Deutsche Tageszeitung - Tausende demonstrieren bei "Marsch für das Leben" in Washington gegen Abtreibung

Tausende demonstrieren bei "Marsch für das Leben" in Washington gegen Abtreibung


Tausende demonstrieren bei "Marsch für das Leben" in Washington gegen Abtreibung
Tausende demonstrieren bei "Marsch für das Leben" in Washington gegen Abtreibung / Foto: © AFP

In Washington haben tausende Abtreibungsgegner ihren jährlichen "Marsch für das Leben" abgehalten. "Ihr habt einen Verbündeten im Weißen Haus", sagte US-Vizepräsident JD Vance bei seiner Ansprache auf der Kundgebung am Freitag auf der National Mall, entlang der sich die Wahrzeichen der Stadt erstrecken. Er "höre" und "verstehe" die Befürchtung, "dass wir nicht schnell genug vorankommen, dass unsere Politik nicht auf den Ruf nach Leben reagiert hat, den dieser Marsch darstellt", sagte Vance zu den Demonstrierenden.

Textgröße ändern:

Der diesjährige Marsch fand unter dem Motto statt: "Das Leben ist ein Geschenk". Auf Plakaten und Transparenten war zu lesen: "Nimm meine Hand, nicht mein Leben" oder "Ein Mensch ist ein Mensch, egal, wie klein er ist".

Mit dem alljährlichen Marsch markieren Abtreibungsgegner den Jahrestag des Grundsatzurteils "Roe v. Wade", das am 22. Januar 1973 das Recht auf Abtreibung in allen 50 US-Staaten verankert hatte. Im Juni 2022 hob der Oberste Gerichtshof der USA mit seiner konservativen Richtermehrheit das Urteil auf. Seither liegt die Zuständigkeit für das Abtreibungsrecht bei den einzelnen Bundesstaaten.

Rund 20 konservative Bundesstaaten haben seitdem das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche massiv beschränkt oder Abtreibungen ganz verboten. Abtreibungsgegner setzen aber ihren Kampf gegen Schwangerschaftsabbrüche in den Bundesstaaten fort, in denen die Prozedur noch legal ist.

"Es muss noch mehr Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass der Kampf noch nicht vorbei ist. Er wird erst vorbei sein, wenn jedes einzelne Kind im Mutterleib geschützt ist", sagte Connor Daggett, ein 31-jähriger Jurastudent, der an der Kundgebung teilnahm.

"Keine Abtreibungen mehr, nationales Verbot. Wir können viel mehr für die Frauen tun", sagte seine 29-jährige Frau Jessie Daggett, die Wissenschaftlerin ist.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Frankreich: Streit um politische Verantwortung für Schülerproteste

Die gewaltsamen Schülerproteste in Frankreich haben am Donnerstag einen heftigen Streit darüber ausgelöst, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück. Bis in die Abendstunden wurden nach Angaben des Innenministeriums 1949 Menschen festgenommen, 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt.

Paris: Macron und Milei beraten über Rohstoffe und Investitionen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat seinen argentinischen Kollegen Javier Milei am Donnerstag zu Wirtschaftsgesprächen in Paris empfangen. Dabei berieten die beiden Staatschefs nach Angaben des französischen Präsidialamts unter anderem über Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Der französische Energiekonzern TotalEnergies kündigte Investitionen von knapp zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) in dem südamerikanischen Land an.

US-Außenminister Rubio reist nach Island und Südeuropa

US-Außenminister Marco Rubio reist kommende Woche nach Island und Südeuropa. Erste Station der am Montag beginnenden viertägigen Reise ist die isländische Hauptstadt Reykjavik, wie das Außenministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Dort werde Rubio mit Regierungsvertretern über die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit sprechen.

Von ICE-Mitarbeiter getötet: Familie von Renee Good verklagt Trump-Regierung

Die Familie der von der US-Einwanderungsbehörde ICE getöteten US-Bürgerin Renee Good verklagt die Regierung von Präsident Donald Trump. Wie aus Gerichtsdokumenten vom Donnerstag hervorgeht, wurden zwei Klagen auf Bundesebene eingereicht, unter anderem wegen fahrlässiger Tötung. Die Angehörigen von Good fordern zudem Schadenersatz. Die 37-jährige Good war am 7. Januar in der Stadt Minneapolis am Rande von Protesten gegen Abschieberazzien erschossen worden.

Textgröße ändern: