Deutsche Tageszeitung - Statistik: Kuba produziert nur die Hälfte des eigenen Strombedarfs

Statistik: Kuba produziert nur die Hälfte des eigenen Strombedarfs


Statistik: Kuba produziert nur die Hälfte des eigenen Strombedarfs
Statistik: Kuba produziert nur die Hälfte des eigenen Strombedarfs / Foto: © AFP/Archiv

Kuba hat offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr nur rund die Hälfte seines Strombedarfs erzeugt. Von Anfang Januar bis Ende Dezember 2025 habe das Land im Durchschnitt ein Stromdefizit von 49,8 Prozent gehabt, heißt es in offiziellen Statistiken, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen. Der Strombedarf des Landes liegt demnach zu Spitzenzeiten bei rund 3300 Megawatt.

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Die Stromknappheit könnte sich angesichts jüngster Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber Havanna weiter verschärfen: Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela geriet Kuba zunehmend ins Visier der US-Regierung. Es werde "kein weiteres Öl oder Geld nach Kuba gehen", sofern Havanna nicht bereit sei, einen "Deal abzuschließen", erklärte Trump vergangenen Sonntag.

Das kommunistische Kuba ist in hohem Maß von venezolanischen Öllieferungen abhängig. Seit 2000 gilt die sozialistische Regierung in Caracas als ideologischer Verbündeter Kubas und Hauptlieferant von stark subventioniertem Öl.

Kuba befindet sich in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Seit Ende 2024 gab es fünf landesweite Stromausfälle, die teilweise mehrere Tage dauerten. Fast täglich haben die Menschen zudem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen, die mitunter auch mehr als 20 Stunden dauern.

Der Inselstaat produziert seinen Strom in acht veralteten Kraftwerken. Nach Angaben der Regierung in Havanna trägt das US-Embargo gegen den Inselstaat dazu bei, dass das marode Stromnetz nicht überholt werden kann. Ökonomen führen zudem unzureichende staatliche Investitionen in die Energieversorgung an.

Die Installation von rund 40 von China finanzierten Solarparks hat die Situation noch nicht entschärft: Die Solarstromproduktion verzehnfachte sich zwar im Jahr 2025 von 300 bis 400 Megawattstunden im März auf über 3000 Megawattstunden Ende Dezember. Doch der Solarstrom kann lediglich bei Sonnenschein genutzt werden und nicht nachts, wenn der Bedarf am höchsten ist.

Neben den ständigen Stromausfällen von bis zu 20 Stunden am Tag machen auch eine hohe Inflation sowie Lebensmittel- und Medikamentenknappheit der kubanischen Bevölkerung zu schaffen.

(V.Korablyov--DTZ)

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