Deutsche Tageszeitung - US-Richter stoppt Auswertung beschlagnahmter Datenträger von US-Journalistin

US-Richter stoppt Auswertung beschlagnahmter Datenträger von US-Journalistin


US-Richter stoppt Auswertung beschlagnahmter Datenträger von US-Journalistin
US-Richter stoppt Auswertung beschlagnahmter Datenträger von US-Journalistin / Foto: © AFP/Archiv

Ein US-Bundesrichter hat die Auswertung der vor knapp einer Woche bei einer US-Journalistin der "Washington Post" beschlagnahmten Datenträger gestoppt. Bis zu einer Entscheidung in einem anhängigen Rechtsstreit über die Rechtmäßigkeit der Durchsuchung der Wohnung der Journalistin Hannah Natanson müsse die US-Regierung die Materialien "aufbewahren, darf sie jedoch nicht prüfen", erklärte US-Bundesrichter William Porter am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Urteil. Das US-Justizministerium wirft Natanson vor, über Informationen, die sie wegen einer undichten Stelle im Pentagon erhalten habe, berichtet zu haben.

Textgröße ändern:

Natanson hatte im Dezember über den massiven Stellenabbau in Bundesbehörden und die inhaltliche Neuausrichtung unter Präsident Donald Trump berichtet. Der "Washington Post" zufolge hatten Beamte der Bundespolizei FBI vergangene Woche im Haus der Reporterin ihr privates sowie ihr Arbeits-Laptop, ihr Telefon und eine datenfähige Uhr beschlagnahmt.

Das FBI teilte Natanson mit, dass ihr vorerst kein Verfahren drohe. Kritiker fürchten jedoch, dass die Durchsuchungen einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnten, der die Pressefreiheit in den USA einschränken würde.

Die "Washington Post" erklärte, die Beschlagnahmung der vertraulichen Materialien der Journalistin schränke die Meinungsfreiheit ein und behindere die Berichterstattung. "Jeder weitere Tag, an dem die Regierung diese Materialien in ihrem Besitz hält, richtet irreparablen Schaden an."

Die renommierte Zeitung erklärte, sie habe darum das US-Gericht angerufen, "die sofortige Rückgabe aller beschlagnahmten Materialien anzuordnen und deren Verwendung zu verhindern". Ansonsten würden "künftige Razzien in Redaktionsräumen ermöglicht und Zensur durch Durchsuchungsbefehle normalisiert" werden.

US-Justizministerin Pam Bondi hatte vergangene Woche erklärt, der mutmaßlich für die Weitergabe geheimer Informationen verantwortliche Pentagon-Mitarbeiter sitze "derzeit hinter Gittern". Er habe die Sicherheit der USA aufs Spiel gesetzt. Bei dem Festgenommenen handelt es sich nach Angaben der "Washington Post" um den Systemadministrator Aurelio Perez-Lugones, der vom Pentagon eine Freigabe für die höchste Geheimhaltungsstufe gehabt haben soll.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Emiratische Behörden: Flydubai-Copilot plante "Terrorakt"

Der Copilot der Flydubai-Maschine hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen "Terrorakt" geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Samstag die Generalstaatsanwaltschaft. Der Copilot verletzte den Piloten schwer, konnte aber von Passagieren überwältigt werden, so dass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete.

Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen Fragen. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

G7 geben Rohöl- und Diesel-Reserven frei - Trump schließt Diesel-Exportstopp aus

Angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise haben sich die G7-Staaten auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven verständigt - ein zuvor von den USA angedrohter Diesel-Exportstopp ist laut US-Präsident Donald Trump vom Tisch. "Wir werden kein Exportverbot verhängen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus und lobte die Entscheidung der europäischen Staaten, Diesel aus ihren Reserven freizugeben.

Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

Textgröße ändern: