Deutsche Tageszeitung - "Es reicht jetzt": CDU-Politiker Beyer kritisiert vor Grönland-Besuch Trumps Drohungen

"Es reicht jetzt": CDU-Politiker Beyer kritisiert vor Grönland-Besuch Trumps Drohungen


"Es reicht jetzt": CDU-Politiker Beyer kritisiert vor Grönland-Besuch Trumps Drohungen
"Es reicht jetzt": CDU-Politiker Beyer kritisiert vor Grönland-Besuch Trumps Drohungen / Foto: © AFP

Der CDU-Außenpolitiker Peter Beyer hat vor seinem Besuch auf Grönland das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump kritisiert und zugleich seine Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung bekundet. "Es reicht jetzt aber auch mal", sagte Beyer am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf Trumps Annexions-Drohungen und seine Ankündigung, Sonderzölle gegen Dänemark und Unterstützer wie Deutschland zu erlassen. "Ich möchte nicht sehen, dass Dänemark und die EU vor Trump in die Knie gehen."

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Beyer will die Arktis-Insel ab Sonntagabend besuchen. "Sinn und Zweck meiner Reise ist, dass ich mir ein eigenes Bild mache", sagte der CDU-Politiker, der dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestags angehört. Er plane unter anderem Gespräche mit politischen Vertretern vor Ort. Er wolle dabei herausfinden: "Wie ist die Stimmung eigentlich im politischen Bereich und bei den 'normalen Leuten'"? Zudem plane er Gespräche mit den Bundeswehrsoldaten, die sich auf Grönland an einer Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder beteiligen.

"Mein Besuch ist dezidiert nicht gegen die USA gerichtet", betonte der frühere Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung. Vielmehr gehe es ihm um ein Zeichen der "Solidarität mit den Grönländern und Dänemark".

Die Drohungen des US-Präsidenten, der den Willen zur Übernahme Grönlands schon in seiner ersten Amtszeit bekundet hatte, seien "lange nicht ernst genug genommen worden", sagte Beyer.

Ein militärisches Eingreifen der USA halte er aber "für eher unwahrscheinlich", zumal Trump auch in den Reihen seiner Republikanischen Partei wegen seiner Drohungen gegen Grönland zunehmen in die Kritik gerate. Offenbar verfolge Trump seine für ihn typische Verhandlungsstrategie und wolle "maximalen Druck aufbauen, um uns an den Verhandlungstisch zu zwingen".

Er glaube, dass es weiterhin möglich sei, "dass wir zu einer Lösung kommen, die sich im Rahmen des internationalen Rechts bewegt", sagte Beyer. Ziel müsse es sein, "gemeinsam mit den USA" für mehr Sicherheit in der Arktis zu sorgen.

Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf der Arktis-Insel die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Da Dänemark wie die USA der Nato angehört, droht der Konflikt um Grönland auch die Nato zu spalten.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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