Deutsche Tageszeitung - US-Militär greift Venezuela an - Trump: Maduro "gefangen genommen und ausgeflogen"

US-Militär greift Venezuela an - Trump: Maduro "gefangen genommen und ausgeflogen"


US-Militär greift Venezuela an - Trump: Maduro "gefangen genommen und ausgeflogen"
US-Militär greift Venezuela an - Trump: Maduro "gefangen genommen und ausgeflogen" / Foto: © AFP

Die USA haben einen groß angelegten Militärangriff auf Venezuela ausgeführt und nach Angaben von US-Präsident Donald Trump den dortigen Staatschef Nicolás Maduro entmachtet. Maduro sei "gefangen genommen und außer Landes geflogen" worden, erklärte Trump am Samstag. Er sprach von einem erfolgreichen "großangelegten Schlag gegen Venezuela" und dessen Staatschef. Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez erklärte, sie wisse nicht, wo sich Maduro aufhalte. Venezuela kündigte einen "massiven" Einsatz aller seiner militärischen Mittel an.

Textgröße ändern:

Trump teilte in seinem Onlinedienst Truth Social mit, Maduro sei zusammen mit seiner Ehefrau außer Landes geflogen worden. In einem kurzen Telefoninterview mit der "New York Times" pries er den US-Einsatz in dem südamerikanischen Land als "brillant". Dahinter habe "viel gute Planung" gesteckt. Für 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) kündigte der US-Präsident eine Pressekonferenz an.

Venezuelas Vizepräsidentin Rodríguez sagte in einer Audiobotschaft: "In dieser brutalen Situation und angesichts dieses brutalen Angriffs kennen wir den Aufenthaltsort von Präsident Nicolás Maduro und der Primera Dama (Präsidentengattin) Cilia Flores nicht."

US-Vizeaußenminister Christopher Landau verkündete unterdessen, dass für Venezuela eine "neue Ära" angebrochen sei. "Der Tyrann ist weg. Er wird sich - endlich - für seine Verbrechen vor der Justiz verantworten müssen", schrieb Landau im Onlinedienst X.

Die venezolanische Hauptstadt Caracas war seit etwa 02.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MEZ) von schweren Explosionen erschüttert worden. Die venezolanische Regierung warf der US-Regierung einen "schweren militärischen Angriff" vor, der sich gegen "zivile und militärische Orte in Caracas und den Bundesstaaten Miranda, Aragua sowie La Guaira rund um Caracas" gerichtet habe. "Die Truppen der Invasoren (...) haben unseren Boden entweiht", sagte der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino.

Er warf den USA vor, auch Wohngebiete mit Zivilisten bombardiert zu haben. Derzeit würden Informationen über "Verletzte und Tote" zusammengetragen. Padrino kündigte in einer in den Onlinenetzwerken verbreiteten Rede an, dass es einen "massiven Einsatz aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischer Mittel geben" werde.

Vor der Verkündung von Maduros Gefangennahme hatte seine Regierung mitgeteilt, dass Maduro den Ausnahmezustand ausgerufen und die Mobilisierung der gesamten Bevölkerung angeordnet habe. Den USA warf die venezolanische Regierung in ihrer Erklärung vor, ihr Ziel sei "nichts anderes, als sich Venezuelas strategischer Ressourcen zu bemächtigen, insbesondere seines Erdöls und seiner Mineralien".

Venezuelas Nachbarland Kolumbien kündigte die Entsendung von Soldaten an die gemeinsame Grenze an. Der linksgerichtete kolumbianische Staatschef Gustavo Petro hatte den US-Angriff zuvor als "Angriff auf die Souveränität" Lateinamerikas verurteilt und vor einer humanitären Krise gewarnt.

Seit September haben die USA den Druck auf die Regierung des linksnationalistischen Präsidenten Maduro stetig verstärkt. So verstärkte das US-Militär seine Präsenz in der Karibik massiv und griff immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik wie auch im Ostpazifik an. Zudem blockierten sie Tanker, die nach US-Angaben venezolanisches Erdöl geladen hatten.

Trump hat Venezuela immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Bereits im Dezember hatte der US-Präsident gesagt, die Tage Maduros seien "gezählt". Maduro wurde aufgrund seiner höchst umstrittenen Wiederwahl im Jahr 2024 auch von vielen europäischen Staaten als nicht rechtmäßiger Präsident Venezuelas betrachtet. Seine innenpolitische Widersacherin María Corina Machado wurde im Dezember mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Grönland: Wadephul für Gespräche innerhalb der Nato über Stärkung der Verteidigung

Angesichts der wiederholten Androhung einer Annexion Grönlands durch US-Präsident Donald Trump hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) auf die Zugehörigkeit der Insel zur Nato verwiesen und Gespräche innerhalb der Allianz über eine Stärkung der Verteidigung angemahnt. Grönland sei Bestandteil des dänischen Königreiches, und da Dänemark der Nato angehöre, "wird auch Grönland prinzipiell von der Nato zu verteidigen sein", sagte Wadephul am Montag bei einem Besuch in Litauen.

Städtebund: Finanzlage der Kommunen "desaströs" - Vorschlag der Kostenaufteilung

Der Städte- und Gemeindebund hat die finanzielle Lage in den deutschen Kommunen als "desaströs" bezeichnet und bei den Sozialausgaben eine Aufteilung der Kosten vorgeschlagen. Die Kommunen hätten in Krisenzeiten "immer wieder bewiesen", dass sie ein stabiler Anker im Staatsgefüge seien und ihrer Aufgabe gerecht würden, sagte Verbandspräsident Ralph Spiegler am Montag in Berlin. Dazu bräuchten sie aber auch die nötigen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen.

Linken-Chef van Aken dringt auf Präsenz europäischer Diplomaten in Grönland

Angesichts der neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das zu Dänemark gehörende Grönland zu annektieren, dringt Linken-Chef Jan van Aken auf eine stärkere diplomatische Präsenz europäischer Staaten auf der Insel. So könnten die europäischen Staaten Botschaften in Grönland eröffnen und hochrangige Botschafter entsenden, schlug van Aken am Montag in den Sendern RTL und ntv vor. "Dann müssten die Amerikaner Europäer festnehmen, mit militärischer Gewalt, das sollen sie mal tun", sagte er.

Beschlussvorlage: CSU will Gerichtsverfahren auch für strafunmündige Kinder

Die CSU will auch bisher strafunmündige Kinder nach Straftaten vor Gericht zur Verantwortung ziehen. In einer Beschlussvorlage für die Klausur der CSU-Landesgruppe in Kloster Seeon ab Dienstag wird einerseits eine Ausweitung des Jugendstrafrechts von 14 auf zwölf Jahre gefordert. Für jüngere Täter will die CSU zudem ein gerichtliches "Verantwortungsverfahren" einführen. Dabei sollen kriminelle Handlungen vor Gericht im Beisein von Kindern und Eltern aufgearbeitet werden.

Textgröße ändern: