Deutsche Tageszeitung - Bundeswehr hat seit 2024 an 40 Übungsmissionen in der Arktis teilgenommen

Bundeswehr hat seit 2024 an 40 Übungsmissionen in der Arktis teilgenommen


Bundeswehr hat seit 2024 an 40 Übungsmissionen in der Arktis teilgenommen
Bundeswehr hat seit 2024 an 40 Übungsmissionen in der Arktis teilgenommen / Foto: © AFP

Die Bundeswehr hat seit 2024 an 40 Übungsmissionen nördlich des Polarkreises teilgenommen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Die Zahl der an den Trainingseinsätzen beteiligten Bundeswehrangehörigen war dabei sehr unterschiedlich. Sie reicht von 1140 Soldatinnen und Soldaten bei einer Marineschießübung im Oktober 2025 im Norden Norwegens bis zur Teilnahme eines Bundeswehr-Mitglieds an einer Truppenübung 2024 in Kanada.

Textgröße ändern:

Aus der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage geht ebenfalls hervor, dass Deutschland zwischen 1. Januar und 10. Dezember 2025 Rüstungsgüter im Wert von etwa drei Milliarden Euro an Arktis-Anrainerstaaten geliefert hat. Der größte Anteil von rund 1,3 Milliarden Euro entfiel dabei auf Norwegen, mit dem Deutschland über ein gemeinsames U-Boot-Projekt verbunden ist. An zweiter Stelle folgten demnach Waffenexporte in Höhe von etwa 940 Millionen Euro nach Schweden, gefolgt von Exporten in die USA von fast 480 Millionen Euro.

Zuerst hatte die "taz" über die Antwort der Bundesregierung berichtet. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Ulrich Thoden, sieht die Teilnahme an den Übungen und die Waffenexporte als "Ausdruck eines abenteuerlichen Expansionskurses" der Bundeswehr.

Thoden kritisiert auch die aktuelle Erkundungsmission der Bundeswehr in Grönland. Diese müsse "als Testballon für eine spätere Truppenstationierung verstanden werden", erklärte er. Der Linken-Politiker sprach von einer "besorgniserregenden Eskalation". Jetzt sei nicht die Zeit für eine Bundeswehr-Entsendung, "sondern die US-Übernahmepläne müssen zusammen mit den europäischen Partnern politisch vereitelt werden".

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Netanjahu lehnt von Trump unterstützten 15-Punkte-Plan für Gazastreifen weiter ab

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Ablehnung des von US-Präsident Donald Trump unterstützten Plans zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen bekräftigt. Bereits vergangene Woche hatte Netanjahu den Plan kritisiert, nun wurde er deutlicher: "Israel lehnt den 15-Punkte-Plan ab", sagte er am Sonntag. Die israelische Armee werde erst dann aus dem Gazastreifen abziehen, wenn die dort herrschende Hamas "wirklich" entwaffnet sei.

Damaskus meldet Grundsatzeinigung mit Moskau zu Nutzung russischer Stützpunkte in Syrien

Für die beiden verbliebenen russischen Armeestützpunkte in Syrien gibt es offenbar eine Grundsatzeinigung zur künftigen Nutzung: Russlands einzige Militärbasen im Ausland außerhalb ehemaliger Sowjetstaaten sollen in "gemeinsame Ausbildungszentren" umgewandelt werden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Sonntag unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus meldete. Die zivilen Bereiche sollen unter die Aufsicht der syrischen Behörden fallen. Moskau äußerte sich zunächst nicht zu der bekanntgegeben Einigung.

Papst fordert humanitäre Korridore im Sudan

Papst Leo XIV. hat die Einrichtung humanitärer Korridore für Zivilisten im Bürgerkrieg im Sudan gefordert. "Mit Sorge verfolge ich weiter die tragische Situation im Sudan, vor allem in der Stadt Al-Obeid", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag. In der Stadt hatte es in den vergangenen Wochen heftige Drohnenangriffe gegeben. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat angesichts einer sich abzeichnenden "Katastrophe" dort eine "rote Alarmstufe" ausgerufen.

Iran bekräftigt harte Haltung in Streit um Straße von Hormus

Der Iran hat seine harte Haltung im Streit um die Straße von Hormus bekräftigt. Die Blockade der strategisch wichtigen Meerenge werde so lange fortgesetzt, "bis der Feind alle unsere Bedingungen erfüllt", sagte der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Mohebi, am Sonntag nach Angaben des Staatsfernsehens. "Die Meerenge ist für uns derzeit ein Kriegsschauplatz und nicht nur eine Wasserstraße."

Textgröße ändern: