Deutsche Tageszeitung - Suche nach Guterres-Nachfolge als UN-Generalsekretär beginnt

Suche nach Guterres-Nachfolge als UN-Generalsekretär beginnt


Suche nach Guterres-Nachfolge als UN-Generalsekretär beginnt
Suche nach Guterres-Nachfolge als UN-Generalsekretär beginnt / Foto: © AFP/Archiv

Bei den Vereinten Nationen in New York hat der Auswahlprozess für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres ab 2027 begonnen. Alle 193 Mitgliedsstaaten wurden am Dienstag (Ortszeit) in einem Schreiben von UN-Führungskräften dazu aufgerufen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für das politisch einflussreichste Amt der Vereinten Nationen zu nominieren. Gesucht werde eine Person mit umfassenden Erfahrungen in der Diplomatie und den internationalen Beziehungen sowie guten Sprachkenntnissen.

Textgröße ändern:

"Das Amt des Generalsekretärs ist von großer Bedeutung und erfordert ein Höchstmaß an Effizienz, Kompetenz und Integrität sowie ein festes Bekenntnis zu den Zielen und Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen", heißt es in dem am Dienstag (Ortszeit) versandten Schreiben der Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock, und des amtierenden Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrats, Michael Imran Kanu.

Kandidatinnen und Kandidaten müssen von einem Staat oder einer Gruppe von Staaten vorgeschlagen werden und dabei eine Vision für ihre Kandidatur sowie eine Liste ihrer Finanzierungsquellen vorlegen.

Die Mitgliedsstaaten sollten dem Schreiben zufolge insbesondere "die Nominierung von Frauen ernsthaft in Betracht zu ziehen". Bislang hat noch keine Frau den höchsten UN-Posten bekleidet. Zudem solle auf "regionale Vielfalt" geachtet werden, hieß es weiter. In der 80-jährigen Geschichte der Vereinten Nationen wurde bei der Vergabe des UN-Spitzenamts meist einer geografischen Rotation gefolgt. Demnach wäre dieses Mal Lateinamerika an der Reihe.

Im Gespräch sind bislang die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, der argentinische Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, sowie die derzeitige Chefin der UN-Organisation für Handel und Entwicklung (Unctad), Rebeca Grynspan aus Costa Rica.

Nach erfolgter Nominierung werden die Kandidatinnen und Kandidaten einer öffentlichen Befragung unterzogen. Dies ist Teil eines Transparenzverfahrens, das 2016 eingeführt wurde.

Ende Juli 2026 beginnt das formelle Wahlverfahren im UN-Sicherheitsrat. Die fünf ständigen Ratsmitglieder USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich haben dabei ein Vetorecht. Nach mehreren Wahlgängen wird der Sicherheitsrat dann im Oktober der Vollversammlung einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Guterres' Mandat läuft am 31. Dezember 2026 ab.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Vor erwarteten Friedensverhandlungen in Pakistan: USA und Iran erhöhen den Druck

Vor dem erwarteten Beginn der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan haben beide Seiten den Druck erhöht. Der US-Vizepräsident und designierte Verhandlungsführer JD Vance warnte Teheran am Freitag vor seiner Abreise davor, "Spielchen zu spielen". Auf iranischer Seite bestand Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf darauf, dass noch vor Beginn der Gespräche ein Waffenstillstand im Libanon in Kraft treten und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden müssten.

Handfester Koalitionskrach um Entlastungen - Merz zählt Reiche an

Der Streit um Lösungen in der Energiepreiskrise hat sich zu einem handfesten Koalitionskrach ausgewachsen. Nachdem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) offen auf Konfrontationskurs zu Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) gegangen war, wurde sie von Kanzler Friedrich Merz (CDU) angezählt. Merz sei "befremdet" über den Streit und mahne Reiche zur Zurückhaltung, wie aus seinem Umfeld verlautete. Die SPD warf Reiche koalitionsschädigendes Verhalten vor.

Streit um Energiepolitik: Merz kritisiert Reiche

Im Koalitionsstreit um die Energiepolitik hat Bundeskanzler Friedrich Merz Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) zur Zurückhaltung aufgefordert. Der Kanzler sei "befremdet" über den öffentlichen Schlagabtausch, hieß es am Freitag aus dem Umfeld des Bundeskanzlers. Merz mahne die Koalitionäre zur Geschlossenheit. Es gehe jetzt um das Land, nicht um Parteibefindlichkeiten.

Vance zu Iran-Friedensgesprächen nach Pakistan aufgebrochen

US-Vizepräsident JD Vance hat die USA am Freitag in Richtung Pakistan verlassen, wo er mit Vertretern aus Teheran über eine Friedenslösung im Iran-Krieg verhandeln will. "Wir werden versuchen, positive Verhandlungen zu führen", sagte Vance vor seinem Abflug vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews vor den Toren der US-Hauptstadt Washington.

Textgröße ändern: