Deutsche Tageszeitung - Ukraine: Bisheriger Leiter des Militärgeheimdienstes soll Präsidialamtschef werden

Ukraine: Bisheriger Leiter des Militärgeheimdienstes soll Präsidialamtschef werden


Ukraine: Bisheriger Leiter des Militärgeheimdienstes soll Präsidialamtschef werden
Ukraine: Bisheriger Leiter des Militärgeheimdienstes soll Präsidialamtschef werden / Foto: © UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP

In der Ukraine soll der bisherige Leiter des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, zum Chef des Präsidialamts ernannt werden. "Ich hatte ein Treffen mit Kyrylo Budanow und habe ihm das Amt des Leiters des Präsidentenbüros der Ukraine angeboten", erklärte Staatschef Wolodymyr Selenskyj am Freitag in Onlinenetzwerken. Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn sagte Journalisten, das formelle Verfahren für Budanows Ernennung sei eingeleitet worden.

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Budanow ist seit 2020 Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Dem 39-Jährigen werden eine Reihe gewagter Militäreinsätze gegen Russland zugeschrieben. Er hatte selbst an mehreren dieser Einsätze teilgenommen und wurde auch verletzt.

Selenskyj erklärte, die Ukraine müsse sich verstärkt auf "Sicherheitsfragen, den Ausbau der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie den diplomatischen Weg in den Verhandlungen" konzentrieren. "Kyrylo hat spezielle Erfahrung in diesen Bereichen und die nötige Stärke, um Ergebnisse zu erzielen", betonte der Staatschef.

Budanow teilte mit, er habe die Nominierung angenommen und werde der Ukraine weiterhin dienen. "Es ist für mich eine Ehre und eine Verantwortung, mich in dieser historischen Zeit" auf Fragen der strategischen Sicherheit des Staates zu konzentrieren, die von entscheidender Bedeutung seien, erklärte er im Onlinedienst X.

Der vorherige Präsidialamtschef Andrij Jermak, ein enger Vertrauter Selenskyjs, war Ende November wegen Korruptionsverdachts zurückgetreten. Dabei blieb zunächst ungeklärt, ob die Ermittlungen gegen Jermak mit einem Korruptionsskandal im Energiesektor in Verbindung standen, bei dem 100 Millionen Dollar (etwa 86 Millionen Euro) veruntreut wurden.

(P.Tomczyk--DTZ)

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