Deutsche Tageszeitung - Russland erklärt ausländische Truppen in der Ukraine zu "legitimen Zielen"

Russland erklärt ausländische Truppen in der Ukraine zu "legitimen Zielen"


Russland erklärt ausländische Truppen in der Ukraine zu "legitimen Zielen"
Russland erklärt ausländische Truppen in der Ukraine zu "legitimen Zielen" / Foto: © AFP

Russland hat den Westen mit deutlichen Worten vor der Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine gewarnt: Diese würden als "legitime militärische Ziele" betrachtet, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau. Sie reagierte damit auf die jüngsten Beratungen der Ukraine-Verbündeten in Paris, bei denen Frankreich und Großbritannien ihre Absicht bekräftigten, im Falle eines Waffenstillstands eine multinationale Truppe zu dessen Absicherung in die Ukraine zu schicken.

Textgröße ändern:

Die Außenamtssprecherin in Moskau bezichtigte die westlichen Verbündeten der Ukraine der Kriegstreiberei. "Die neuen militaristischen Erklärungen der sogenannten Koalition der Willigen und des Regimes in Kiew begründen eine echte 'Kriegsachse'", erklärte Sacharowa. Die Pläne dieser Länder seien "gefährlich" und "zerstörerisch". Präsident Wladimir Putin hatte bereits im September gesagt, westliche Soldaten in der Ukraine nach einem Waffenstillstand seien "ein legitimes Ziel".

Seit Monaten laufen intensive diplomatische Bemühungen zur Beendigung des seit vier Jahren andauernden Krieges. Am Dienstag hatten sich die Verbündeten der Ukraine im Beisein von US-Gesandten in Paris auf Sicherheitsgarantien für das Land für den Fall eines Waffenstillstands geeinigt. In der Absichtserklärung der europäischen Staats- und Regierungschefs ist von einem Mechanismus zur Überwachung des erhofften Waffenstillstands die Rede, den die USA leiten sollen.

Zudem wurde eine internationale Ukraine-Truppe in Aussicht gestellt. Anders als Deutschland wollen Großbritannien und Frankreich im Falle eines Waffenstillstands Militärstützpunkte in der Ukraine errichten. Geplant seien "geschützte Einrichtungen für Waffen und militärische Ausrüstung", um die "Verteidigungsbedürfnisse der Ukraine" zu unterstützen, sagte der britische Premierminister Keir Starmer.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei dem Gipfel in Paris eine militärische Beteiligung Deutschlands an der Absicherung eines Waffenstillstands in Aussicht gestellt - dies jedoch nicht auf ukrainischem Boden. Er halte es stattdessen für denkbar, "dass wir nach einem Waffenstillstand Kräfte für die Ukraine auf benachbartem Nato-Gebiet einmelden", sagte Merz. Darüber würden Bundesregierung und Bundestag entscheiden, sobald die genannten Bedingungen geklärt seien.

Am Donnerstag äußerte sich Merz erneut zum Thema Sicherheitsgarantien. Es werde alles getan, damit dieser Krieg beendet werde, sagte der Kanzler im oberbayerischen Kloster Seeon. "Aber wir sprechen in diesem Zusammenhang nur über eine militärische Absicherung eines Friedens, eines Waffenstillstandsabkommens." Von einer Zustimmung Russlands zu solch einem Abkommen "sind wir vermutlich immer noch ziemlich weit entfernt".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte derweil im Onlinedienst X, das mit den USA vereinbarte Dokument zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine sei "jetzt im Grunde fertig zur Fertigstellung auf höchster Ebene".

Russland greift die Ukraine weiterhin regelmäßig an und kontrollierte Ende 2025 fast 20 Prozent des ukrainischen Territoriums. Ziel neuer nächtlicher russischer Angriffe wurden am Donnerstag Dnipropetrowsk und Saporischschja. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser. Der Bürgermeister von Dnipropetrowsk, Boris Filatow, sprach von einem "nationalen Notstand".

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Hacker greifen Dänemarks Melderegister an - Daten von 8,8 Millionen Menschen betroffen

Dänemarks Digitalministerin spricht von einem "äußerst schwerwiegenden Vorfall": Hacker haben das zentrale Melderegister des Landes angegriffen und sich Zugriff auf die Daten von 8,8 Millionen Menschen verschafft. Ministerin Christina Egelund erklärte am Montag, das gesamte Ausmaß des Angriffs müsse noch erfasst werden. Die Unbekannten erlangten unter anderem Zugriff auf Namen, Adressen und Sozialversicherungsnummern von registrierten lebenden und verstorbenen Menschen. Insgesamt enthält das Register Daten von rund elf Millionen Menschen.

Bosnisch-serbischer Hardliner Dodik erklärt seine Partei zum Wahlsieger - Dank an Trump und Putin

Die Partei des abgesetzten bosnischen Serbenführers Milorad Dodik hat bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina offensichtlich ihre Macht erhalten können - sowohl in der Teilrepublik Srpska als auch im dreiköpfigen Staatspräsidium des Zentralstaats. "Ich erkläre, dass wir gewonnen haben", sagte der nationalistische Hardliner am Sonntag vor Unterstützern in Banja Luka. Dabei dankte er US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin. Die Wahlbeteiligung lag deutlich niedriger als bei den vorherigen Wahlen.

Linke zieht gegen Ministerin Reiche vor das Bundesverfassungsgericht

Die Linkspartei zieht im Streit um eine Äußerung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor das Bundesverfassungsgericht. Anlass für die Klage ist eine Äußerung, die Reiche auf der offiziellen Seite des Ministeriums im Onlinedienst Instagram gepostet hatte: "Antisemitismus und Enteignung gefährden Deutschland und die Wirtschaft." Die Berliner Linke sieht darin eine Verletzung des Neutralitätsgebots des Ministeriums und klagte auf Unterlassung. Ein Sprecher Reiches bestätigte am Montag, dass ein Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht eingegangen und an das Ministerium weitergeleitet worden sei.

Strafbarkeit von Leugnung des Existenzrechts Israels: Hessen pocht auf Gesetz

Hessens Landesregierung hat einen neuen Anlauf genommen, um die Leugnung des Existenzrechts Israels unter Strafe zu stellen. Das Bundesland sieht sich dabei durch ein neues Rechtsgutachten bestätigt, das am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Das Gutachten habe die von der Bundesregierung vorgebrachten verfassungsrechtliche Bedenken "klar widerlegt", sagte der hessische Justizminister Christian Heinz (CDU) bei der Vorstellung.

Textgröße ändern: