Deutsche Tageszeitung - Weißes Haus: Trump schließt Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands nicht aus

Weißes Haus: Trump schließt Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands nicht aus


Weißes Haus: Trump schließt Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands nicht aus
Weißes Haus: Trump schließt Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands nicht aus / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump schließt nach Angaben seiner Sprecherin einen Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands nicht aus. "Der Präsident und sein Team diskutieren derzeit eine Reihe von Möglichkeiten, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und natürlich ist für den Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs immer eine Option", erklärte Sprecherin Karoline Leavitt am Dienstag. US-Außenminister Marco Rubio soll Abgeordneten laut US-Medien gesagt haben, dass Trumps bevorzugte Variante ein Kauf Grönlands von Dänemark sei.

Textgröße ändern:

Trump hatte am Sonntag erneut die Begehrlichkeit der USA auf das zu Dänemark gehörende Grönland bekräftigt: "Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird nicht dazu in der Lage sein", sagte er an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. Er fügte hinzu: "Lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen."

Trump habe "öffentlich klargestellt, dass die Inbesitznahme Grönlands eine Priorität für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten ist und dass dies entscheidend ist, um unsere Gegner in der Arktis abzuschrecken", erklärte Leavitt in einer an die Nachrichtenagentur AFP versandten Stellungnahme.

Das "Wall Street Journal" berichtete unterdessen, US-Außenminister Rubio habe Abgeordneten gesagt, Trumps bevorzugte Variante sei ein Kauf Grönlands von Dänemark. Trumps Drohungen bedeuteten nicht, dass eine US-Invasion unmittelbar bevorstehe.

Der US-Militäreinsatz in Venezuela und die Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro hatte bei westlichen Partnern der USA die Befürchtungen verstärkt, dass Trump auch seine Drohungen zur Einnahme des rohstoffreichen und geostrategisch günstig gelegenen Grönland militärisch umsetzen könnte. Am Dienstag veröffentlichten mehrere europäische Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), eine Erklärung, in der sie Dänemark ihre Unterstützung zusicherten.

Am Mittwoch kündigte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot einen Vorstoß für eine weitere europäische Reaktion auf die US-Drohungen an. Sein Ministerium arbeite an einem Plan, um auf die "Einschüchterungen" zu reagieren, sagte Barrot im Sender France Inter. Um eine abgestimmte Reaktion zu erreichen, werde Paris die Vorschläge bald den europäischen Verbündeten vorlegen.

US-Außenminister Rubio habe ihm in einem Telefonat versichert, dass Washington einen Militäreinsatz in Grönland ausschließe, fügte Barrot hinzu. "Er hat ausgeschlossen, dass das, was gerade in Venezuela passiert ist, auch in Grönland passieren könnte", sagte der französische Außenminister.

Die dänische Regierung bemüht sich nach eigenen Angaben unterdessen um ein rasches Treffen mit Rubio. Die Regierung in Kopenhagen habe am Montag um das Treffen gebeten, um "gewisse Missverständnisse auszuräumen", sagte der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen. Zuvor hatte bereits die Regierung Grönlands ein Treffen mit Rubio gefordert.

Grönland gehört zum EU- und Nato-Staat Dänemark, genießt aber weitreichende Autonomie. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte am Dienstag gewarnt, ein Angriff auf Grönland durch den Nato-Verbündeten USA würde das Ende der Nato besiegeln.

Auch in den USA gibt es deutliche Kritik an Trumps Drohungen, auch in seiner eigenen Republikanischen Partei. Der republikanische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sagte laut dem Magazin "Politico" am Dienstagabend, er halte einen Militäreinsatz zur Einnahme Grönlands nicht für "angemessen". Der Senator Jerry Moran sagte dem Nachrichtenportal "HuffPost", Grönland gehe die USA "nichts an", er warnte vor einem "Untergang der Nato". Der Abgeordnete Don Bacon schrieb im Onlinedienst X: "Das ist wirklich dumm. Grönland und Dänemark sind unsere Verbündeten."

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Weißes Haus: USA führen mit Iran und Pakistan direkte Dreiergespräche

Die USA, Pakistan und der Iran haben am Samstag direkte Dreiergespräche miteinander geführt. Vertreter der drei Parteien hätten in Islamabad direkte persönliche Gespräche geführt, erklärte ein hochrangiger Beamter aus dem Weißen Haus. Dies stellt eine Abkehr von der bisherigen Praxis dar, bei der die Vertreter Washingtons und Teherans in getrennten Räumen saßen und nur über einen Vermittler verhandelten.

Hunderte protestieren in Magdeburg gegen AfD-Landesparteitag

Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Magdeburg anlässlich des Landesparteitags der AfD gegen die Partei protestiert. Vor dem Tagungsgebäude versammelten sich nach Beobachtungen eines AFP-Reporters etliche Menschen mit Regenbohnenfahnen und Transparenten, auf denen etwa "Nein zu Rassismus" und "Magdeburg für das AfD-Verbot" stand. Nach Angaben der Polizei fanden in ganz Magdeburg fünf Versammlungen und Demonstrationszüge mit insgesamt rund 650 Teilnehmenden statt.

Streit über geplante Gespräche zwischen Israel und Libanon in Washington

Israel will bei den mit dem Libanon geplanten Gesprächen eigenen Angaben zufolge nicht über eine Waffenruhe mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz verhandeln - die Hisbollah bezeichnet ihrerseits die in Washington geplanten Gespräche als gesetzeswidrig. Die angekündigten Gespräche seien "ein offensichtlicher Verstoß" gegen "die Verfassung und libanesische Gesetze", erklärte Hisbollah-Vertreter Hassan Fadlallah am Samstag. Derweil griff Israel weiterhin Ziele der Hisbollah im Libanon an.

Großbritannien legt Rückgabe-Plan für Chagos-Inseln wegen US-Kritik auf Eis

Die britische Regierung wird ihren Plan zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius wegen der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump vorerst nicht weiter verfolgen. Das teilte ein Regierungssprecher am Samstag in London mit. Auf der größten der Inseln befindet sich der US-britische Militärstützpunkt Diego Garcia. Mauritius kündigte an, bei der Rückforderung der Inseln "keine Mühe zu scheuen".

Textgröße ändern: