Deutsche Tageszeitung - Maduro meldet sich laut Sohn aus US-Gefängnis kämpferisch zu Wort

Maduro meldet sich laut Sohn aus US-Gefängnis kämpferisch zu Wort


Maduro meldet sich laut Sohn aus US-Gefängnis kämpferisch zu Wort
Maduro meldet sich laut Sohn aus US-Gefängnis kämpferisch zu Wort / Foto: © AFP/Archiv

Mit einer kämpferischen Ansage hat sich der bei einem US-Militäreinsatz entmachtete und in New York inhaftierte venezolanische Staatschef Nicolás Maduro aus dem Gefängnis zu Wort gemeldet. "Uns geht es gut. Wir sind Kämpfer", sagte Maduro laut einem am Samstag (Ortszeit) veröffentlichten Video seines Sohnes Nicolás Maduro Guerra. In der venezolanischen Hauptstadt Caracas forderten rund tausend Demonstranten die Freilassung Maduros.

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Maduro und seine Frau Cilia Flores waren vor gut einer Woche bei einem US-Militäreinsatz in Caracas gefangen genommen und in die USA gebracht worden. Dem langjährigen linksnationalistischen Präsidenten soll dort wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden. Sein Vater habe sich im Gefängnis in New York vor seinen Anwälten geäußert, sagte Nicolás Maduro Guerra in dem Video, das von Venezuelas Regierungspartei PSUV veröffentlicht wurde.

Anhänger Maduros forderten am Samstag die Freilassung des gestürzten Präsidenten. Allerdings versammelten sich bei den Protesten im Westen der Hauptstadt Caracas nur rund tausend Menschen. Ein paar hundert Protestteilnehmer kamen zudem im nahegelegenen Petare zusammen - weitaus weniger als bei früheren von Maduro-Unterstützern organisierten Demonstrationen. Sie werde so oft demonstrieren, wie es nötig sei, "bis Nicolás und Cilia zurückkommen", sagte die 69-jährige Soledad Rodríguez.

Hochrangige Regierungsvertreter traten bei den Demonstrationen dagegen nicht auf. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez nahm stattdessen an einer Landwirtschaftsmesse teil. Dort sicherte sie in einer Fernsehansprache zu, sie werde "keine Minute ruhen, bis wir unseren Präsidenten wiederhaben". Auch Innenminister Diosdado Cabello und Verteidigungsminister Vladimir Padrino López fehlten bei den Protesten.

Laut Venezuelas Außenminister Yván Gil hat die Regierung in Caracas einen Prozess eingeleitet, "um die diplomatischen Beziehungen" zwischen Venezuela und den USA "wiederherzustellen".

Caracas hatte am Donnerstag mit der Freilassung zahlreicher politischer Gefangener begonnen. Nach Angaben der Opposition wurden bis Samstagabend aber lediglich 21 Häftlinge freigelassen, darunter mehrere prominente Oppositionspolitiker. Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge gibt es in Venezuela zwischen 800 und 1200 politische Gefangene.

Unter den Freigelassenen waren der frühere Präsidentschaftskandidat Enrique Márquez und die prominente spanisch-venezolanische Aktivistin Rocío San Miguel. Die Regierung hatte allerdings erklärt, dass eine "große" Anzahl von Häftlingen als Zeichen des Entgegenkommens freigelassen würden - was die USA als Erfolg für sich verbuchten.

"Venezuela hat den Prozess der Freilassung seiner politischen Gefangenen in großem Stil begonnen", schrieb US-Präsident Donald Trump am Samstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Er hoffe, diese Gefangenen würden sich "daran erinnern, wie viel Glück sie hatten, dass die USA gekommen sind und das getan haben, was getan werden musste".

Das US-Außenministerium forderte unterdessen seine Bürger in Venezuela auf, das Land "unverzüglich" zu verlassen. "Die Sicherheitslage in Venezuela bleibt weiterhin unbeständig", hieß es in einer Sicherheitswarnung.

Trump unterzeichnete am Samstag ein Dekret, durch das venezolanische Vermögenswerte in den USA wie etwa Gelder aus dem Verkauf von Öl geschützt werden sollen. Das Dekret sieht die Schaffung eines Fonds vor, der Venezuela gehört, aber in den USA angesiedelt ist und unter der Kontrolle der US-Regierung steht.

Bei einem Treffen mit Ölunternehmern am Freitag hatte Trump betont, Verhandlungen über Ölgeschäfte in Venezuela werde ausschließlich die US-Regierung führen. "Sie verhandeln direkt mit uns, Sie verhandeln überhaupt nicht mit Venezuela, wir wollen nicht, dass Sie mit Venezuela verhandeln", sagte er an die Konzernchefs gerichtet. "Wir werden die Entscheidung treffen, welche Ölfirmen reingehen dürfen, welchen wir das erlauben und mit welchen Unternehmen wir einen Vertrag abschließen werden."

Die USA haben nach Trumps Worten nach der Gefangennahme Maduros durch US-Elitesoldaten die Führung des rohstoffreichen Venezuela übernommen. Die politische Führung in Caracas hatte er aufgefordert, mit Washington zusammenzuarbeiten, auch um die reichen Ölreserven des Landes auszubeuten.

(L.Møller--DTZ)

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