Deutsche Tageszeitung - Ungarischer Nationalfeiertag: Regierung und Opposition mobilisieren Zehntausende

Ungarischer Nationalfeiertag: Regierung und Opposition mobilisieren Zehntausende


Ungarischer Nationalfeiertag: Regierung und Opposition mobilisieren Zehntausende
Ungarischer Nationalfeiertag: Regierung und Opposition mobilisieren Zehntausende / Foto: © AFP

Am Jahrestag des Volksaufstands 1956 in Ungarn haben zehntausende Menschen in der Hauptstadt Budapest demonstriert - sowohl Anhänger der Regierung, als auch der Opposition. Die Anhänger der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz folgten am Donnerstag dem Aufruf zu einem sogenannten Friedensmarsch, der in eine Kundgebung von Ministerpräsident Viktor Orban auf dem Kossuth-Platz vor dem Parlament mündete. Bei einem konkurrierenden "nationalen Marsch" der Opposition forderten die Teilnehmenden derweil auf zahlreichen Plakaten ein Ende der Regierung Orban und eine politische Wende in Ungarn.

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"Diejenigen, die glauben, sie würden einen Regierungswechsel (in Ungarn) unterstützen, unterstützen in Wirklichkeit den Krieg, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht", sagte der prorussische Regierungschef vor zahlreichen fahnenschwenkenden Anhängern. Wegen seiner Rede bei der Kundgebung fehlte Orban, dessen Regierung bei zahlreichen Themen mit Brüssel über Kreuz liegt, zunächst beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der EU, das am Morgen in Brüssel mit Gesprächen über die Unterstützung der Ukraine begonnen hatte.

Die Teilnehmenden des sogenannten Friedensmarsches waren zuvor durch die Innenstadt von Budapest marschiert. Viele hielten Plakate mit der Aufschrift "Wir wollen nicht für die Ukraine sterben" in die Luft. In seiner Rede warf der ungarische Ministerpräsident Brüssel vor, Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg zu unterminieren.

Bei der rivalisierenden Kundgebung, dem "nationalen Marsch" der Opposition, versammelten sich unterdessen ebenfalls Zehntausende. Der konservative Oppositionsführer Peter Magyar hatte wiederholt gegen die von ihm als "korrupt" bezeichnete politische Führung Wahlkampf betrieben. Voraussichtlich im April findet in Ungarn die nächste Parlamentswahl statt.

Seit Orbans Rückkehr an die Macht im Jahr 2010 waren vor Wahlen wiederholt als "Friedensmärsche" bezeichnete Kundgebungen zur Unterstützung der Fidesz-Partei abgehalten worden.

(L.Møller--DTZ)

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