Deutsche Tageszeitung - Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier von britischem Premier Starmer empfangen

Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier von britischem Premier Starmer empfangen


Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier von britischem Premier Starmer empfangen
Dreitägiger Staatsbesuch: Steinmeier von britischem Premier Starmer empfangen / Foto: © POOL/AFP

Als erstes deutsches Staatsoberhaupt seit 27 Jahren ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch zu einem Staatsbesuch nach Großbritannien gereist. Nach einem prunkvollen Empfang bei König Charles III. und Königin Camilla in Windsor traf Steinmeier den britischen Premierminister Keir Starmer zu einem Vier-Augen-Gespräch. Die britisch-deutschen Beziehungen seien in einer "weitaus besseren Verfassung" als während der "schwierigen" Jahre nach dem Brexit 2016, erklärte Steinmeier, der am Donnerstag eine Rede im britischen Unterhaus halten wird.

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Der britische Premier empfing Steinmeier in seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street. Deutschland und Großbritannien arbeiteten bei den Themen Migration, Handel und Wirtschaftswachstum eng zusammen, sagte Starmer. Auch der Bundespräsident hob die Zusammenarbeit zwischen London und Berlin hervor. "Wir müssen uns dafür einsetzen, die Situation zu verbessern und in dieser sich wandelnden Welt mit neuen Bedrohungen für uns alle näher zusammenzurücken", erklärte er.

Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender waren zunächst am Londoner Flughafen Heathrow von Kronprinz William und seiner Frau Catherine empfangen worden. Allerdings stieg der Gast aus Deutschland nach der Landung mehr als 30 Minuten lang nicht aus dem Flugzeug aus, erst nach dem Erscheinen von William und Catherine begann das offizielle Programm.

Anschließend ging es nach Windsor, wo zu Ehren der Gäste am Schloss unter anderem ein Bataillon mit den bekannten Bärenfellmützen aufmarschiert war. Nach dem Abspielen der Hymnen und dem Abschreiten der Ehrenformation zogen sich Steinmeier und Charles III. zusammen mit ihren Frauen ins Schloss zurück.

Steinmeier und Büdenbender überbrachten dem Königspaar nach Angaben des Bundespräsidialamtes als Gastgeschenk einen Weihnachtspräsentkorb. Dieser enthielt unter anderem sechs handgefertigte Weihnachtsbaumkugeln aus Meissener Porzellan, eine Schallplatte mit dem Titel "Bald nun ist Weihnachtszeit" mit Weihnachtsklassikern sowie Glühwein, Christstollen und Honig. Charles III. überreichte dem Bundespräsidenten einen handgefertigten Wanderstock mit Horngriff. Büdenbender erhielt von Camilla eine Erstausgabe des Romans "Flush" der britischen Autorin Virginia Woolf.

Politischer Höhepunkt der Reise dürfte Steinmeiers Rede vor dem Parlament in London am Donnerstag sein - eine seltene Ehre für einen ausländischen Staatsgast. Diese war zuletzt dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei seinem Besuch im Sommer zuteil geworden, US-Präsident Donald Trump hingegen wurde diese Ehre bei seinem Besuch im September nicht zugesprochen.

Am Freitag will Steinmeier dann die englische Stadt Coventry besuchen, die vor 85 Jahren am 14. November 1940 bei stundenlangen Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe schwer zerstört wurde. Mehr als 560 Menschen wurden dabei getötet und hunderte verletzt. Im Gedenken an die Opfer wird Steinmeier einen Kranz niederlegen. Er wird zudem mit deutschen und britischen Soldatinnen und Soldaten zusammentreffen.

Der bislang letzte Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten im Vereinigten Königreich fand vor ziemlich genau 27 Jahren im Dezember 1998 statt, damals war Roman Herzog deutsches Staatsoberhaupt und Großbritannien noch Teil der Europäischen Union. Vor fast sechs Jahren verließ Großbritannien mit dem Brexit dann die EU - inzwischen geht das Land unter Premier Starmer wieder stärker auf die EU zu.

Im Juli schlossen Deutschland und Großbritannien mit dem sogenannten Kensington-Vertrag einen deutsch-britischen Freundschaftsvertrag, der die Beziehungen zwischen beiden Ländern in den kommenden Jahrzehnten prägen soll.

Steinmeiers Reise folgt auf den Deutschlandbesuch von König Charles III. im März 2023, es war dessen erster Staatsbesuch im Ausland nach seiner Thronbesteigung. Damals hielt Charles als erster britischer Monarch eine Rede vor dem Bundestag.

(W.Novokshonov--DTZ)

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