Deutsche Tageszeitung - Reise nach Katar: Erdogan strebt Kauf von gebrauchten Eurofighter-Kampfjets an

Reise nach Katar: Erdogan strebt Kauf von gebrauchten Eurofighter-Kampfjets an


Reise nach Katar: Erdogan strebt Kauf von gebrauchten Eurofighter-Kampfjets an
Reise nach Katar: Erdogan strebt Kauf von gebrauchten Eurofighter-Kampfjets an / Foto: © AFP

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist am Dienstag zu einem Besuch nach Katar aufgebrochen, wo er offenbar Gespräche über den Kauf von gebrauchten Eurofighter-Kampfjets anstrebt. Die Türkei wolle "gebrauchte Eurofighter aus Katar" erwerben, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus türkischen Sicherheitskreisen. Nach Angaben seines Büros wird Erdogan den Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, voraussichtlich am Mittwoch treffen.

Textgröße ändern:

Aus türkischen Sicherheitskreisen hieß es, die Türkei habe Katar im Gegenzug für die Eurofighter-Kampfjets den Zugang zu ihrem Kampfjet der neuen Generation, dem Kaan, angeboten. Bislang sei "kein konkreter Fortschritt" erzielt worden. Die Verhandlungen seien noch im Gange.

Die Türkei will ihre Luftwaffe modernisieren und hat in den vergangenen Jahren versucht, 40 Eurofighter-Kampfjets des Typs Typhoons zu kaufen. Der Typhoon wird in einem Konsortium gebaut, dem neben Großbritannien und Deutschland auch noch Italien und Spanien angehören.

Aus Sicht einiger Verteidigungsexperten sind die Bemühungen der Türkei, Eurofighter zu erwerben, allerdings ein strategischer Bluff. Die Türkei will demnach Druck auf die US-Regierung auszuüben, um wieder in das F-35-Projekt aufgenommen zu werden. "Oberste Priorität" hätten für die Türkei "weiterhin die Projekte F-16 und F-35", hieß es aus türkischen Sicherheitskreisen.

Während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hatte die Regierung in Washington Ankara wegen eines Rüstungsdeals mit Moskau vom Kauf von F-35-Kampfjets ausgeschlossen. Für Ärger sorgte damals insbesondere die Entscheidung Ankaras, von Russland das Luftabwehrsystem S-400 zu kaufen. Nato-Verbündete befürchteten, dass Russland so Einblick in die Aktivitäten westlicher Kampfjets erhalten könnte.

Erdogan äußerte sich im Mai jedoch zuversichtlich darüber, dass die Sanktionen schnell aufgehoben würden. Sein Treffen mit Trump im vergangenen Monat hat diese Hoffnungen weiter bestärkt.

Der US-Sondergesandte Tom Barrack, der auch Botschafter der USA in der Türkei ist, hatte im Juni erklärt, die US-Sanktionen würden wahrscheinlich bis Ende des Jahres aufgehoben. Aus türkischen Sicherheitskreisen hieß es nun, dass es aufgrund des "aktuellen Stillstands im US-Kongress" wahrscheinlich noch etwas länger dauern werde.

In den USA war am 1. Oktober eine Haushaltssperre in Kraft getreten, nachdem sich Trumps Republikaner und die Demokraten im Kongress nicht auf einen Übergangshaushalt einigen konnten.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Chamenei kündigt Rache für Tötung seines Vaters an - Trump droht Iran mit Vernichtung

Trotz weiter geplanter Gespräche rücken Washington und Teheran nicht von ihrem Konfrontationskurs ab. Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei kündigte am Samstag "Rache" an für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar. US-Präsident Donald Trump drohte seinerseits dem Iran für den Fall eines auf ihn verübten Mordanschlags mit der "vollständigen" Vernichtung. Washington setzte Teheran zudem laut Berichten ein Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormus.

Verletzte bei russischen Angriffen auf Kiew - Selenskyj fordert rasche Patriot-Lizenz

Russland hat seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fortgesetzt - dabei wurden nach offiziellen Angaben am Samstag mindestens elf Menschen verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Armee habe "die meisten" Flugkörper abgeschossen, "aber nicht die ballistischen". Er appellierte an die USA, die zugesagte Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen rasch zu erteilen. In den USA zeichnen sich derweil verschärfte Russland-Sanktionen ab.

Irans oberster Führer droht mit Rache für Tötung seines Vaters

Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei hat Vergeltung angekündigt für die Tötung seines Vaters Ali Chamenei bei den US-israelischen Angriffen Ende Februar. "Diese Rache ist der Wille unserer Nation und muss unweigerlich vollzogen werden", schrieb er in einem am Samstag veröffentlichten Brief.

Grüne pochen auf Festhalten an Treibhausgasneutralität bis 2045

Die Grünen pochen darauf, an dem gesetzlich festgelegten Ziel festzuhalten, bis 2045 Treibhausgasneutralität in Deutschland zu erreichen. "Das verbindliche Klimaziel 2045 gibt Planungs- und Zukunftssicherheit", sagte Bundestags-Fraktionsvize Julia Verlinden am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Hintergrund sind Forderungen von Wirtschaftsvertretern sowie der Gewerkschaft IGBCE, die Klimaschutzvorgabe aufzuschieben.

Textgröße ändern: