Deutsche Tageszeitung - Linken-Chef van Aken dringt auf Präsenz europäischer Diplomaten in Grönland

Linken-Chef van Aken dringt auf Präsenz europäischer Diplomaten in Grönland


Linken-Chef van Aken dringt auf Präsenz europäischer Diplomaten in Grönland
Linken-Chef van Aken dringt auf Präsenz europäischer Diplomaten in Grönland / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das zu Dänemark gehörende Grönland zu annektieren, dringt Linken-Chef Jan van Aken auf eine stärkere diplomatische Präsenz europäischer Staaten auf der Insel. So könnten die europäischen Staaten Botschaften in Grönland eröffnen und hochrangige Botschafter entsenden, schlug van Aken am Montag in den Sendern RTL und ntv vor. "Dann müssten die Amerikaner Europäer festnehmen, mit militärischer Gewalt, das sollen sie mal tun", sagte er.

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Der Linken-Vorsitzende forderte zudem deutlichere Worte gegenüber Trump. "Alle Europäer müssen das klar und deutlich sagen: Kein Millimeter von Grönland geht an die USA", sagte er. Die Insel gehöre zu Dänemark und die Bevölkerung entscheide selbst über ihre Zukunft, betonte van Aken. "Das erstmal zu sagen und deutlich zu machen, wo der Hammer hängt, das wäre schon mal ein Schritt."

Hingegen äußerte sich van Aken skeptisch zu einer möglichen Entsendung europäischer Truppen nach Grönland zur Abschreckung eines möglichen US-Angriffs. Dies sei der dritte Schritt vor dem ersten, sagte er in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv.

Zuvor hatten sich auch mehrere Grünen-Politikerinnen und -Politiker für ein selbstbewussteres Auftreten der Europäer gegenüber Trump ausgesprochen. Es drohe ein neues Zeitalter der Großmachtpolitik "geprägt von hemmungslosem Expansionsdrang, neokolonialen Praktiken und der Herabsetzung souveräner Nationen zu bloßen Interessengebieten der Mächtigen", warnte Parteichefin Franziska Brantner in der "Augsburger Allgemeinen". Insbesondere Trumps Worte über das von ihm beanspruchte Grönland müssten "europaweit als Alarmzeichen begriffen werden".

Trump hatte zuvor mit neuen Äußerungen den Anspruch seines Landes bekräftigt und die Angst vor einer möglichen Annexion Grönlands durch die USA befeuert. "Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein", sagte der US-Präsident am Sonntag an Bord seiner Präsidentenmaschine Air Force One. "Wir werden uns in rund zwei Monaten um Grönland kümmern", sagte Trump und fügte hinzu: "Lassen sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen."

(S.A.Dudajev--DTZ)

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