Deutsche Tageszeitung - Belarussischer Dissident Bjaljazki fordert weiteren politischen Druck gegen Minsk

Belarussischer Dissident Bjaljazki fordert weiteren politischen Druck gegen Minsk


Belarussischer Dissident Bjaljazki fordert weiteren politischen Druck gegen Minsk
Belarussischer Dissident Bjaljazki fordert weiteren politischen Druck gegen Minsk / Foto: © AFP

Nach seiner Freilassung aus der Haft in Belarus hat der Dissident und Friedensnobelpreisträger Ales Bjaljazki angemahnt, den Druck auf den autoritär regierenden Staatschef Alexander Lukaschenko weiter aufrecht zu erhalten. "Menschenrechtsverteidiger, Journalisten und Aktivisten sitzen noch immer im Gefängnis", sagte Bjaljazki am Donnerstag im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Oslo. Nun sei es "sehr wichtig, den Druck auf die belarussische Regierung, auf Lukaschenko aufrechtzuerhalten, damit alle politischen Gefangenen freigelassen werden".

Textgröße ändern:

Der 63-jährige Menschenrechtsaktivist war am 13. Dezember zusammen mit der bekannten belarussische Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa und 121 anderen Gefangenen im Zuge eines Abkommens zwischen Washington und Minsk aus dem Gefängnis freigekommen. Die meisten der Freigelassenen wurden in die Ukraine gebracht, darunter auch Kolesnikowa. Bjaljazki wurde nach Litauen abgeschoben.

"Wir hoffen und erwarten sehr, dass der Prozess der Freilassung politischer Gefangener fortgesetzt wird", fügte Bjaljazki nach einem erstmaligen Treffen mit dem Friedensnobelpreis-Komitee in Oslo hinzu. "Im Moment ist dies wahrscheinlich das wichtigste Problem für uns."

Bjaljazki war 2021 in Belarus festgenommen und im März 2023 wegen angeblicher Finanzdelikte zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Haft wurde Bjaljazki 2022 in Abwesenheit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung vertrat ihn seine Frau Natalia Pintschuk.

1996 hatte Bjaljazki die Nichtregierungsorganisation Wjasna gegründet - zwei Jahre nach Lukaschenkos Amtsantritt. Die Organisation gilt als bekannteste Menschenrechtsgruppe des Landes und dokumentiert seit Jahrzehnten Menschenrechtsverletzungen in Belarus. Laut Wjasna sind nach wie vor mehr als 1100 politische Gefangene in Belarus inhaftiert.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Russland und Ukraine tauschen je 175 Kriegsgefangene aus - Feuerpause in Kraft

Russland und die Ukraine haben kurz vor einer Feuerpause über das orthodoxe Osterfest erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei. Unterdessen trat die von Kreml-Chef Wladmir Putin angekündigte Feuerpause über das orthodoxe Osterfest in Kraft.

USA und Iran beginnen in Pakistan Gespräche über Ende des Iran-Krieges

In einem Klima des gegenseitigen Misstrauens haben ranghohe Delegationen der USA und des Iran am Samstag in Pakistan Gespräche über eine Beendigung des Iran-Krieges begonnen. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif empfing beide Delegationen getrennt voneinander, bevor er die Verhandlungen für eröffnet erklärte. Nach fünf Wochen Krieg gilt derzeit eine zweiwöchige Waffenruhe. Die Positionen der Kriegsparteien liegen aber extrem weit auseinander.

Angriffe und Gefangenenaustausch vor Oster-Feuerpause zwischen Moskau und Kiew

Kurz vor einer geplanten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest hat Russland die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen. Bei russischen Angriffen auf mehrere Regionen der Ukraine wurden ukrainischen Behördenangaben zufolge vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt. In der von Russland besetzten Region Donezk wurden laut russischen Angaben zwei Menschen durch eine ukrainische Drohne getötet. Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.

Vor Wahlen: Hunderte protestieren in Magdeburg anlässlich des AfD-Landesparteitags

Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Magdeburg anlässlich des Landesparteitags der AfD gegen die Partei protestiert. Vor dem Tagungsgebäude versammelten sich nach Beobachtungen eines AFP-Reporters etliche Menschen mit Regenbohnenfahnen und Transparenten, auf denen etwa "Nein zu Rassismus" und "Magdeburg für das AfD-Verbot" stand. Mit dabei waren etwa die Gruppe Omas gegen Rechts und Mitglieder anderer Parteien wie der Grünen.

Textgröße ändern: