tag, keine Pausen, keine Auszeit. Man hetzt von Gespräch zu Termin zur Rede im Parlament."

Die Allgegenwart von Alkohol verstärke die Gefahren von Dauerstress und öffentlicher Beobachtung. "Man kann in Sitzungswochen von Empfang zu Empfang ziehen und Wein oder Bier trinken. Wenn man bei Abendempfängen ein Glas Wasser oder Saft trinkt, heißt es schnell: Der ist eine Spaßbremse. Oder: Der hat ein Problem mit Alkohol." Er denke, es gebe eine hohe Dunkelziffer alkoholabhängiger Politikerinnen und Politiker.

Wie der Linken-Politiker sagte, wurde ihm nach dem nach einer Parteiveranstaltung abends im Hotel erlittenen Herzinfarkt über einen Katheter ein Stent in eine Arterie gesetzt. "Das war krass. Hätte ich die Anzeichen nicht ernst genommen, hätte ich die Nacht wohl nicht überlebt."

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Sechs Tote und Dutzende Verletzte bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei russischen Angriffen mit Raketen, Drohnen und Lenkbomben sind in der Ukraine am Samstag nach neuen Angaben sechs Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj erklärte im Onlinedienst X, Russland habe sein Land in der Nacht mit mehr als 120 Drohnen und zwölf Raketen angegriffen. "Zivile Infrastruktur wurde getroffen, bevor Luftalarm ausgerufen wurde", ergänzte der Präsident.

Chamenei kündigt Rache für Tötung seines Vaters an - Trump droht Iran mit Vernichtung

Trotz weiter geplanter Gespräche rücken Washington und Teheran nicht von ihrem Konfrontationskurs ab. Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei kündigte am Samstag "Rache" an für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar. US-Präsident Donald Trump drohte seinerseits dem Iran für den Fall eines auf ihn verübten Mordanschlags mit der "vollständigen" Vernichtung. Washington setzte Teheran zudem laut Berichten ein Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormus.

Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - Selenskyj fordert rasche Patriot-Lizenz

Russland hat seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fortgesetzt - dabei wurden nach offiziellen Angaben am Samstag mindestens elf Menschen verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Armee habe "die meisten" Flugkörper abgeschossen, "aber nicht die ballistischen". Er appellierte an die USA, die zugesagte Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen rasch zu erteilen. In den USA zeichnen sich derweil verschärfte Russland-Sanktionen ab.

Irans oberster Führer droht mit Rache für Tötung seines Vaters

Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei hat Vergeltung angekündigt für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar. "Diese Rache ist der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollzogen werden", schrieb er in einem am Samstag veröffentlichten Brief.

Textgröße ändern: