Deutsche Tageszeitung - Studie: 17 Prozent der Deutschen haben rechtspopulistisches Weltbild

Studie: 17 Prozent der Deutschen haben rechtspopulistisches Weltbild


Studie: 17 Prozent der Deutschen haben rechtspopulistisches Weltbild
Studie: 17 Prozent der Deutschen haben rechtspopulistisches Weltbild / Foto: © AFP/Archiv

Rund 17 Prozent der Deutschen haben einer Studie zufolge ein rechtspopulistisches Weltbild. Wie die Universität Hohenheim in Stuttgart am Donnerstag mitteilte, lag der Anteil im Osten Deutschlands mit 28 Prozent deutlich höher als im Westen mit 15 Prozent. Besonders stark vertreten waren entsprechende Einstellungen bei Männern zwischen 45 und 59 Jahren, am seltensten bei Frau über 60 Jahren.

Textgröße ändern:

Der Anteil der Menschen mit rechtspopulistischem Weltbild blieb demnach im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Bei acht Prozent der Befragten finde sich ein sehr starker Grad an Populismus, bei neun Prozent ein starker Grad, hieß es weiter.

Etwa ein Viertel der Befragten stimmte der Aussage zu, Politik in Deutschland werde von "geheimen Mächten" gesteuert. Rund 23 Prozent meinten, dass Politiker und andere Führungspersönlichkeiten "Marionetten dahinterstehender Mächte" seien. 14 Prozent glaubten demnach, Deutschland gleiche inzwischen mehr einer Diktatur als einer Demokratie.

Zugleich ist der Studie zufolge das Misstrauen gegen Massenmedien groß. 22 Prozent der Befragten unterstellten den Massenmedien Manipulation. 21 Prozent waren überzeugt, Massenmedien würden die Bevölkerung systematisch belügen.

Dementsprechend nutzen Menschen mit populistischem Weltbild klassische Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen seltener und informieren sich häufiger über soziale Netzwerke. Dort dominierten oft negative Meldungen, was Pessimismus und gesellschaftliches Misstrauen verstärke, hieß es weiter.

Für die nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage befragte das Institut Forsa im Auftrag der Universität Hohenheim im August und September bundesweit 4057 Menschen ab 16 Jahren. Die Befragung für das sogenannte Demokratie-Monitoring findet jährlich seit 2021 statt.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Trump setzt vom US-Kongress beschlossenes Sanktionspaket gegen Russland aus

Eine Woche nach dem Diesel-Deal mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump die Anwendung verschärfter Sanktionen gegen Russland vorerst gestoppt. Per Dekret setzte er am Freitag (Ortszeit) ein im September beschlossenes Sanktionspaket aus, das sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor richtete.

Landesweite Proteste in Frankreich für bessere Bildung und gegen hohe Lebenshaltungskosten

In Frankreich wollen am Samstag zehntausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände an Schulen demonstrieren. Die Behörden rechnen landesweit mit mehr als 500 Protestaktionen, befürchtet werden dabei Ausschreitungen wie bei den Schülerprotesten der vergangenen Wochen. Premierminister Sébastien Lecornu hat deswegen die Einrichtung eines Krisenstabs angeordnet. Geplant ist unter anderem eine Großdemonstration in der Hauptstadt Paris.

Vor US-Kongresswahlen: "No Kings"-Bewegung ruft zu Protesten auf

Gut zwei Wochen vor den Kongresswahlen in den USA ruft die Protestbewegung "No Kings" (Keine Könige) für Samstag zu landesweiten Demonstrationen auf. Die Wahlen müssten vor "Sabotage" geschützt werden, erklärten die Organisatoren. Zu Massenkundgebungen gegen Präsident Donald Trump Ende März waren laut der Bewegung landesweit mindestens acht Millionen Menschen geströmt.

Diplomat: Alle Bewerber um Amt des UN-Generalsekretärs fallen bei Vetomächten durch

Bei der jüngsten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat sind nach Diplomaten-Angaben alle sieben Kandidaten für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres auf Ablehnung bei den ständigen Ratsmitgliedern gestoßen. Bei dem Votum am Freitag habe sich keiner der Bewerber die Unterstützung aller fünf Vetomächte sichern können, hieß es aus Diplomatenkreisen. Die Abstimmung dürfte den Weg für neue Kandidaturen ebnen.

Textgröße ändern: