Deutsche Tageszeitung - Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi - Moskau fordert gesamte Donbass-Region

Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi - Moskau fordert gesamte Donbass-Region


Ukraine-Verhandlungen in Abu Dhabi - Moskau fordert gesamte Donbass-Region

Erstmals verhandeln Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA direkt über den US-Plan für ein Ende des Krieges in der Ukraine: Delegationen der drei Staaten trafen am Freitag in Abu Dhabi zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften Territorialfragen stehen. Kurz vor Verhandlungsbeginn bekräftigte Moskau seine Maximalforderung, wonach die ukrainische Armee sich aus der gesamten Region Donbass einschließlich bisher nicht von Russland kontrollierter Gebiete zurückziehen soll.

Textgröße ändern:

Das emiratische Außenministerium bestätigte den Beginn der Gespräche, die am Samstag fortgesetzt werden sollen. Vorangegangen war ein Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-Gesandten Steve Witkoff in Moskau sowie ein Treffen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump in Davos.

Russland dringt seit Langem darauf, die vollständige Kontrolle über die Donbass-Region zu übernehmen. Dies sei "eine sehr wichtige Bedingung", bekräftigte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow kurz vor Beginn der Gespräche. Solange dies nicht geschehe, sei es "sinnlos, auf den Abschluss eines langfristigen Abkommens zu hoffen". Kiew, das noch etwa 20 Prozent der ostukrainischen Donbass-Region kontrolliert, lehnt eine Abtretung des Gebiets entschieden ab.

Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend zu den Gesprächen in Abu Dhabi. Es bestünden weiterhin "große Fragen" mit Blick auf die Kompromissbereitschaft der russischen Regierung, sagte ein Sprecher.

Zuletzt waren Vertreter Russlands und der Ukraine im Sommer vergangenen Jahres in Istanbul zu direkten Gesprächen zusammengetroffen. Fortschritte in Richtung einer Friedenslösung wurden dabei nicht erzielt, beide Seiten vereinbarten lediglich den Austausch von Kriegsgefangenen.

Zur ukrainischen Delegation in Abu Dhabi gehören Sicherheitsratschef Rustem Umerow, Präsidialamtsleiter Kyrylo Budanow, Heereschef Andrij Gnatow und der Unterhändler David Arachamia. Die russische Delegation besteht ausschließlich aus Militärs und wird von Militärgeheimdienstchef Igor Kostjukow angeführt.

Nach Angaben des Kremls wollte sein Wirtschaftsgesandter Kirill Dmitrijew in Abu Dhabi parallel bilaterale Gespräche mit dem US-Beauftragten Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, führen.

Ungeachtet der Gespräche in Abu Dhabi setzte Russland seine Angriffe auf die Ukraine auch am Freitag fort. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei drei Menschen in der Region Charkiw getötet, vier weitere starben demnach bei Angriffen in der Nacht zuvor.

In Kiew sind wegen russischer Angriffe auf die Energieversorgung weiterhin tausende Menschen bei Minusgraden ohne Strom. Die EU kündigte am Freitag die Lieferung von hunderten Notstromaggregaten nach Kiew an und warf Russland vor, Zivilisten mitten im harten Winter absichtlich von Wärme und Strom abzuschneiden. Die Temperaturen in der Ukraine sind zum Teil auf minus 20 Grad Celsius gesunken.

Russland attackiert die Ukraine seit fast vier Jahren nahezu täglich mit Drohnen und Raketen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Israel, der Libanon und die USA unterzeichnen Rahmenabkommen

Israel und der Libanon haben am Freitag in den USA ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für ein Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. "Wir freuen uns, ein Rahmenabkommen zwischen der souveränen Regierung des Libanon und natürlich der Regierung Israels bekanntzugeben", sagte US-Außenminister Marco Rubio bei der Unterzeichnung in Washington. "Vermittelt und unterstützt" werde das Abkommen von den USA, die es ebenfalls unterzeichneten.

Aus Furcht vor fremdenfeindlicher Gewalt: Südafrika unterstützt Malawier bei Ausreise

Aus Furcht vor einer Eskalation bei fremdenfeindlichen Protesten unterstützt Südafrika mehr als 15.000 Malawier bei der Ausreise aus dem Land. Es werde befürchtet, dass für kommende Woche angekündigte migrantenfeindliche Proteste in Gewalt umschlagen könnten, erklärte Südafrikas Justizministerin Mmamoloko Kubayi am Freitag. Inzwischen seien insgesamt 15.162 malawische Staatsangehörige "zur Abschiebung und Rückführung" registriert worden. Weitere durchliefen derzeit noch das Überprüfungsverfahren.

Nach Vorwürfen: Pantisano bedauert Ablehnen seiner Entschuldigung durch CDU

Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano bedauert, dass die CDU seine Entschuldigung für den Faschismus-Vorwurf nicht akzeptiert. "Ich finde es schade, dass die Union diese Entschuldigung nicht annimmt", sagte Pantisano am Freitag der ARD. Er betonte, dass er einen Fehler gemacht habe: "Das meine ich auch so wie ich es gesagt habe – ehrlich."

Schifffahrtsorganisation: 115 Schiffe und 2500 Seelaute aus Straße von Hormus evakuiert

Aus der Straße von Hormus sind in den vergangenen dreieinhalb Tagen insgesamt 115 Schiffe und 2500 festsitzende Seeleute evakuiert worden. Die Schiffe und die Seeleute hätten die Meerenge nun "sicher" verlassen, erklärte am Freitag der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez. Er habe aber nach Beratungen mit "einigen Ländern, insbesondere in der Region", beschlossen, die Evakuierung vorübergehend auszusetzen.

Textgröße ändern: