Deutsche Tageszeitung - Nach Start von Trumps "Friedensrat": Wadephul bekräftigt deutschen Rückhalt für UNO

Nach Start von Trumps "Friedensrat": Wadephul bekräftigt deutschen Rückhalt für UNO


Nach Start von Trumps "Friedensrat": Wadephul bekräftigt deutschen Rückhalt für UNO
Nach Start von Trumps "Friedensrat": Wadephul bekräftigt deutschen Rückhalt für UNO / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts des Starts des von US-Präsident Donald Trump auf den Weg gebrachten "Friedensrats" die deutsche Unterstützung für die Vereinten Nationen bekräftigt. Die UNO sei für die Bundesregierung "die Organisation auf internationaler Ebene, die wir unterstützen und auf die wir unsere Bemühungen konzentrieren", sagte Wadephul am Donnerstag bei einem Besuch in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Textgröße ändern:

Diese Unterstützung für die UNO sei der Grund, warum Deutschland nicht an der Unterzeichnung der Gründungscharta des "Friedensrats" teilgenommen habe, fügte Wadephul hinzu. Zuvor hatten Trump und Vertreter aus weiteren Staaten am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos das Gründungsdokument des neuen internationalen Gremiums unterzeichnet, das Trump ins Leben gerufen hat.

Der US-Präsident versicherte dabei zwar, dass der "Friedensrat" in seiner Arbeit "Verbindungen" zur UNO pflegen werde. Doch grenzt sich der "Friedensrat" in seiner Charta deutlich von den Vereinten Nationen ab. Das neue Gremium müsse "den Mut haben, sich von Ansätzen und Institutionen zu lösen, die allzu oft gescheitert sind", steht in der Präambel - ein deutlicher Seitenhieb gegen die UNO, die Trump immer wieder heftig kritisiert hat.

Deutschland ist von der US-Regierung zum Beitritt zum "Friedensrat" eingeladen worden. Bislang hat sich die Bundesregierung jedoch zurückhaltend dazu geäußert. Wadephul sagte am Donnerstag beim Besuch des Hauptquartiers des Staatenverbunds Afrikanische Union (AU) in Addis Abeba, die Bundesregierung habe "noch einige Fragen" bezüglich des "Friedensrats" an die US-Regierung, "die wir jetzt miteinander austauschen werden". Im Unterschied zu Deutschland hat Frankreich eine Teilnahme an dem "Friedensrat" bereits abgelehnt.

Sein Plädoyer für die UNO verband Wadephul mit der Forderung nach Reformen der Weltorganisation. Die Vereinten Nationen seien "reformbedürftig", und müssten "effektiver" und "repräsentativer" werden. "Das gilt ja insbesondere auch für den afrikanischen Kontinent", sagte der Bundesaußenminister. Damit bezog er sich darauf, dass Afrika nicht im Sicherheitsrat - dem mächtigsten Gremium der UNO - in Form einer ständigen Mitgliedschaft vertreten ist. Für eine Reform des UN-Sicherheitsrats tritt Deutschland bereits seit vielen Jahren ein.

Wadephul betonte ferner, dass Deutschland "weiter bereit ist, im Friedensprozess für den Gazastreifen aktiv dabei zu sein". Ursprünglich sollte der "Friedensrat" den Plan zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen überwachen. In der Gründungscharta wird das Palästinensergebiet jedoch nicht ausdrücklich genannt.

Trump übt im "Friedensrat" eine dominante Rolle aus. Er hat den Vorsitz des Gremiums inne, entscheidet über die Einladungen zur Teilnahme und hat ein Vetorecht bei allen Abstimmungen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Emiratische Behörden: Flydubai-Copilot plante "Terrorakt"

Der Copilot der Flydubai-Maschine hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen "Terrorakt" geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Samstag die Generalstaatsanwaltschaft. Der Copilot verletzte den Piloten schwer, konnte aber von Passagieren überwältigt werden, so dass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete.

Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen Fragen. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

G7 geben Rohöl- und Diesel-Reserven frei - Trump schließt Diesel-Exportstopp aus

Angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise haben sich die G7-Staaten auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven verständigt - ein zuvor von den USA angedrohter Diesel-Exportstopp ist laut US-Präsident Donald Trump vom Tisch. "Wir werden kein Exportverbot verhängen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus und lobte die Entscheidung der europäischen Staaten, Diesel aus ihren Reserven freizugeben.

Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

Textgröße ändern: