Deutsche Tageszeitung - Banaszak: Grüne müssen ihr Profil wieder schärfen

Banaszak: Grüne müssen ihr Profil wieder schärfen


Banaszak: Grüne müssen ihr Profil wieder schärfen
Banaszak: Grüne müssen ihr Profil wieder schärfen / Foto: © AFP/Archiv

Grünen-Parteichef Felix Banaszak hat seine Partei vor dem Bundesparteitag am Wochenende in Hannover aufgerufen, ihr Profil wieder zu schärfen. "Wir haben in den letzten Jahren alle Aufmerksamkeit auf zwei Figuren - auf Robert Habeck und Annalena Baerbock – fokussiert", sagte Banaszak am Donnerstag im Podcast "Berlin Playbook" des Portals Politico. "Jetzt ist es unsere Aufgabe, Profil zu entwickeln."

Textgröße ändern:

Zur Präsenz der aktuellen Grünen-Spitze in der öffentlichen Wahrnehmung sagte Banaszak: "Ich glaube, ich habe in den letzten Wochen ein paar Akzente gesetzt". Er selbst stehe "für eine konsequent sozial gerechte, ökologische Politik und dafür, dass wir uns die Debatte zumuten, die in der Gesellschaft geführt wird."

Mit Blick auf die auch bei den Grünen kontrovers geführte Debatte über die Wehrpflicht sagte der Parteivorsitzende: "Meine persönliche Haltung ist, es ist richtig, jetzt alles dafür zu tun, dass die Bundeswehr genug Leute bekommt." Für die notwendige Verteidigungsfähigkeit werde nicht nur Material, sondern auch Personal gebraucht. Skeptisch äußerte sich Banaszak allerdings zu einem möglichen Losverfahren für die Auswahl von Wehrdienstleistenden. Dies sei "ein schlechtes Signal an junge Menschen".

Auch Ko-Parteichefin Franziska Brantner sagte den Sendern RTL und ntv, es müsse sichergestellt werden, "dass unser Land auch in Krisenzeiten gut dasteht, dass wir auch wehrhaft sind, wenn es darauf ankommt". Auf dem Grünen-Parteitag soll es auch um eine Positionierung der Partei zum Wehrdienst gehen. Dabei stehen unterschiedliche Modelle zur Debatte, neben der Beschränkung auf eine verpflichtende Wehrerfassung auch das eines verpflichtenden Gesellschaftsjahrs für alle jungen Menschen, das in unterschiedlichen Bereichen geleistet werden könnte.

Banaszak pochte vor dem Parteitag auch auf eine stärkere Besteuerung von Digitalkonzernen. "Das wäre ein wichtiger Schritt", sagte der Grünen-Vorsitzende der "Rheinischen Post". Diese Unternehmen würden mit geringer Beschäftigung hohe Gewinne durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erzielen, argumentierte er.

Der Bundesparteitag der Grünen beginnt am Freitagnachmittag. Dabei geht es zunächst um eine allgemeine Aussprache zur politischen Lage. Am Samstag stehen die Themen Energie und Klima im Vordergrund, außerdem am Abend außenpolitische Fragen.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Selenskyj verteidigt Helm eines Olympia-Athleten mit im Krieg getöteten Ukrainern darauf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Athleten seines Landes bei den Olympischen Winterspielen verteidigt, der beim Training einen Helm mit Abbildungen von im Krieg getöteten Soldaten trug. "Ich danke dem Fahnenträger unserer Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen, Wladislaw Heraskewytsch, dafür, dass er die Welt an den Preis unseres Kampfes erinnert hat", erklärte Selenskyj am Dienstag im Onlinedienst X.

Letzte Generation: Anklage wegen Bildung krimineller Vereinigung zugelassen

Fünf Klimaaktivisten der Gruppe Letzte Generation müssen sich vor einem Brandenburger Gericht wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung verantworten. Die Staatsschutzkammer des Landgerichts Potsdam ließ eine entsprechende Anklage der Staatsanwaltschaft Neuruppin zu, wie das Gericht am Dienstag in der brandenburgischen Landeshauptstadt mitteilte. Den Klimaaktivisten zufolge ist es das erste Mal, dass ein deutsches Gericht eine Anklage gegen Mitglieder der Letzten Generation wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zulässt.

Jahrelang in Syrien beim IS: Anklage gegen Deutschmarokkanerin erhoben

Weil sie jahrelang in Syrien für den IS tätig gewesen sein soll, soll sich eine Frau mit deutscher und marokkanischer Staatsangehörigkeit vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erhob Anklage gegen Oumaima I., wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Sie soll 2015, noch als Heranwachsende, mit ihrem Mann von Deutschland aus zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gereist sein.

SPD-Politiker gegen Altersgrenze für Soziale Medien

In der Debatte um eine Altersgrenze für Soziale Medien zum Schutz junger Menschen haben sich SPD-Politiker gegen Nutzungsverbote für Minderjährige ausgesprochen. Soziale Plattformen könnten süchtig machen und trügen "zur Radikalisierung von Menschen bei", sagte die rechtspolitische Sprecherin der SPD, Carmen Wegge, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Pauschale Verbote für junge Menschen gingen jedoch am Kern des Problems vorbei.

Textgröße ändern: