Deutsche Tageszeitung - Belarussische Oppositionelle Kolesnikowa: "Im siebten Himmel" nach Haftentlassung

Belarussische Oppositionelle Kolesnikowa: "Im siebten Himmel" nach Haftentlassung


Belarussische Oppositionelle Kolesnikowa: "Im siebten Himmel" nach Haftentlassung
Belarussische Oppositionelle Kolesnikowa: "Im siebten Himmel" nach Haftentlassung / Foto: © AFP

Kurz nach ihrer Haftentlassung hat sich die bekannte belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa auch in Deutschland zu Wort gemeldet. Sie sei "im siebten Himmel", endlich frei zu sein, sagte Kolesnikowa in den ARD-"Tagesthemen" am Sonntagabend. Am Wochenende war Kolesnikowa überraschend mit mehr als 120 weiteren politischen Gefangenen freigelassen worden und soll nach Aussage von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) politisches Asyl in Deutschland erhalten.

Textgröße ändern:

Erst am Samstagmorgen habe sie von ihrer bevorstehenden Freilassung erfahren, erzählte Kolesnikowa. "Bis zum letzten Moment habe ich das nicht geglaubt." Nun sei sie "unglaublich froh", in Kürze ihre Familie und Freunde umarmen zu können. Es sei ein "unglaubliches, unbeschreibliches Gefühl".

Über ihre Haftbedingungen wollte Kolesnikowa nicht im Detail sprechen, darüber sei bereits hinreichend berichtet worden. "Es war eine sehr schwierige Zeit für mich und meine Gesundheit, aber nicht für meine psychische Gesundheit", sagte die Oppositionspolitikerin. Im Inneren sei sie "immer frei gewesen". "Mein Ziel ist es, die Aggression und den Hass zu stoppen."

Die 43-Jährige gehört zu den bekanntesten Gesichtern der Opposition in Belarus. Sie hatte an der Seite der im Exil lebenden belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja die Massenproteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko im Jahr 2020 mit angeführt. Als eine der wenigen führenden belarussischen Oppositionellen entschied sie sich gegen die Flucht ins Exil. 2020 wurde sie inhaftiert, später zu elf Jahren Straflager verurteilt.

Kolesnikowa, der Oppositionelle Viktor Babariko und der Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki gehören zu den Freigelassenen, die im Rahmen eines Abkommens mit den USA begnadigt worden waren. Die meisten der Freigelassenen wurden zunächst in die Ukraine gebracht, darunter auch Kolesnikowa. Bjaljazki wurde nach Litauen abgeschoben.

Bundesinnenminister Dobrindt hatte am Sonntag bekanntgegeben, den beiden "herausragenden Persönlichkeiten" der Demokratiebewegung in Belarus, Kolesnikowa und Babariko, in Deutschland politisches Asyl zu gewähren.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Höhere Ausgaben und mehr Schulden: Kabinett beschließt Haushaltsentwurf 2027 

Das Bundeskabinett hat den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr beschlossen. Dies teilte die Bundesregierung am Montag in Berlin mit. Das von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgelegte Budget sieht höhere Schulden und Ausgaben vor als zunächst geplant. Begründet wird dies insbesondere mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs, den gestiegenen Energiepreisen und der schwachen Konjunkturlage.

China sorgt mit Raketentest für Proteste - gemeinsames Marinemanöver mit Russland

Das chinesische Militär hat am Montag einen Raketentest im Pazifikraum ausgeführt und damit für heftige Proteste unter anderem in Australien und Neuseeland gesorgt. Das Geschoss stürzte nach Angaben aus Peking planmäßig in den Pazifik. Ob es sich dabei um eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete handelte, war zunächst unklar. Zudem startete China eine gemeinsame Militärübung mit Russland.

Riesige Menschenmassen geleiten Chameneis Leichnam bei Trauerzug durch Teheran

Begleitet von einer unüberschaubaren Menschenmenge ist der Leichnam von Irans oberstem Führer Ayatollah Ali Chamenei am Montag in einem Trauerzug durch die Straßen der Hauptstadt Teheran gefahren worden. Sein Sarg und die seiner getöteten Angehörigen standen auf der offenen Ladefläche eines Lastwagens, auf Chameneis Sarg lag der schwarze Turban, der ihn als Nachfahre des Propheten Mohammed ausgewiesen hatte. Die Menschen entlang der Straße skandierten Parolen gegen die USA und Israel, die Chamenei Ende Februar am ersten Tag des Iran-Krieges getötet hatten.

Aufhebung von Sperre für US-Stürmer nach Telefonat von Trump mit Infantino löst Skandal aus

"Skandalöser Verstoß gegen die Regeln", "fatales Signal", "verrückt": Die Aufhebung der Roten Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit dem Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa, Gianni Infantino, hat am Montag international für Empörung gesorgt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte eine Erklärung von der Fifa: "Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden", sagte er dem SID.

Textgröße ändern: