Deutsche Tageszeitung - Empörung in Großbritannien nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan

Empörung in Großbritannien nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan


Empörung in Großbritannien nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan
Empörung in Großbritannien nach Trump-Äußerungen über Nato-Truppen in Afghanistan / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Aussagen von US-Präsident Donald Trump über die angebliche Zurückhaltung von Nato-Truppen in Afghanistan haben in Großbritannien für Empörung gesorgt. Trump spiele "die Rolle der Nato-Truppen, einschließlich der britischen Streitkräfte, in Afghanistan nach den Anschlägen vom 11. September auf die USA zu Unrecht" herunter, erklärte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer am Freitag. Neben Soldaten anderer Nato-Mitgliedsstaaten hätten "457 britische Soldaten in Afghanistan ihr Leben verloren".

Textgröße ändern:

Zahlreiche weitere Soldaten seien während des Einsatzes in Afghanistan verletzt worden. "Wir sind unglaublich stolz auf unsere Streitkräfte, und ihr Dienst und ihre Opfer werden niemals vergessen werden", fügte der Sprecher hinzu.

Der britische Staatsminister im Gesundheitsministerium, Stephen Kinnock, hatte zuvor angekündigt, Starmer werde das Thema bei Trump ansprechen. Trumps Aussagen "ergeben einfach keinen Sinn", da "Artikel 5 nur einmal in Kraft gesetzt wurde, nämlich um den Vereinigten Staaten nach dem 11. September zu Hilfe zu kommen", sagte Kinnock dem Sender Sky News.

In einem Interview mit dem Sender Fox News hatte Trump am Vortag die Bedeutung von Nato-Truppen heruntergespielt. "Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben", sagte Trump über Nato-Mitgliedsstaaten. "Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front." Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass die Nato den USA nicht zu Hilfe kommen würde, wenn sie darum gebeten werde.

Nach den Anschlägen vom 11. September in den USA hatte die Nato zum ersten Mal den Bündnisfall nach Artikel 5 ausgerufen. Viele Länder, darunter Großbritannien, beteiligten sich an dem Militäreinsatz unter US-Führung in Afghanistan. Neben den 457 britischen Soldaten wurden auch Soldaten aus weiteren Nato-Mitgliedsländern in Afghanistan getötet, darunter Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien und Dänemark. Der Nato-Einsatz endete 2021 mit einem chaotischen Abzug nach dem Vorrücken der radikalislamischen Taliban.

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: