Deutsche Tageszeitung - Nach Kritik wegen Krisenmanagement bei Stromausfall: Wegner weiter unter Druck

Nach Kritik wegen Krisenmanagement bei Stromausfall: Wegner weiter unter Druck


Nach Kritik wegen Krisenmanagement bei Stromausfall: Wegner weiter unter Druck
Nach Kritik wegen Krisenmanagement bei Stromausfall: Wegner weiter unter Druck / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts seines Krisenmanagements während des großflächigen Stromausfalls steht Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) weiter unter Druck. AfD und FDP in Berlin forderten ihn zum Rücktritt auf, die Grünen verlangten eine Erklärung, auch von der SPD kam Kritik. Die Berliner CDU-Fraktion und auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nahmen Wegner hingegen in Schutz.

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Wegner hatte am Mittwoch eingeräumt, sich am Samstag wenige Stunden nach dem Beginn des Blackouts in Teilen Berlins eine Stunde Zeit für ein Tennisspiel genommen zu haben. Ein Fehlverhalten wies er zurück - er sei die ganze Zeit erreichbar gewesen und habe davor und danach gearbeitet.

AfD und FDP legten Wegner bereits am Mittwochabend einen Rücktritt nahe. Von der Linken hieß es, wer lieber Tennis spiele, statt in der größten Not bei den Menschen zu sein, solle sich überlegen, ob der Job noch der richtige sei. "Während die einen frieren, spielen die anderen Tennis - mehr muss man nicht wissen."

"Ein Regierungschef, der nach fünf Stunden im Homeoffice schon überfordert ist und eine Auszeit braucht, ist dem Amt nicht gewachsen", teilten die Berliner Grünen am Donnerstag mit. Wegner müsse daher erklären, wie er noch die Stadt regieren wolle, wenn ihm das Vertrauen und die Eignung dafür fehlten.

Von der SPD, mit der die CDU in Berlin regiert, kam Kritik aus der Bundespartei. "Diese scheibchenhafte Informationspolitik, das ist etwas, das ist ehrlicherweise nie gut", sagte SPD-Bundestagsfraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese den Sendern RTL und ntv. Es sei nicht nachvollziehbar, warum Wegner erst mit falschen Aussagen an die Öffentlichkeit gegangen sei.

Wegners eigene Fraktion stärkte dem Regierenden Bürgermeister am Donnerstag den Rücken. In einer kurzfristig angesetzten Telefonschalte habe es viel Lob und Anerkennung für Wegner gegeben, hieß es aus Fraktionskreisen. Dass er am ersten Tag des Blackouts Tennis gespielt habe, sei nicht Gegenstand von Kritik gewesen. Wegner selbst räumte laut Teilnehmern ein, "nicht glücklich über die eigene Kommunikation" zu sein. Es wäre besser gewesen, transparent zu sein, soll er gesagt haben.

Bundeskanzler Merz nahm Wegner ebenfalls zumindest indirekt in Schutz. "In den Abläufen ist nichts zu kritisieren", sagte er am Donnerstag bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag im oberbayerischen Kloster Seeon vor Journalisten. "Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht wurde." Direkt zum Tennisspiel äußerte sich Merz nicht.

(L.Møller--DTZ)

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