Deutsche Tageszeitung - Rettungsschwimmer am Bondi Beach in Sydney gedenken der Anschlagsopfer

Rettungsschwimmer am Bondi Beach in Sydney gedenken der Anschlagsopfer


Rettungsschwimmer am Bondi Beach in Sydney gedenken der Anschlagsopfer
Rettungsschwimmer am Bondi Beach in Sydney gedenken der Anschlagsopfer / Foto: © AUSTRALIAN BROADCASTING CORPORATION (ABC)/AFP

Sechs Tage nach dem Anschlag auf eine jüdische Feier in Sydney haben die Rettungsschwimmer am weltbekannten Bondi Beach der 15 Opfer gedacht. Die Frauen und Männer stellten sich am Samstag in ihren rot-gelben Uniformen in einer langen Reihe am Wasser auf und hielten mit Blick auf den Ozean drei Schweigeminuten ab.

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Am Sonntag vergangener Woche hatten zwei Angreifer - Vater und Sohn - am Bondi Beach auf Teilnehmer einer Feier zum jüdischen Lichterfest Chanukka geschossen und 15 Menschen getötet. Dutzende Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Die Rettungsschwimmer am Bondi Beach waren nach dem Anschlag für ihre Zivilcourage gelobt worden: Sie hatten Menschen in Sicherheit gebracht, Verletzte versorgt und panische Schwimmer aus den Wellen zogen. In Online-Netzwerken verbreitete sich unter anderem ein Foto des Rettungsschwimmers Jackson Doolan, der von einem anderen Strand barfuß zum Anschlagsort rannte, um Verletzten zu helfen.

Die Rettungsorganisation Surf Life Saving Australia rief ihre mehr als 200.000 Ehrenamtlichen im ganzen Land am Samstag zum Gedenken an die Anschlagsopfer auf. "Wir zollen denen Respekt, die ihr Leben verloren haben, denen, die ihr Leben riskiert haben, denen, die sich so darum bemüht haben Leben zu retten, und uns allen, die wir dies niemals vergessen werden", erklärte die Organisation.

Bereits am Freitag hatten sich am Bondi Beach hunderte Menschen versammelt, um der Opfer zu gedenken. Schwimmer und Surfer formten dabei einen großen Kreis im Wasser. Für Sonntag hat die australische Regierung einen landesweiten Gedenktag ausgerufen. Die Australierinnen und Australier sollen um 18.47 Uhr (Ortszeit, 8.47 Uhr MEZ), genau eine Woche nach Beginn des Anschlags, Kerzen entzünden.

Die australischen Behörden hatten die Tat am Bondi Beach als antisemitischen Angriff eingestuft. Nach Angaben von Premierminister Anthony Albanese waren die beiden Attentäter offenbar von der Ideologie der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angetrieben. Die Ermittler gehen unter anderem der Frage nach, ob sie bei einem Besuch auf den Philippinen wenige Wochen vor dem Anschlag Kontakt zu Islamisten hatten. Am Samstag teilte die philippinische Polizei mit, einer der beiden Männer habe während des 28-tägigen Aufenthalts in Davao einen Waffenladen besucht.

Ein Attentäter, der 50-jährige Vater, wurde von der Polizei am Bondi Beach erschossen. Seinem 24-jährigen Sohn, der schwer verletzt wurde und weiter unter Polizeibewachung im Krankenhaus liegt, wird 15-facher Mord und Terrorismus vorgeworfen.

(M.Dorokhin--DTZ)

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