Deutsche Tageszeitung - Acht Tote bei Anschlag auf Moschee in Alawitenviertel in syrischer Stadt Homs

Acht Tote bei Anschlag auf Moschee in Alawitenviertel in syrischer Stadt Homs


Acht Tote bei Anschlag auf Moschee in Alawitenviertel in syrischer Stadt Homs
Acht Tote bei Anschlag auf Moschee in Alawitenviertel in syrischer Stadt Homs / Foto: © SANA/AFP

Bei einem Bombenschlag auf eine Moschee in einem von Alawiten bewohnten Viertel der syrischen Stadt Homs sind mindestens acht Menschen getötet worden. 18 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Freitag unter Berufung auf das syrische Gesundheitsministerium. Zu der Tat bekannte sich die sunnitische Extremistengruppe Saraja Ansar al-Sunna.

Textgröße ändern:

Der Anschlag ereignete sich laut Innenministerium während des Freitagsgebets in der Moschee im von Angehörigen der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Stadtteil Wadi al-Dahab.

Das syrische Außenministerium verurteilte den Anschlag als "feige kriminelle Tat". Es handle sich um einen der "verzweifelten und wiederholten Versuche, die Sicherheit und Stabilität" des Landes zu untergraben und "für Chaos zu sorgen".

Homs ist mehrheitlich von Sunniten bewohnt, es gibt aber mehrere Stadtteile, in denen Alawiten leben. Seit dem Sturz des syrischen Langzeit-Machthabers Baschar al-Assad, der selbst Alawit ist, sind Angehörige der religiösen Minderheit wiederholt zum Ziel von Angriffen geworden. Im März wurden bei Massakern an der syrischen Küste nach Angaben der syrischen Regierung mehr als 1400 Alawiten getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von mehr als 1700 Todesopfern.

Die vom heutigen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa angeführte islamistische HTS-Miliz und mit ihr verbündete Gruppierungen hatten Assad im Dezember 2024 gestürzt. Der frühere Dschihadist al-Scharaa gibt sich seit seinem Amtsantritt moderat. Die Sorge um die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten in Syrien hat jedoch zugenommen, immer wieder kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Massakern mit vielen Toten. Die islamistische Regierung in Damaskus steht im Verdacht, Minderheiten wie Alawiten, Drusen oder Kurden nicht ausreichend zu schützen.

Die Extremistengruppe Saraja Ansar al-Sunna, die sich zu dem Angriff auf die Moschee in Homs bekannte, hatte bereits im Juni einen Anschlag auf eine Kirche in Damaskus mit 25 Toten für sich reklamiert.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Bundestags-Debatte zu drittem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel

Drei Jahre nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel debattiert der Bundestag am Mittwoch (17.30 Uhr) über den Kampf gegen Antisemitismus und den Schutz jüdischen Lebens in Deutschland. Zu Beginn der Parlamentssitzung (14.00 Uhr) stellen sich die Bundesminister für Wirtschaft und Verkehr, Katherina Reiche und Steffen Bilger (beide CDU) den Fragen der Abgeordneten.

Bundesgerichtshof prüft Verurteilung wegen Handels mit Dopingmittel Ibutamoren

Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt am Mittwoch (09.30 Uhr) in Karlsruhe über die Verurteilung von zwei Angeklagten, die mit Dopingmitteln gehandelt haben sollen. Das Landgericht in Frankfurt am Main verhängte Haftstrafen gegen sie - unter anderem, weil sie Präparate mit dem Mittel Ibutamoren verkauft hätten. Dieses Mittel, auch MK-677 genannt, soll den Muskelaufbau beschleunigen. Es gilt als riskant für die Gesundheit und ist verboten. (Az. 2 StR 276/25)

Thüringer Landtag entscheidet über AfD-Antrag zu Parlamentsauflösung

Im Thüringer Landtag stimmen die Abgeordneten am Mittwoch (12.00 Uhr) über einen Antrag der AfD-Fraktion zur Auflösung des Parlaments ab. AfD-Fraktionschef Björn Höcke begründete den Vorstoß mit dem Zerfall der BSW-Fraktion, womit aus Sicht der AfD auch die CDU-geführte Landesregierung keine Legitimation mehr hat. Mit der Auflösung des Parlaments will die AfD eine Neuwahl ermöglichen. Allerdings dürfte der Antrag kaum Erfolg haben. Eine Auflösung des Landtags müsste mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder beschlossen werden.

Koalitionsausschuss trifft sich am Mittwochabend im Kanzleramt

In Berlin trifft sich am Mittwochabend der Koalitionsausschuss, um über die anstehenden Reformvorhaben zu debattieren. Union und SPD betonten, es gehe darum, die Arbeit für die kommenden Wochen und Monate abzustecken. Ob es konkrete Beschlüsse geben wird, war zunächst unklar. Auch eine Presseunterrichtung im Anschluss an das Treffen war zunächst nicht geplant.

Textgröße ändern: