Deutsche Tageszeitung - Chile: Linkskandidatin Jara und Ultrarechter Kast dürften in Stichwahl einziehen

Chile: Linkskandidatin Jara und Ultrarechter Kast dürften in Stichwahl einziehen


Chile: Linkskandidatin Jara und Ultrarechter Kast dürften in Stichwahl einziehen
Chile: Linkskandidatin Jara und Ultrarechter Kast dürften in Stichwahl einziehen / Foto: © AFP

Bei der Präsidentschaftswahl in Chile zeichnet sich eine Stichwahl zwischen der Linkskandidatin Jeannette Jara und dem ultrarechten Politiker José Antonio Kast ab. Beim ersten Wahlgang am Sonntag lag Jara nach Auszählung von mehr als 50 Prozent der Stimmen bei 26,58 Prozent und Kast bei 24,32 Prozent. Im Rennen um die Nachfolge des linksgerichteten Präsidenten Gabriel Boric findet am 14. Dezember die Stichwahl statt.

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Jara gehört der Kommunistischen Partei des südamerikanischen Landes an, sie gilt aber als gemäßigt links und tritt als Kandidatin eines Mitte-Links-Bündnisses an. Kast tritt für die Republikanische Partei an und bewirbt sich bereits zum dritten Mal um das Präsidentenamt.

Der 59-jährige Anwalt und Vater von neun Kindern rechnet sich für die Stichwahl gute Chancen aus: Die Wähler anderer Bewerber aus dem rechten Lager - darunter der Rechtsradikale Johannes Kaiser - könnten ihn im zweiten Wahlgang unterstützen. Kast wäre der erste Rechtsaußen-Präsident in Chile seit dem Ende der Herrschaft von Diktator Augusto Pinochet (1973-1990).

Im ersten Wahlgang gab es acht Kandidaten. Wichtigste Themen im Wahlkampf waren der Kampf gegen kriminelle Banden sowie die Einwanderung. In der Amtszeit des scheidenden Präsidenten Boric ist die Mordrate zwar um zehn Prozent gesunken, doch die zunehmende Gewalt krimineller Banden bereitet vielen Chilenen Sorgen. Zudem verzeichnete das Land einen Anstieg der Migrationszahlen. Eine Mehrheit der Chilenen bringt den Anstieg der Kriminalität mit der illegalen Einwanderung in Verbindung.

(W.Novokshonov--DTZ)

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