Deutsche Tageszeitung - OECD-Bericht: Dauerhafte Einwanderung geht leicht zurück

OECD-Bericht: Dauerhafte Einwanderung geht leicht zurück


OECD-Bericht: Dauerhafte Einwanderung geht leicht zurück
OECD-Bericht: Dauerhafte Einwanderung geht leicht zurück / Foto: © AFP/Archiv

Nach drei Jahren mit steigender Tendenz ist die Zahl der dauerhaften Neueinwanderer in OECD-Länder im vergangenen Jahr erstmals leicht zurückgegangen. Die 38 Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verzeichneten für 2024 insgesamt 6,2 neue Einwanderer, wie aus einem am Montag in Brüssel veröffentlichten Bericht der Organisation hervorgeht. Dies entspricht einem Rückgang um vier Prozent.

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Die Zahl sei aber immer noch einem "historischen Hoch", stellte die Organisation fest. Sie liege etwa 15 Prozent höher als 2019 vor der Corona-Pandemie.

Der wichtigste Grund ist demnach der Nachzug von Familienmitgliedern. Die Zahl der Arbeitsmigranten sei hingegen nach einem "anhaltenden" Anstieg seit 2020 um 21 Prozent zurückgegangen.

Die Hälfte der Migranten verteilen sich dem Bericht zufolge auf fünf Länder. Auf die USA entfallen dabei 1,42 Millionen dauerhaften Neueinwanderern, dahinter auf dem zweiten Platz liegt Deutschland mit 586.000 Menschen. Es folgen Kanada, Großbritannien und Spanien.

Dabei ist die Zahl der Migranten in mehreren europäischen Ländern deutlich zurückgegangen: Deutschland verzeichnete demnach zwölf Prozent weniger dauerhafte Migranten als 2023.

In Großbritannien ging die Einwanderung nach OECD-Angaben um 41 Prozent zurück. Dies erkläre sich vor allem durch einen Politikwechsel bei der Vergabe von Visa für Angehörige von Migranten, die im Gesundheitssektor arbeiten.

In den USA stieg die Zahl der dauerhaften Einwanderer 2024 - in der Amtszeit von Präsident Joe Biden - hingegen um 20 Prozent.

"Migrationsströme tragen dazu bei, Arbeitskräftemangel zu beheben und die Widerstandsfähigkeit der OECD-Länder zu unterstützen", betonte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. Hinsichtlich der großen Einkommensunterschiede zwischen Migranten und Einheimischen forderte er größere Anstrengungen, um Neuankömmlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dazu zählten etwa die einfachere Anerkennung ausländischer Qualifikationen und eine bessere Förderung des Spracherwerbs und der Weiterbildung.

Unterdessen stieg die Zahl der Asylbewerber in OECD-Ländern weiter an und erreichte mit 3,1 Millionen neuen Anträgen einen neuen Höchststand. Dies entspricht einem Anstieg um 13 Prozent im Vergleich zu 2023. An der Spitze der Herkunftsländer standen Venezuela, Kolumbien und Syrien.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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