Deutsche Tageszeitung - "Vanity Fair": Stabschefin teilt gegen Trump aus - US-Präsident nennt sie "fantastisch"

"Vanity Fair": Stabschefin teilt gegen Trump aus - US-Präsident nennt sie "fantastisch"


"Vanity Fair": Stabschefin teilt gegen Trump aus - US-Präsident nennt sie "fantastisch"
"Vanity Fair": Stabschefin teilt gegen Trump aus - US-Präsident nennt sie "fantastisch" / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Die Stabschefin im Weißen Haus, Susie Wiles, hat mit ungeschönten Äußerungen über US-Präsident Donald Trump in Washington für Aufruhr gesorgt. Trump habe "die Persönlichkeit eines Alkoholikers", zitierte die Zeitschrift "Vanity Fair" die 68-Jährige am Dienstag. Auch gegen andere Regierungsmitglieder teilte sie demnach aus. Wiles sprach von einem "Hetzstück", bestritt die Richtigkeit der Zitate allerdings nicht. Mehrere Mitglieder der US-Regierung stellten sich hinter sie. Auch Trump selbst tadelte Wiles nicht für ihre Äußerungen, sondern bezeichnete sie als "fantastisch".

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Der Artikel im Magazin "Vanity Fair" basiert auf elf Gesprächen, die der Autor Chris Whipple mit Wiles führte. In einem dieser Interviews verglich Wiles Trump demnach mit ihrem Vater, dem bekannten Football-Spieler und Sportmoderator Pat Summerall, der bis zu seinem Tod 2013 Alkoholiker war. Wiles sagte demnach, Alkohol verstärke die Persönlichkeitszüge von Trinkern. Obwohl Trump nach eigenen Angaben nicht trinkt, habe er "die Persönlichkeit eines Alkoholikers", wird die Stabschefin weiter zitiert. Denn er handele nach der Maxime, "dass es nichts gibt, was er nicht kann. Nichts, nullkomma nichts."

Trump bestätigte gegenüber der "New York Post" , dass er eine "besitzergreifende Persönlichkeit" habe und "anfällig für Sucht" sei. Er betonte, dass er überhaupt keinen Alkohol trinke, fügte jedoch hinzu: "Ich habe oft gesagt, dass ich in diesem Fall mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit alkoholabhängig wäre." Wiles bezeichnete er nach Angaben der Zeitung als "fantastisch".

Auch in anderen Bereichen geht Wiles laut "Vanity Fair" mit Trump hart ins Gericht. Über seine als erratisch kritisierte Zollpolitik sagt sie, diese sei durch "lautes Nachdenken" entstanden.

Auch gegen andere Regierungsmitglieder teilte Wiles demnach aus. Über Vizepräsident JD Vance sagte sie demnach, dieser sei "seit einem Jahrzehnt ein Verschwörungstheoretiker" und sein Wandel vom früheren Trump-Kritiker zum engsten Vertrauten sei "politisch" motiviert.

Zudem warf sie Justizministerin Pam Bondi vor, im Streit um die Veröffentlichung der Akten von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein "komplett danebengehauen" zu haben. Den früheren Trump-Berater Elon Musk nennt sie "einen bekennenden Ketamin"-Konsumenten und einen "seltsamen Vogel".

Im Onlinedienst X wehrte sich Wiles gegen die Darstellung. Der Artikel sei "ein unredlich präsentiertes Hetzstück" gegen sie selbst und den "feinsten Präsidenten (...) der Geschichte", schrieb sie. Sie warf "Vanity Fair" vor, die Zitate aus dem Kontext gerissen zu haben, um eine "chaotische und negative Erzählung über den Präsidenten und unser Team zu verfassen".

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt stärkte der Stabschefin den Rücken. Es gebe "keine großartigere und loyalere" Präsidentenberaterin als Wiles, schrieb sie auf X.

Vance bezeichnete sie als "die beste Stabschefin im Weißen Haus" die sich Trump wünschen könne. "Wir haben unsere Meinungsverschiedenheiten, aber wir sind uns in viel mehr Punkten einig als uneinig, und ich habe nie erlebt, dass sie dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gegenüber illoyal war", sagte der Vizepräsident in einer Rede in Pennsylvania. Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigte Wiles. Es gebe "absolut niemanden, der besser ist", schrieb er auf X.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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