Deutsche Tageszeitung - Moskau wirft den USA nach Tanker-Beschlagnahme im Atlantik Schüren von Spannungen vor

Moskau wirft den USA nach Tanker-Beschlagnahme im Atlantik Schüren von Spannungen vor


Moskau wirft den USA nach Tanker-Beschlagnahme im Atlantik Schüren von Spannungen vor
Moskau wirft den USA nach Tanker-Beschlagnahme im Atlantik Schüren von Spannungen vor / Foto: © US European Command/AFP

Nach der Beschlagnahme eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers im Nordatlantik hat Russland den USA das Schüren "militärischer und politischer Spannungen" vorgeworfen. Washington sei "bereit, schwerwiegende internationale Krisen zu provozieren", erklärte das russische Außenministerium am Donnerstag. Dies sei "bedauerlich und alarmierend". Das Ministerium verurteilte das US-Vorgehen sowie die Unterstützung durch Großbritannien bei der Beschlagnahme als "gefährlich und unverantwortlich".

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Das Ministerium in Moskau warnte davor, dass der Vorfall die "bereits extrem angespannten russisch-amerikanischen Beziehungen" aufgrund der in den vergangenen Jahren zunehmenden Konflikte noch weiter verschlechtern könnte.

Die Beschlagnahme des Tankers und die Festsetzung eines weiteren Tankers mit mutmaßlichen Verbindungen nach Venezuela in karibischen Gewässern erfolgte wenige Tage nach der Gefangennahme des mit Russland verbündeten venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz.

US-Präsident Donald Trump ist angesichts der zähen diplomatischen Bemühungen um eine Beendigung des Krieges in der Ukraine zunehmend frustriert. Wenige Tage vor der Beschlagnahme hatte Trump sich "nicht begeistert" vom russischen Staatschef Wladimir Putin gezeigt.

Über den Namen und den genauen Status des beschlagnahmten Schiffes - und damit über die Rechtmäßigkeit der Aktion - gibt es widersprüchliche Angaben. Moskau zufolge heißt das Schiff "Marinera" und hat am 24. Dezember eine einstweilige Genehmigung erhalten, unter diesem Namen unter russischer Flagge zu fahren.

Laut Washington dagegen handelt es sich um einen Tanker mit dem Namen "Bella 1". US-Behörden zufolge gehört das Schiff zur sogenannten Schattenflotte, die unter Verstoß gegen US-Sanktionen Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran transportiert.

Das russische Außenministerium wies diese Vorwürfe am Donnerstag zurück. Moskau habe wiederholt "zuverlässige Informationen" über den "zivilen, friedlichen" Status des Schiffs und seine Besitzverhältnisse geliefert, hieß es.

Das Ministerium versicherte, das Schiff sei "in Übereinstimmung mit den Normen des Völkerrechts" unterwegs gewesen und habe einen russischen Hafen angesteuert. Demnach unterliegen Schiffe auf hoher See ausschließlich der Gerichtsbarkeit des Staates, unter dessen Flagge sie fahren.

Nachdem das Verteidigungsministerium in London erklärt hatte, dass britische Truppen die USA bei der Aktion unterstützt hätten, warf Moskau Großbritannien "Seepiraterie" vor.

(W.Novokshonov--DTZ)

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