Deutsche Tageszeitung - Trump kritisiert Großbritanniens Rückgabe von Chagos-Inseln an Mauritius als "dumm"

Trump kritisiert Großbritanniens Rückgabe von Chagos-Inseln an Mauritius als "dumm"


Trump kritisiert Großbritanniens Rückgabe von Chagos-Inseln an Mauritius als "dumm"
Trump kritisiert Großbritanniens Rückgabe von Chagos-Inseln an Mauritius als "dumm" / Foto: © DoD/AFP

US-Präsident Donald Trump hat eine Vereinbarung zwischen Großbritannien und Mauritius zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln als "dumm" kritisiert. Dass die britische Regierung dieses "äußerst wichtige" Stück Land an Mauritius übergebe, sei ein "Akt großer Dummheit", erklärte Trump am Dienstag in Onlinediensten. "Es ist ein weiterer Grund in einer langen Reihe von Gründen der nationalen Sicherheit, warum Grönland erworben werden muss", fügte er in Anspielung auf die zum Nato-Land Dänemark gehörende autonome Arktis-Insel hinzu.

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Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Das Abkommen sei "der einzige Weg", den Zugang Großbritanniens und der USA zum wichtigen Militärstützpunkt auf der größten Insel des Archipels, Diego Garcia, aufrecht zu erhalten, sagte Starmer damals. Trump hatte die Vereinbarung ausdrücklich befürwortet.

Das Abkommen sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.

Das Abkommen befindet sich nun in der Schlussphase, ist aber noch nicht ratifiziert. Großbritannien besteht jedoch darauf, dass es trotz Trumps Kehrtwende vorangetrieben wird. Dies werde von Mauritius "mit Zufriedenheit" wahrgenommen, erklärte der Justizminister von Mauritius, Gavin Glover.

Auch Trumps Äußerungen zu dem Abkommen seien "zur Kenntnis genommen" worden, erklärte Glover. Diese stünden "in einem größeren geopolitischen Kontext, in dem die jeweiligen Positionen mehrerer internationaler Partner, insbesondere in der Frage Grönlands, eine Rolle spielen". Der Minister verwies darauf, dass die USA den Chagos-Vertrag als "historisches Abkommen" begrüßt hätten. Trumps gegenteilige Äußerungen würden nun "bestimmte Fragen aufwerfen".

Eine Infragestellung der Zugehörigkeit der Inselgruppe zu Mauritius wies Glover nachdrücklich zurück. "Die Souveränität der Republik Mauritius über den Chagos-Archipel ist bereits eindeutig durch das Völkerrecht anerkannt", erklärte er. Dies sollte "nicht mehr Gegenstand von Debatten sein".

Großbritannien hatte sich im Oktober 2024 nach jahrzehntelangem Streit bereit erklärt, die Chagos-Inseln zurückzugeben, wenn es weiterhin Zugang auf den auch von den USA genutzten Militärstützpunkt erhalte. Mauritius war früher britische Kolonie und wurde gemeinsam mit den Chagos-Inseln verwaltet. Bevor die britischen Kolonialherren Mauritius 1968 in die Unabhängigkeit entließen, trennten sie die Chagos-Inseln administrativ ab und beließen sie unter britischer Kontrolle.

Dagegen hatte Mauritius vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) geklagt und 2019 Recht bekommen. Der Stützpunkt auf Diego Garcia war während des Kalten Krieges von zentraler strategischer Bedeutung, in den vergangenen Jahren wurde er für US-Luftwaffeneinsätze in Afghanistan und im Irak genutzt.

(L.Svenson--DTZ)

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