Deutsche Tageszeitung - Dutzende Tote bei Angriffen durch Milizen im Sudan - viele Kinder unter Opfern

Dutzende Tote bei Angriffen durch Milizen im Sudan - viele Kinder unter Opfern


Dutzende Tote bei Angriffen durch Milizen im Sudan - viele Kinder unter Opfern
Dutzende Tote bei Angriffen durch Milizen im Sudan - viele Kinder unter Opfern / Foto: © AFP/Archiv

Bei Drohnenangriffen paramilitärischer Verbände im Sudan sind dutzende Zivilisten getötet worden, darunter offenbar zahlreiche Kinder. In der von der Armee kontrollierten Ortschaft Kalogi im südlichen Bundesstaat Süd-Kordofan seien unter anderem ein Kindergarten und ein Krankenhaus beschossen worden, teilte der Verwaltungschef des Ortes, Essam al-Din al-Sajed, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Dabei seien dutzende Zivilisten getötet worden, darunter auch Kinder.

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Der Verwaltungschef machte für die Angriffe die mit der Armee verfeindete RSF-Miliz sowie die mit der RSF verbündete Gruppierung SPLM-N verantwortlich, die einen Großteil von Süd-Kordofan kontrolliert. Die Angriffe hätten zunächst den Kindergarten, danach das Krankenhaus und dann Menschen getroffen, die "die Kinder in Sicherheit bringen wollten".

Der Drohnenbeschuss ereignete sich bereits am Donnerstag. Örtliche Behörden meldeten mindestens 80 Tote, darunter 40 Kinder, das sudanesische Außenministerium sprach von 79 Opfern. Die Afrikanische Union (AU) meldete mehr als 100 Tote. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef erklärte, unter den Toten seien mehr als zehn Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren.

AU-Kommissionspräsident Mahmoud Ali Youssouf verurteilte die Angriffe im Onlinedienst X "auf das Schärfste". Er sei "entsetzt über die wiederholten und eskalierenden Gräueltaten gegen Zivilisten in der Region".

Am Donnerstag hatte das Welternährungsprogramm (WFP) in Nord-Dafur einen Angriff auf einen seiner Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern gemeldet. Dabei sei der Fahrer schwer verletzt worden. Die RSF-Miliz beschuldigte wiederum die sudanesische Armee, Hilfslieferungen zu blockieren und am Freitag einen Drohnenangriff auf den für humanitäre Hilfsgüter bedeutsamen Grenzübergang Adre zum Tschad geflogen zu haben. Die sudanesische Armee äußerte sich dazu bislang nicht.

Die RSF hatte Ende Oktober nach 18-monatiger Belagerung die Stadt Al-Faschir erobert - die letzte große Stadt im westsudanesischen Bundesstaat Darfur, die bis dahin noch nicht von der Miliz kontrolliert wurde. Berichten zufolge verübten RSF-Kämpfer in der Stadt zahlreiche Gräueltaten, etwa Massenhinrichtungen von Zivilisten.

Im Sudan, dem drittgrößten Land Afrikas, liefern sich seit April 2023 die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen blutigen Machtkampf.

(I.Beryonev--DTZ)

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