Deutsche Tageszeitung - USA bringen beschlagnahmten Tanker in US-Hafen und verkünden neue Sanktionen gegen Venezuela

USA bringen beschlagnahmten Tanker in US-Hafen und verkünden neue Sanktionen gegen Venezuela


USA bringen beschlagnahmten Tanker in US-Hafen und verkünden neue Sanktionen gegen Venezuela
USA bringen beschlagnahmten Tanker in US-Hafen und verkünden neue Sanktionen gegen Venezuela / Foto: © US Attorney General Pam Bondi's X account/AFP

Die Einnahme eines Öltankers durch US-Soldaten vor der Küste Venezuelas hat den Konflikt zwischen beiden Ländern weiter angeheizt. Das Weiße Haus kündigte am Donnerstag an, das Schiff in einen US-Hafen zu bringen und das Öl zu beschlagnahmen. Venezuela hatte der US-Regierung zuvor einen "Akt internationaler Piraterie" vorgeworfen. Die USA verschärften außerdem ihre Sanktionen gegen Venezuela.

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Nach US-Angaben wurde die beschlagnahmte "Skipper" als Teil der sogenannten Schattenflotte illegal zum Transport sanktionierten Erdöls aus Venezuela und dem Iran genutzt. Der am Mittwoch beschlagnahmte Tanker hatte nach Angaben des Informationsdienstes Marinetraffic rund 1,1 Millionen Barrel Rohöl an Bord.

Das Schiff war laut Medienberichten seit 2022 mit US-Sanktionen belegt, das Außenministerium in Washington begründete sie demnach mit Verbindungen zum Iran und zu pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Die "Skipper" war Berichten zufolge nach Kuba unterwegs, als die USA den Tanker am Mittwoch beschlagnahmten.

Das venezolanische Außenministerium warf den USA einen "Akt internationaler Piraterie" vor. Venezuela ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und hat die größten Erdölreserven der Welt. Bereits in Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) hatten die USA Sanktionen gegen den Ölsektor Venezuelas verhängt. China ist seitdem der größte Ölkunde des südamerikanischen Landes.

Der Öltanker soll nun in einen US-Hafen gebracht werden, wie die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, am Donnerstag ankündigte. Die US-Regierung werde zudem das Rohöl auf dem Schiff beschlagnahmen.

"Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sanktionierte Schiffe mit Schwarzmarktöl die Meere befahren, dessen Erlöse den Drogenterrorismus von Schurkenstaaten und illegitimen Regimes auf der ganzen Welt finanzieren", sagte Leavitt.

Die USA kündigten zudem weitere Sanktionen gegen Venezuela an. Die neuen Strafmaßnahmen richten sich gegen sechs Schiffsgesellschaften, die venezolanisches Öl transportieren, sowie gegen sechs Öltanker, erklärte das US-Finanministerium. Überdies werde das Vermögen von drei Neffen des venezolanischen Präsidenten in den USA eingefroren. Auf die Sanktionsliste kommt überdies ein Geschäftsmann aus Panama mit Verbindungen zu Maduro.

Trump beschuldigt Maduro, seine Wiederwahl im Juli 2024 gefälscht zu haben sowie Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Anders als das Nachbarland Kolumbien produziert Venezuela keine Drogen im großen Stil, gilt aber als Transitland.

Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela hatten sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Die Trump-Regierung greift seit September immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bislang mindestens 87 Menschen getötet. Beweise für eine Verbindung der versenkten Boote zum Drogenschmuggel legten die USA nicht vor. Völkerrechtler bezeichnen das Vorgehen als illegal.

Zudem brachten die USA Kriegsschiffe vor Venezuela in Stellung, darunter den größten Flugzeugträger der Welt, die "USS Gerald R. Ford". Der Sender CBS News berichtet, der Einsatz auf der "Skipper" sei von dem Flugzeugträger ausgegangen.

Maduro vermutet hinter dem US-Vorgehen Pläne zu seinem Sturz. Der russische Präsident Wladimir Putin telefonierte am Donnerstag mit dem vom Westen isolierten venezolanische Präsidenten. Putin habe "seine Unterstützung für die Politik der Maduro-Regierung bekräftigt", erklärte der Kreml. Es gelte, die Souveränität Venezuelas gegen "zunehmenden äußeren Druck zu schützen". Zu den Verbündeten Venezuelas zählen neben Russland auch China und der Iran.

Trump hatte die Einnahme des Schiffe kurz nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado verkündet. Bei ihrer verspäteten Ankunft in Oslo warf sie Maduro "Tyrannei" vor.

Trump hatte in den vergangenen Wochen gesagt, Maduros Tage seien "gezählt". Er verkündete zudem, er habe Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela "autorisiert", auch Angriffe an Land schloss er nicht aus.

UN-Generalsekretär António Guterres rief alle Seiten zur Mäßigung auf. Guterres sei "beunruhigt" angesichts der Lage, erklärte sein Sprecher Farhan Haq und fügte an: "Wir rufen alle Akteure dazu auf, jegliche Maßnahmen zu vermeiden, die zu einer Eskalation der Spannungen führen und Venezuela und die Region destabilisieren könnten."

(M.Travkina--DTZ)

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