Deutsche Tageszeitung - Letzter Kühlturm am stillgelegten Atomkraftwerk Biblis eingestürzt

Letzter Kühlturm am stillgelegten Atomkraftwerk Biblis eingestürzt


Letzter Kühlturm am stillgelegten Atomkraftwerk Biblis eingestürzt
Letzter Kühlturm am stillgelegten Atomkraftwerk Biblis eingestürzt / Foto: © AFP/Archiv

Der vierte und letzte Kühlturm des seit Jahren stillgelegten Atomkraftwerks Biblis in Hessen ist am Freitag wie geplant kontrolliert eingestürzt. Ein ferngesteuerter Bagger destabilisierte die Betonstruktur an dem 80 Meter hohen Turm so lange, bis er um 12.43 Uhr in sich zusammenfiel. Dazu waren nach Angaben des Betreibers RWE zuvor Risse in den Beton eingebracht worden.

Textgröße ändern:

"Der Abbruch aller Kühltürme ist für uns ein wichtiger Meilenstein im Rückbau", erklärte Ralf Stüwe von RWE. An dem Abriss des vierten Kühlturms hatte es zuletzt Kritik gegeben, weil zahlreiche Nester von Mehlschwalben gefunden worden waren. Vor Abriss der Kühltürme habe RWE "artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen" umgesetzt, erklärte das Unternehmen. Es seien acht Schwalbenhäuser für mehrere hundert Tiere errichtet worden.

Seit März 2011 ist das Atomkraftwerk stillgelegt. Es gehörte zu jenen Anlagen, die im Zuge des Atommoratoriums wenige Tage nach dem Tsunami und der darauf folgenden Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan abgeschaltet wurden. Zuvor hatte das Kraftwerk wegen zahlreicher Störfälle in der Kritik gestanden.

Seit 2017 läuft der Rückbau, 15 Jahre sind dafür insgesamt veranschlagt. Die letzten Brennstäbe wurden 2019 aus dem Kraftwerk entfernt und in ein Zwischenlager nahe der Anlage gebracht.

Die ersten beiden Kühltürme wurden 2023 kontrolliert zum Einsturz gebracht. Im vergangenen Dezember folgte der dritte Turm. Mit dem Einsturz am Freitag sind nun alle Kühltürme abgerissen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Syriens Präsident al-Scharaa weist Trump-Vorschlag zu Intervention im Libanon zurück

Syriens Staatschef Ahmed al-Scharaa hat einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das syrische Militär im Nachbarland Libanon gegen die pro-iranische Hisbollah vorgehen könnte. "Wir suchen nach wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Libanon und Syrien, nicht nach militärischen", sagte al-Scharaa in einem am Sonntag vom Sender al-Maschhad ausgestrahlten Interview.

Richtungsweisende Stichwahl um Präsidentenamt in Kolumbien: Enges Rennen erwartet

Linksgerichteter Verfechter der Menschenrechte oder ultrarechter Hardliner mit Rückendeckung aus Washington: In Kolumbien haben die extrem gegensätzlichen Kandidaten Iván Cepeda und Abelardo de la Espriella am Sonntag in einer richtungsweisenden Stichwahl um das Präsidentenamt gerungen. Die Umfragen sagten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem linksgerichteten Senator und dem rechtsgerichteten Rechtsanwalt voraus. De la Espriella sprach von der "wichtigsten Wahl" in der Geschichte des südamerikanischen Landes.

Libanon-Konflikt belastet Auftakt US-iranischer Verhandlungen über dauerhaften Frieden

Die Konfrontation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon hat den Auftakt der Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Iran-Kriegs schwer belastet. Kurz nach Beginn der Gespräche am Sonntag in der Schweiz drohte US-Präsident Donald Trump dem Iran mit neuen Militärangriffen, sollte dieser die Hisbollah nicht zügeln. Die iranische Delegation verließ daraufhin laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna das Hotel, wo die Verhandlungen stattfanden. Irna nannte Trumps Onlinebotschaft "beleidigend".

Staatsmedien: Nach Trumps Drohung verlässt Irans Delegation Verhandlungsort

Nach den neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit Militärangriffen auf den Iran hat die iranische Delegation laut Staatsmedien am Sonntag den Ort der Verhandlungen mit der US-Seite in der Schweiz verlassen. Die iranischen Unterhändler hätten das Hotel verlassen, wo die Gespräche stattfanden, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Die Agentur verwies in diesem Zusammenhang auf die Onlinebotschaft Trumps vom Sonntag - dieser hatte Teheran mit Blick auf den Konflikt im Libanon mit neuen Angriffen gedroht.

Textgröße ändern: