Deutsche Tageszeitung - Russland setzt bei neuen Angriffen auf Ukraine Hyperschallrakete Oreschnik ein

Russland setzt bei neuen Angriffen auf Ukraine Hyperschallrakete Oreschnik ein


Russland setzt bei neuen Angriffen auf Ukraine Hyperschallrakete Oreschnik ein
Russland setzt bei neuen Angriffen auf Ukraine Hyperschallrakete Oreschnik ein / Foto: © AFP

Bei neuen nächtlichen Angriffen auf die Ukraine hat Russland die Hyperschall-Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. In der Nacht zu Freitag hätten die russischen Streitkräfte mit Hilfe der Oreschnik "strategische Ziele" in der Ukraine angegriffen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau. Besonders stark betroffen war nach ukrainischen Angaben der Westen des Landes. In Kiew meldeten die Behörden mindestens vier Todesopfer. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem "Test" für die westlichen Verbündeten seines Landes.

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Die russischen Streitkräfte hätten einen "massiven Schlag mit hochpräzisen Waffen mittlerer Reichweite" ausgeführt, erklärte das Ministerium. Dazu zählten insbesondere Mittelstreckenraketen vom Typ Oreschnik sowie Drohnen. Die Angriffe hatten dem Verteidigungsministerium zufolge ukrainische Drohnen-Produktionsstätten und Energie-Infrastruktur zum Ziel.

Nähere Einzelheiten zu den Angriffen nannte das russische Verteidigungsministerium nicht. Es erklärte jedoch, sie seien "als Reaktion auf den Terroranschlag des Kiewer Regimes" auf eine Residenz von Kreml-Chef Wladimir Putin Ende Dezember erfolgt - ein Vorwurf, den die Ukraine als "Lüge" zurückgewiesen hat.

Bei dem Typ Oreschnik handelt es sich um atomwaffenfähige russische Raketen. Die Rakete erreicht nach Angaben des russischen Präsidenten Putin eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde. Sie wurde bereits Mitte Dezember im eng mit Russland verbündeten Belarus stationiert, wie der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko damals mitteilte.

Die neuartige Rakete wurde erstmals im November 2024 - ohne nukleare Ladung - gegen eine Rüstungsfabrik in Dnipro im Zentrum der Ukraine eingesetzt. Im August kündigte Putin die Serienproduktion von Oreschnik-Raketen an, die mit einem atomaren Sprengkopf bestückt werden können.

Die ukrainische Armee hatte mitgeteilt, im westukrainischen Lwiw habe eine ballistische Rakete Infrastruktureinrichtungen getroffen. Der örtliche Bürgermeister sagte zunächst, es sei Sache des ukrainischen Militärs, zu bestimmen, ob eine Oreschnik-Rakete eingesetzt worden sei. Die örtliche Militärverwaltung erklärte, die Strahlenwerte lägen im normalen Bereich.

Später teilte die ukrainische Luftwaffe mit, dass Russland in der Nacht 36 Raketen und 242 Drohnen verschiedener Bauarten auf die Ukraine abgefeuert habe. Der Luftabwehr sei es gelungen, 226 Drohnen und 18 Raketen abzufangen.

Massive russische Angriffe wurden auch aus Kiew gemeldet. In der ukrainischen Hauptstadt und ihren Vororten seien mindestens vier Menschen getötet worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. 13 weitere Menschen seien verletzt worden. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der gesamten Ukraine vor Raketenbeschuss.

Die russische Angriffswelle auf die Ukraine sei als "Test" für Kiews westliche Verbündete gedacht, erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. Ein solcher Angriff nahe der Grenze zur EU und zur Nato ist eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit auf dem europäischen Kontinent und eine Bewährungsprobe für die transatlantische Gemeinschaft", erklärte Sybiha in Onlinediensten.

Am Dienstag hatten sich die Verbündeten der Ukraine im Beisein von US-Gesandten in Paris auf Sicherheitsgarantien für das Land für den Fall eines Waffenstillstands geeinigt. Zudem wurde eine internationale Ukraine-Truppe in Aussicht gestellt.

Russland warnte den Westen daraufhin mit deutlichen Worten vor der Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine: Solche Truppen würden als "legitime militärische Ziele" betrachtet, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau.

Die US-Botschaft in Kiew hatte ihrerseits am Donnerstag davor gewarnt, dass es in den kommenden Tagen zu einem "potenziell bedeutenden Luftangriff" Russlands kommen könne. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wiederholte diese Warnung in seiner abendlichen Ansprache.

Seit Monaten laufen intensive diplomatische Bemühungen zur Beendigung des seit vier Jahren andauernden Krieges, bislang allerdings ohne Erfolg. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Donnerstag im oberbayerischen Kloster Seeon: Von einer Zustimmung Russlands zu einem Abkommen über ein Ende des Krieges "sind wir vermutlich immer noch ziemlich weit entfernt".

(U.Beriyev--DTZ)

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